Patrick Ryan's Roman Buckeye erforscht das ineinandergreifende Leben zweier Familien in der kleinen Stadt Bonhomie, Ohio, in einer Zeit von den 1940er bis in die späten 1970er Jahre. Das Buch, übersetzt in Deutsch von Thomas Überhoff und veröffentlicht von Park X Ullstein, vertieft sich in Themen des Krieges, der Identität und des persönlichen Verlusts durch die Linse zweier miteinander verbundener Familien, deren Schicksale unwiderruflich verbunden werden. Der Titel bezieht sich sowohl auf den amerikanischen Buckelbaum, einheimisch aus Ohio, als auch auf den Spitznamen, den einer der Charaktere, Skip, für seinen Freund Tom, erhalten hat.
Die Geschichte entfaltet sich vor dem Hintergrund von drei großen Kriegen, dem Ersten Weltkrieg, dem Zweiten Weltkrieg und dem Vietnamkrieg, von denen jeder seine Spuren auf die Männer dieser Familien auf unterschiedliche Weise hinterlässt. Die Erzählung beginnt mit Skip, dessen Vater, Cal, aufgrund eines kürzeren Beines körperlich behindert ist, was ihn während des Zweiten Weltkriegs für den Militärdienst unfähig machte.
Cal's Frau, Becky, findet Trost in der Abwesenheit ihres Mannes, was ihr mehr Zeit für Séancen gibt, obwohl sie auch von seinen häufigen Abwesenheiten beunruhigt ist, da er sich freiwillig in Zivilschutzrollen engagiert. Inzwischen stehen Toms Eltern, Margaret und Felix, vor ihren eigenen Herausforderungen. Margaret wurde als Baby aufgegeben und hat es nie jemandem erzählt, während Felix ein Geheimnis birgt, das während des Krieges undenkbar gewesen wäre. Im Gegensatz zu Cal wird Felix als kampffähig erachtet und die Bühne für Ereignisse bereitet, die beide Familien für immer verändern werden.
Der Autor webt geschickt Momente des Humors mit tiefer emotionaler Tiefe zusammen und fängt die Trennung und die letztendliche Versöhnung zwischen den Charakteren ein. Die Struktur des Buches ermöglicht es den Lesern, dem Leben dieser Familien zu folgen, während sie durch die Folgen des Krieges, persönliche Verrat und die Suche nach Bedeutung in einer sich verändernden Welt navigieren. Der historische Kontext jedes Konflikts ist mit den persönlichen Geschichten der Charaktere verwoben und schafft eine geschichtete Erzählung, die die breiteren gesellschaftlichen Veränderungen der Ära widerspiegelt.
Als Geburtsort des Buckeye-Baumes symbolisiert die Stadt sowohl die Widerstandsfähigkeit als auch die tiefen Wurzeln der amerikanischen Geschichte. Der Name "Buckeye" selbst wird zu einer Metapher für das bleibende Vermächtnis des Krieges und die komplexen Identitäten der Betroffenen. Die Kleinstadt-Atmosphäre verstärkt das Gefühl der Intimität und Isolation, das die Charaktere empfinden, insbesondere wenn sie mit den Folgen ihrer Entscheidungen und den Geheimnissen, die sie tragen, zu kämpfen haben.
Seine Darstellung der inneren Kämpfe der Charaktere wird durch einen trockenen Witz ergänzt, der Momente der Leichtigkeit inmitten der schwereren Themen von Verlust und Trauma bietet. Zum Beispiel wird die Beschreibung von Felix's begrenzter sexueller Vorstellungskraft mit einem Hauch von Ironie geliefert, die die Absurditäten des menschlichen Verhaltens auch angesichts tiefer Widrigkeiten hervorhebt. Dieses Gleichgewicht zwischen Humor und Gravitation verleiht dem Roman einen einzigartigen Ton, der auf seinen Seiten mitschwingt. Der Roman hat Vergleiche mit möglichen Filmadaptionen gezogen, wobei einige vermuten, dass der Schauspieler Tom Hanks, ein bekannter Bewunderer des Werks, die Figur von Everett auf die Leinwand bringen könnte.
Solche Spekulationen unterstreichen den visuellen und emotionalen Reichtum der Geschichte, die sich gut für eine filmische Interpretation eignet. Der Roman steht jedoch als eine überzeugende literarische Leistung und bietet den Lesern eine tief eintauchende Erfahrung, die lange nach dem Umschlagen der letzten Seite anhält.
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