Eine von Forschern der Zayed University durchgeführte Studie hat ergeben, dass die zunehmende Präsenz englischsprachiger Medien und englischsprachiger Kindermädchen die Standardsprache in Emirati-Haushalten von Arabisch auf Englisch verschiebt. Die Forschung, die 20 Emirati-Familien mit mindestens einem Emirati-Elternteil verfolgte, ergab, dass die Englischkenntnisse über Plattformen wie YouTube, digitale Lernwerkzeuge und englischsprachige Betreuer die sprachliche Landschaft von Häusern in den Vereinigten Arabischen Emiraten allmählich verändern.
Im Laufe eines Jahres beobachteten die Forscher, wie die Integration des Englischen in das tägliche Leben durch Unterhaltung, Bildung und häusliche Betreuung den Spracherwerb von Kleinkindern beeinflusste. Ebenso dokumentierten die Forscher, wie Kinder aufgrund der weit verbreiteten Verfügbarkeit englischsprachiger Inhalte zunehmend Englisch in informellen Umgebungen verwendeten. Sie beschrieben dieses Phänomen als einen Beitrag zur symbolischen Dominanz des Englischen im Haushalt. Die Studie mit dem Titel "Von zu Hause zur Politik: Stärkung des Arabischen durch absichtliche Praktiken in der frühen Kindheit der Emirate" hebt breitere Bedenken über den Rückgang der Kenntnisse der arabischen Sprache bei Kindern in den VAE hervor.
Die Forscher betonten, dass arabische Inhalte auf digitalen Plattformen vorhanden sind, aber englische Materialien oft als attraktiver wahrgenommen werden. Dr. Fatma Said, eine der Hauptautoren, wies darauf hin, dass die Attraktivität englischsprachiger Ressourcen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Sprachpräferenzen von Kindern spielt. Dieser Trend ist Teil einer größeren Diskussion über die Spracherhaltung in der Region. Muhamed Al Khalil, Professor für Arabisch an der NYU Abu Dhabi, stellte fest, dass die Herausforderung, die Sprachkenntnisse der Muttersprache aufrechtzuerhalten, nicht nur für die Vereinigten Arabischen Emirate oder die arabische Welt einzigartig ist. Er erklärte, dass globale Sprachen, insbesondere Englisch, zunehmend die Bildungssysteme, den wissenschaftlichen Diskurs und den Medienkonsum dominieren.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird diese Dynamik durch das multikulturelle Umfeld des Landes verschärft, in dem Englisch oft als gemeinsame Sprache zwischen verschiedenen Gemeinschaften dient. Soziale Medienplattformen wie TikTok und Instagram, so argumentierte er, tragen weiter zur Marginalisierung des Arabischen bei, indem sie englischbasierte Kommunikation und kulturelle Normen fördern. Trotz dieser Herausforderungen betonten die Forscher, dass das Arabische durch bewusste elterliche Bemühungen noch erhalten werden kann. Dr. Said empfahl, dass Eltern sich mit ihren Kindern in arabischen Sprachen in emotional bedeutenden oder lehrreichen Momenten auseinandersetzen, da diese Interaktionen tendenziell unvergesslicher sind.
Sie schlug auch vor, arabische Inhalte in die tägliche Routine einzubeziehen, z. B. die Sprache ausschließlich während des Essens zu verwenden oder die Interaktion mit arabischsprachigen Videos unter Aufsicht von Erwachsenen zu fördern. Die Studie unterstreicht die entscheidende Rolle der Familie bei der Aufrechterhaltung der Verwendung der arabischen Sprache.
Um diese Probleme anzugehen, schlugen die Forscher praktische Strategien für Eltern vor, darunter die Festlegung klarer Regeln für den Sprachgebrauch zu Hause und die Nutzung digitaler Werkzeuge zur Verbesserung des arabischen Lernens. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, Familien zu befähigen, Umgebungen zu schaffen, in denen Arabisch ein zentraler Teil des Lebens der Kinder bleibt, auch inmitten einer wachsenden Englisch-Exposition. Während die Debatte über die Sprachbewahrung weitergeht, bieten die Ergebnisse dieser Studie wertvolle Einblicke in das komplexe Zusammenspiel zwischen Medien, Pflege und sprachlicher Identität in modernen Emirati-Haushalten.
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