Walter Ruck, ehemaliger Präsident der Wiener Handelskammer (WKO), hat umstrittene Bemerkungen zum Kauf des "Hauses der Wiener Wirtschaft" durch die Kammer von der inzwischen insolventen Signa-Gruppe von René Benko gemacht.
Im Rahmen der Vereinbarung wurden zwei Eigenschaften des WKO, Palais Festetics und das Gewerbehaus am Rudolf-Sallinger-Platz, für rund 36 Millionen Euro an Signa zurückverkauft. Kurz darauf verkaufte Signa diese Gebäude an die Klemens Hallmanns Hallmanns Gruppe für 50 Millionen Euro. Diese Diskrepanz hat Fragen zur Fairness der Transaktionen aufgeworfen und ob der WKO einen Wert für seine Vermögenswerte erhalten hat.
Die Diskussion konzentrierte sich auf die jüngsten Änderungen im Kontrollkomitee nach den Wahlen des WKO 2025. Martha Wolf, die zuvor die SWV im Ausschuss vertrat, trat zurück und Gerald Zmuegg, ein Unternehmensberater und Präsident der Wirtschaftsvereinigung der Freiheitspartei in Wien, nahm ihren Sitz an. Fischer konfrontierte Ruck Berichten zufolge mit der Situation und stellte fest, dass Wolf mit dem Ergebnis unzufrieden war. Ruck antwortete, dass es nicht ideal sei, einen Vertreter der Freiheitspartei im Ausschuss zu haben. Er fügte hinzu, dass Wolf gut mit dem Ausschussbüro gearbeitet habe und bedauerte, dass sie nicht mehr da sein würde.
Der umstrittenste Teil des Gesprächs kam, als Ruck erklärte, Wolf habe sichergestellt, dass das Komitee-Büro während der Ermittlungen gegen das Haus der Wiener Wirtschaft die Dinge geheim hielt. Fischer warnte Ruck dann davor, dass Zmuegg Probleme verursachen könnte, worauf Ruck antwortete, er glaube, er könne die Situation bewältigen, unter Berufung auf die Unterstützung von Christian Machacek, dem Leiter des Kontrollkomitees, und Meinhard Eckl, einem ehemaligen Direktor des WKO, der derzeit Mitglied des Ausschusses ist.
Das WKO hat Ruck's Ansprüche zurückgewiesen und erklärt, dass es in diesem Jahr eine interne Überprüfung der Immobiliengeschäfte des WKO rund um das Haus der Wiener Wirtschaft durchgeführt habe. Nach Angaben des WKO bestätigte der Rechnungshof, dass für die drei fraglichen Immobilien Verkehrswertbeurteilungen erhoben und von einem zweiten Gutachter überprüft wurden. Diese Beurteilungen stützten die vom WKO festgelegten Kaufpreise. Darüber hinaus stellte das WKO fest, dass zwei beim Wirtschafts- und Korruptionsverfolgungsamt (WKStA) eingereichte Beschwerden im Zusammenhang mit dem Thema zu keiner formellen Untersuchung geführt hatten.
Das WKO betonte, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass das Kontrollbüro seine gesetzlichen Pflichten nicht ordnungsgemäß oder gewissenhaft erfüllt habe. Es äußerte Verwirrung über Ruck's Aussagen und weigerte sich, sie zu bestätigen. Inzwischen entscheidet das Wirtschaftsministerium der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), das das WKO beaufsichtigt, noch, ob es für die Abwicklung des Falles verantwortlich ist. Die Kontroverse unterstreicht die anhaltenden Spannungen innerhalb des WKO und wirft Bedenken hinsichtlich der Transparenz bei hochkarätigen Geschäftsgeschäften mit öffentlichen Institutionen auf. Da der Kontrollkomitee nun Vertreter verschiedener politischer Fraktionen umfasst, bleiben die Dynamiken der Aufsicht und der Rechenschaftspflicht eng unter Beobachtung.
Die WKO behauptet weiterhin, dass alle Verfahren den richtigen Protokollen folgten, während Kritiker argumentieren, dass eine unabhängigere Kontrolle erforderlich ist, um Transparenz zu gewährleisten.
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