Die Dürre hat dem slowenischen Agrarsektor beispiellose Schäden zugefügt, wobei Berichte auf Verluste von 30 bis 90 Prozent bei wichtigen Kulturen hinweisen. Am 11. August bestätigte Jože Podgoršek, Leiter der Land- und Forstwirtschaftskammer (KGZS), dass die Getreideerträge um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen sind, während die Maisproduktion voraussichtlich um 80 bis 90 Prozent sinken wird. Frühe Kartoffelsorten zeigen eine Ertragsminderung von 30 bis 50 Prozent, und mittelschnelle und späte Kartoffelsorten erleiden Verluste von 35 bis 90 Prozent. Ölkürbisse erleben eine vollständige Wachstumsstagnation mit Schäden von mehr als 50 Prozent, und die Erträge von Kürbissen, Sojabohnen und Sonnenblumen werden voraussichtlich um bis zu 40 Prozent sinken.
Die Auswirkungen erstrecken sich über die Grundnahrungsmittel hinaus, wobei die Erträge von Gras erheblich beeinträchtigt werden, insbesondere in Tieflandgebieten, in denen die Verluste auf 40 bis 50 Prozent geschätzt werden. In Bergregionen könnte der Verlust bis zu 100 Prozent erreichen. Infolgedessen erschöpfen viele Bauern gespeicherte Futtermittel und reduzieren die Viehbestände, was sich voraussichtlich auf die Fleischpreise und Lieferketten auswirken wird. Die Auswirkungen der Dürre sind weit verbreitet und wirken sich nahezu auf jeden Aspekt der landwirtschaftlichen Produktion aus. Obst- und Gemüseanbauer, insbesondere diejenigen, die keinen Zugang zu Bewässerungssystemen haben, stehen vor schweren Herausforderungen.
In der Weinwirtschaft haben langwierige Hitze und Dürre zu einem vorzeitigen Blattfall, einem verzögerten Wachstum und einer schnellen Reifung der Trauben geführt. Dies führt zu einer geringeren Traubenmasse und zum Ertrag von Most, wobei die KGZS eine Verringerung der Fruchtproduktion um 30 bis 40 Prozent schätzt, die lokal 50 Prozent erreicht. Einige Obstbäume, insbesondere Birnenbäume, haben begonnen, ihre Blätter vorzeitig abzuwerfen, was das Problem weiter verschärft.
Die Frühlingssalaternte hat bis zu 80 Prozent Schaden erlitten, und die Olivenproduktion wird voraussichtlich um 30 bis 40 Prozent fallen, wobei lokale Reduktionen 50 Prozent erreichen. Die Hopfenanbaubranche kämpft auch mit ihrer schlimmsten Ernte in den letzten Jahren, hauptsächlich aufgrund schwerer Hagelstürme im Mai und Juni in Kombination mit Hitze. Die Hopfenerträge werden voraussichtlich unter 2.000 Tonnen fallen, was ein historisches Tief ist. Fischfarmen erleben auch kritische Probleme, hauptsächlich aufgrund unzureichender Wassermengen und erhöhter Temperaturen, die einige Betriebe gezwungen haben, die Fütterung vollständig einzustellen.
Auch die Wälder sind nicht immun gegen die Krise, denn Eichen zeigen Anzeichen von Not, darunter gelbliche Blätter. Experten warnen, dass sich die Situation wahrscheinlich verschlimmern wird, wenn sich der Korkenkäferbefall verstärkt. Die Landwirte werden aufgefordert, den Richtlinien der öffentlichen landwirtschaftlichen Beratungsdienste zu folgen, wobei sie die fortgesetzte Bewässerung, wo möglich, und die Umsetzung von Rationierungsstrategien, wo nötig, betonen. Langfristige systemische Maßnahmen, wie die Erhöhung der organischen Substanz im Boden zur Erhaltung der Feuchtigkeit und die Förderung nachhaltiger Praktiken wie Fruchtfolge und Neuanpflanzung, werden zur Minderung zukünftiger Risiken gefordert. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Dürre werden immer deutlicher.
Mit dem Rückgang der Futtermittelversorgung kämpfen Viehzüchter darum, die Herdengröße zu halten, was den Fleischmarkt möglicherweise stören könnte. Anton Medved von der Farmers Union warnte, dass die Fleischpreise stark steigen könnten, wenn die Futtermittelreserven ausgehen, obwohl die Landwirte möglicherweise nicht in der Lage sind, die Nachfrage zu decken. Die breiteren Bedenken hinsichtlich der Ernährungssicherheit werden von internationalen Organisationen bekräftigt, wobei die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) das Potenzial für neue Inflationen hervorhebt, die durch klimabedingte Störungen ausgelöst werden.
In Slowenien verschärfen die steigenden Produktionskosten aufgrund der gestiegenen Ausgaben für Düngemittel, Energie, Treibstoff und Arbeitskräfte die finanzielle Belastung für die Landwirte, die oft diese zusätzlichen Belastungen auf sich nehmen müssen. Die Regierung steht unter Druck, diese Herausforderungen anzugehen, da das Land weiterhin eine überdurchschnittliche Erwärmung im Vergleich zum globalen Durchschnitt erlebt, was es besonders anfällig für klimabedingte Schocks macht.
Die Aussichten für die kommenden Wochen bleiben jedoch unsicher, da Experten warnen, dass die Auswirkungen der Dürre wahrscheinlich bis in den Herbst anhalten werden. Während die Agrargemeinschaft mit den unmittelbaren Folgen zu kämpfen hat, werden die Forderungen nach Anpassungsstrategien und politischen Interventionen lauter. Die Landwirte werden aufgefordert, ihre Felder genau zu überwachen und ihre Praktiken entsprechend anzupassen, während die Verbraucher aufgefordert werden, die lokalen Produzenten zu unterstützen, um die Nachhaltigkeit des slowenischen Agrarsektors zu gewährleisten. Die bevorstehende Herausforderung ist gewaltig, aber der Bedarf an Widerstandsfähigkeit und Innovation war noch nie so groß.
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