Der Psychiater Hans-Otto Thomashoff hat ein neues Buch mit dem Titel Du bist nicht deine Eltern geschrieben, in dem er über seine Erfahrungen mit toxischen Eltern spricht und darüber, wie dies sowohl sein persönliches Leben als auch seine berufliche Karriere geprägt hat. Als Psychiater und Psychoanalytiker erzählt Thomashoff seine eigene Geschichte über die Navigation in einer familiären Umgebung, die von Manipulation, Machtkämpfen und emotionaler Vernachlässigung geprägt ist.
Er beschreibt, wie seine Eltern ihre Kinder als Gefäße für ihre eigenen ungelösten Gefühle benutzten und ihn von jungen Jahren an für das Management ihrer Emotionen verantwortlich machten. Diese frühe Exposition gegenüber solchen Dynamiken beeinflusste seine Entscheidung, die Psychiatrie zu verfolgen, angetrieben von dem Wunsch, andere zu verstehen und zu helfen, die sich in ähnlichen Situationen befinden könnten. Er betont, dass Empathie und emotionales Bewusstsein zwar wertvolle Eigenschaften in der Therapie sind, aber auch zu Selbstvernachlässigung führen können, wenn sie nicht mit der Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse ausgeglichen werden.
In seinem Fall fand er sich ständig auf die emotionalen Zustände seiner Eltern eingestellt, beruhigte seine Mutter und beruhigte den Zorn seines Vaters. Diese Rolle, obwohl scheinbar unterstützend, legte ihm eine übermäßige Belastung auf. Es förderte eine erhöhte Empfindlichkeit für die Emotionen anderer, eine Fähigkeit, die sich in seinem Beruf als nützlich erwies. Es bedeutete jedoch auch, dass er lernte, seine eigenen Gefühle zu unterdrücken und das Wohlergehen anderer über sein eigenes zu priorisieren. Im Laufe der Zeit trug dieses Muster zu einem tief verwurzelten Bedürfnis nach Bestätigung durch Leistung bei, einem Bewältigungsmechanismus, den er später als ungesund erkannte.
Thomashoff erkennt an, dass das Streben nach Anerkennung, sei es durch akademischen Erfolg, berufliche Leistungen oder soziale Harmonie, zu einem zerstörerischen Kreislauf werden kann. Er stellt fest, dass viele Individuen, insbesondere solche aus emotional instabilen Familien, die Gewohnheit entwickeln, sich an die Stimmungen anderer anzupassen, anstatt ihre eigenen auszudrücken. Diese Tendenz zur Konformität kann zu emotionaler Unterdrückung führen, was zu langfristiger psychischer Belastung führt. Er argumentiert, dass Anpassungsfähigkeit zwar eine Stärke ist, aber mit Selbstbewusstsein und dem Mut, die eigenen Grenzen durchzusetzen, gemildert werden muss.
Toxische Eltern, sagt er, nutzen ihre Kinder, um ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen, oft auf Kosten der Autonomie und des Wohlbefindens des Kindes. Diese Dynamik schafft ein Gefühl der Unsicherheit und Verwirrung, was es den Kindern schwer macht, ein stabiles Selbstgefühl zu entwickeln. Der Einfluss bleibt bis ins Erwachsenenalter, prägt Beziehungen und beeinflusst, wie Individuen Liebe, Vertrauen und Intimität wahrnehmen. Thomashoffs Reflexionen bieten eine starke Kritik an traditionellen Familienstrukturen und unterstreichen die Bedeutung der Erkenntnis der dauerhaften Auswirkungen von Kindheitstraumata.
Seine Botschaft ist klar: Heilung beginnt mit der Anerkennung der Vergangenheit und dem Lernen, die eigenen emotionalen Bedürfnisse zu priorisieren.
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