Ein politischer Analytiker hat den kroatischen Präsidenten beschuldigt, nicht entschlossen auf eine Umweltkrise reagiert zu haben, die eine illegale Abfallentsorgung in der Nähe von Gospić beinhaltet, und forderte dringende parlamentarische Maßnahmen. Žarko Puhovski kritisierte Präsident Zoran Milanović, dass er nicht um eine außerordentliche Sitzung des kroatischen Parlaments gebeten habe, und erklärte, dass die Situation eine der schwerwiegendsten Krisen darstelle, mit denen die Regierung von Premierminister Andrej Plenković konfrontiert sei.
Trotz des öffentlichen Drucks und der wachsenden Empörung über die Behandlung des Falles sind noch keine Sanierungsmaßnahmen eingeleitet worden. Die Kontroverse begann, nachdem Berichte über die Entdeckung von etwa 35.000 Tonnen gefährlichen Abfalls, die illegal in der Region abgeworfen wurden, veröffentlicht wurden. Dies hat ernsthafte Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt geweckt, insbesondere aufgrund der Anwesenheit von PFAS-Verbindungen, Chemikalien, die als nicht abbaubar und wasserlöslich bekannt sind und sich durch Wassersysteme ausbreiten können.
Er betonte, dass der Schaden möglicherweise bereits irreversibel sei und tiefe Ausgrabungen erforderlich seien, um die Verschmutzung wirksam zu bekämpfen. Laut Puhovski sollte die Regierung eine unabhängige Stelle einrichten, um die Situation zu überwachen und Transparenz zu gewährleisten. Er forderte eine sofortige Überwachung der relevanten Institutionen, einschließlich der Staatsanwaltschaft der Republik Kroatien (DORH), des Umweltministeriums und des Wirtschaftsministeriums. Er erwähnte insbesondere die Notwendigkeit, die Rolle von Andrija Mikulić zu untersuchen, der zuvor in Skandale im Zusammenhang mit Steinbruchoperationen in der Region verwickelt war.
Puhovski betonte auch, dass das Parlament eine aktivere Rolle bei der Überwachung der Exekutivmaßnahmen spielen sollte und schlug vor, dass eine außerordentliche Sitzung notwendig sei, um die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. In einer separaten Erklärung äußerte Nikola Grmoja, Vorsitzender der Partei Most, Unglaube an das Ausmaß der Katastrophe und kündigte neue Schritte an, die darauf abzielen, das volle Ausmaß der ökologischen Katastrophe aufzudecken. Er beschrieb die Situation als ein nationales Anliegen und forderte alle politischen Parteien auf, bei der Bewältigung des Problems zusammenzuarbeiten. Grmoja erklärte, er glaube nicht, dass öffentliche Anhörungen notwendig seien, da die beteiligten Akteure bereits bekannt seien.
Maria Selak Raspudić, ein Mitglied der DRITO-Partei, nahm eine stärkere Haltung ein und forderte, dass die derzeitige Regierung zurücktritt, weil sie nicht angemessen auf die Krise reagiert hat.
Selak Raspudić forderte die Einführung einer Gesetzgebung, die Ökozid als das schwerwiegendste Umweltverbrechen definiert, und stellte fest, dass solche Vorschläge bereits im Parlament geprüft wurden. Sie forderte den Präsidenten auf, seine verfassungsmäßigen Befugnisse auszuüben, um den Prozess zu beschleunigen, und forderte kollektive Maßnahmen unter den Oppositionskräften, um die Glaubwürdigkeit der Regierung in Frage zu stellen.
Während einige Analysten argumentieren, dass die Krise zu einem Regierungszusammenbruch führen könnte, schlagen andere vor, dass der Fokus auf der Einrichtung robuster Aufsichtsmechanismen statt auf einen sofortigen Rücktritt liegen sollte.
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