Ein slowenischer Anwalt hat seine tiefe Besorgnis über eine kürzlich ergangene Gerichtsentscheidung geäußert, die einen Mann freisprach, weil er einem Minderjährigen explizite Fotos geschickt hatte. Der Fall betrifft einen Mann, der mehrere Fotos von nackten Frauen und seinen eigenen Genitalien über die Messenger-Anwendung an einen Jungen geschickt hat. Obwohl er wegen sexueller Beziehungen zu zwei Minderjährigen verurteilt wurde, entschied das Gericht, dass die Bilder nach dem Gesetz keine Pornographie darstellen. Dieses Urteil hat Kritik von Juristen ausgelöst, darunter Igor Vuksanović, ein Verfassungsrechtsexperte am slowenischen Verfassungsgericht, der argumentiert, dass die Definition von Pornografie, die von der Justiz verwendet wird, zu eng ist.
Der Vorfall entfaltete sich, als der Angeklagte, ein Mann, mit einem Minderjährigen über die Messaging-Plattform kommunizierte und explizite Inhalte teilte. Während er für schuldig befunden wurde, sich unanständig mit zwei Minderjährigen zu verhalten, wies das Gericht die Anklage wegen der Verbreitung pornografischen Materials zurück.
In Artikel 176 Absatz 1 des Strafgesetzbuches heißt es, dass jeder, der einer Person unter 15 Jahren schriftliche Werke, Bilder, audiovisuelle oder andere Gegenstände, die Pornografie enthalten, oder eine sexuelle Darstellung zeigen, verkauft, zeigt, öffentlich anzeigt oder anderweitig zur Verfügung stellt, mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft wird.
Das oberste Gericht entschied, dass bloße Nacktheit nicht mit Pornografie gleichzusetzen ist. Vuksanović stellt fest, dass Inhalte, die als pornografisch gelten, Sexualität auf eine intensivere, übertriebene oder dramatische Weise darstellen müssen. Daher unterscheidet das Gericht zwischen Nacktheit oder sexuellem Inhalt und Pornografie.
Er findet es beunruhigend, dass das Gesetz den Nachweis von schädlichen Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes verlangt, bevor Inhalte als pornografisch eingestuft werden. Er fügt hinzu, dass diese Konsequenzen schwierig zu ermitteln sind, da sie sich viel später manifestieren könnten. Solche Bilder, so argumentiert er, stellen eine andere Art von Exposition dar als einfach einen FKK-Strand zu besuchen oder Sex mit einem Kind zu besprechen. Vuksanović räumt ein, dass es an sich nichts falsch ist, Kindern zu erlauben, FKK-Strände zu besuchen oder offene Diskussionen über Sex mit ihren Eltern zu führen.
Vuksanović betont jedoch, dass das vorsätzliche Senden sexuell suggestiver Bilder an Minderjährige ein völlig separates Thema ist. Der breitere Kontext des Falles zeigt, dass der Angeklagte zuvor wegen sexueller Aktivitäten mit zwei Minderjährigen verurteilt wurde. Es ist unklar, ob das Foto-Sharing vor, während oder nach diesen Handlungen stattgefunden hat.
Er ist der Ansicht, dass der derzeitige Ansatz das Risiko birgt, Minderjährige nicht angemessen zu schützen und sie für unangemessene Expositionen anfällig zu machen.
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