Nach der Verurteilung seines ehemaligen Verkehrsministers José Luis Ábalos wegen Korruptionsvorwürfen steigt der Druck auf den spanischen Premierminister Pedro Sánchez weiter. Am Montag verurteilte Spaniens Oberster Gerichtshof Ábalos zu 24 Jahren Gefängnis für die Orchestrierung eines Schemas mit manipulierten öffentlichen Verträgen während des Höhepunkts der COVID-19-Pandemie. Das Gericht fand ihn schuldig an Bestechung, Veruntreuung, Einflusshandel und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Sein ehemaliger Berater Koldo García erhielt eine 19-jährige Haftstrafe für die Teilnahme an dem Schema.
Diese Verurteilungen haben die Kontrolle über Sánchez und seine Regierung verstärkt, insbesondere angesichts der jüngsten Welle von Korruptionsvorwürfen, an denen hochrangige Beamte und enge Mitarbeiter beteiligt sind.
Im Mittelpunkt des Falles standen Verträge über die Beschaffung von Gesichtsmasken und anderen notwendigen medizinischen Hilfsmitteln während der Krise. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass Ábalos und seine Komplizen diese Verträge manipuliert haben, um Bestechungsgelder zu erhalten und sich auf Kosten öffentlicher Ressourcen zu bereichern. 7 Millionen Geldstrafe.
Der Verkehrsminister Óscar Puente kritisierte die Entscheidung des Gerichts in Bezug auf Aldama und schlug vor, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden zu einer Verringerung der Strafen führen könnte. In einem Social-Media-Post bemerkte Puente, dass Personen, die sich an kriminellen Aktivitäten beteiligen, aber später Reue zeigen, die Inhaftierung vermeiden könnten. Dieser Kommentar löste eine Debatte über die wahrgenommene Nachsicht gegenüber Aldama im Vergleich zu den härteren Strafen gegen Ábalos und García aus.
Nach der Wiederwahl von Sánchez zum Parteivorsitzenden im Jahr 2017 wurde Ábalos zu einer prominenten Position erhoben und hielt eine bedeutende Korruptionsbekämpfungsansprache, die zum erfolgreichen Misstrauensantrag gegen den ehemaligen Premierminister Mariano Rajoy im Jahr 2018 beitrug.
Nach den Feststellungen des Gerichts hat Ábalos diese Positionen missbraucht, um Gelder für seinen persönlichen Gebrauch zu veruntreuen.
Seit 2021, als Ábalos sowohl aus Regierungs- als auch aus Parteipositionen zurückgetreten ist, hat Sánchez versucht, sich von seinem ehemaligen Kollegen zu distanzieren. Anfang dieses Jahres, als Ábalos in Untersuchungshaft war, räumte Sánchez ein, in der Vergangenheit "politisches Vertrauen" in Ábalos gehabt zu haben, betonte aber, dass sie jetzt "komplete Fremde" seien.
Der Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo, der die Mitte-Rechts-Partei der Menschen leitet, hat Sanchezes Rücktritt gefordert und behauptet, dass der Premierminister die politische Verantwortung für das Fehlverhalten seiner Minister trägt.
Während sich das Gerichtsverfahren entwickelt, konzentriert sich die Aufmerksamkeit weiterhin darauf, wie Sánchez die eskalierenden politischen Turbulenzen bewältigen wird. Mit der aktuellen Legislaturperiode, die 2027 enden soll, steht der Premierminister vor zunehmenden Fragen über seine zukünftige Strategie und die möglichen Auswirkungen laufender Ermittlungen in seinem inneren Kreis.
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