In einer spätabendlichen Sitzung, die sich bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags erstreckte, führten die kroatischen Gesetzgeber eine intensive Debatte über den Betrieb der privaten Klinik Medikol und ihre Zusammenarbeit mit dem staatlichen Krankenkassenfonds HZZO. Die Diskussion drehte sich um Vorwürfe potenzieller Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung und vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Klinik und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.
Die Kontroverse wurde durch einen Vorschlag der parlamentarischen Fraktion Možemo ausgelöst, die die Einrichtung einer Untersuchungskommission zur Untersuchung der Geschäftspraktiken von Medikol mit HZZO forderte.
Während der Debatte betonten Vertreter der Oppositionspartei SDP ihre Haltung, dass das Problem nicht in der Existenz privater Gesundheitseinrichtungen per se liegt, sondern eher darin, dass diese Institutionen das öffentliche System ausnutzen. Sie argumentierten, dass die private Gesundheitsversorgung den öffentlichen Sektor ergänzen und nicht untergraben sollte. Laut SDP-Vertreterin Mirela Ahmetović zeigt das europäische Modell, wie die private Gesundheitsversorgung öffentliche Systeme durch strukturierte Partnerschaften unterstützen kann, im Gegensatz zur derzeitigen Situation in Kroatien.
Ahmetović zog während ihrer Rede eine überzeugende Analogie, indem sie die Wahl zwischen dem Kauf eines Autos oder der Miete eines Autos bei einem Nachbarn mit höheren jährlichen Kosten verglich. Sie schlug vor, dass es genauso wirtschaftlicher wäre, ein Auto zu kaufen als es zu mieten, es wäre für die Regierung sinnvoller, in die Ausstattung öffentlicher Krankenhäuser zu investieren, anstatt private Kliniken zu finanzieren, die jedes Jahr erhebliche Gewinne erzielen.
Die Debatte berührte auch spezifische Fragen im Zusammenhang mit dem Betrieb von Medikol. Es wurde festgestellt, dass die Klinik Räume im Universitätskrankenhaus von Rijeka gepachtet hatte, ohne ein öffentliches Ausschreibungsverfahren durchzuführen, ein Punkt, der auch vom staatlichen Rechnungshof angesprochen wurde.
Die Gesundheitsministerin Irene Hrstić antwortete auf diese Vorwürfe, indem sie erklärte, dass die notwendigen Genehmigungen tatsächlich erhalten worden seien, obwohl sie keine Einzelheiten darüber gab, wann sie unterzeichnet wurden.
Weitere Diskussionen ergaben, dass sich die Gesamtschulden des Gesundheitssystems im vergangenen Jahr auf 722 Millionen Euro beliefen, was die Frage aufwirft, ob dieses Geld besser für die Unterstützung öffentlicher Krankenhäuser als für private Einrichtungen wie Medikol verwendet werden könnte, die seit dem Amtsantritt von Premierminister Andrej Plenković immer wieder hohe Gewinne erzielt haben.
Die Vertreterin der SDP, Sandra Benčić, erläuterte die allmähliche Art der Privatisierung und betonte, dass sie nicht über Nacht stattfindet, sondern durch mehrere Schritte, beginnend mit Unterinvestitionen in die Ausrüstung und Infrastruktur öffentlicher Krankenhäuser. Sie warnte davor, dass die letzte Phase die Auslagerung von Dienstleistungen an private Krankenhäuser beinhaltet, was zu einem Abfluss von medizinischen Fachkräften und Ressourcen aus dem öffentlichen Sektor führt und den Jahrzehnten des Fortschritts beim Aufbau eines robusten öffentlichen Gesundheitssystems effektiv rückgängig macht.
Auf der anderen Seite verteidigte der Vertreter der HDZ, Mislav Herman, die Rolle der privaten Gesundheitsversorgung mit dem Argument, dass sie das öffentliche System ergänzt, wenn letzteres aufgrund hoher Investitionskosten keine angemessenen Dienstleistungen erbringen kann. Er erklärte, dass die HZZO für die Dienstleistung selbst und nicht für den privaten Anbieter zahlt und sicherstellt, dass Patienten ohne zusätzliche Kosten im Vergleich zu dem, was sie im öffentlichen System zahlen würden, versorgt werden. Herman stellte auch klar, dass das kroatische Parlament nicht dem amerikanischen Kongress gleichwertig ist, so dass Ermittlungsausschüsse nicht als Organe der Strafverfolgung fungieren können.
Stattdessen forderte er die Mitglieder auf, jegliche Unregelmäßigkeiten den zuständigen Behörden wie der Staatsanwaltschaft, der staatlichen Inspektion für den Schutz des Wettbewerbs, der Polizei und den Gerichten zu melden.
Im Laufe der Debatte stand weiterhin die Frage im Mittelpunkt, ob der Staat von seinen Investitionen in die private Gesundheitsversorgung profitiert oder unabsichtlich zum Niedergang der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur beiträgt.
4 Berichte
Telegram.hrUnabhängigLinksgestern Zastupnici zbog Medikola radili do dugo u noć. Oporba: ‘Privatno zdravstvo parazitira na građanima’Der Artikel behandelt eine parlamentarische Debatte in Kroatien über den Betrieb der Poliklinika Medikol, einer privaten Klinik, und Bedenken hinsichtlich der staatlichen Finanzierung und des potenziellen Missbrauchs öffentlicher Ressourcen. Oppositionsgesetzgeber argumentieren, dass private Gesundheitsversorgung zwar nicht von Natur aus problematisch ist, das Problem jedoch auftritt, wenn solche Institutionen Bürger ausbeuten und staatliche Mittel erhalten, anstatt zu öffentlichen Krankenhäusern beizutragen. SDP-Vertreterin Mirela Ahmetović kritisiert das derzeitige System und vergleicht es mit einem Szenario, in dem die Bürger mehr für Dienstleistungen bezahlen, als sie es tun würden, wenn sie öffentlich finanziert würden. Sie hebt Fragen wie die Miete von Medikol in KBC Rijeka ohne öffentliche Ausschreibung und Verträge ohne Genehmigung des Ministeriums hervor.
Tendenz-Einschätzung (Links): Der Artikel beschreibt die Kontroverse um die private Gesundheitsversorgung als ausbeuterisch und priorisiert die Kritik am gegenwärtigen System, wobei insbesondere die Rolle von Medikol und dem Gesundheitsministerium hervorgehoben wird.
Jutarnji listUnabhängigLinksgestern Oporba: Nisu problem privatne zdravstvene ustanove, nego kada one parazitiraju na građanimaDer Artikel behandelt die Bedenken von Oppositionsmitgliedern in Kroatien bezüglich der Auswirkungen privater Gesundheitseinrichtungen, insbesondere von Medikol, auf das öffentliche Gesundheitssystem. Sie argumentieren, dass das Problem nicht in der Existenz privater Kliniken liegt, sondern in ihrem parasitären Verhalten gegenüber Bürgern und der finanziellen Unterstützung des Staates. Oppositionsvertreterin Mirela Ahmetović von der SDP kritisiert die mangelnde Transparenz und Rechtsgrundlage in Verträgen zwischen Medikol und öffentlichen Krankenhäusern wie KBC Rijeka und stellt fest, dass diese Vereinbarungen ohne öffentliche Ausschreibung getroffen wurden und keine Genehmigung des Ministeriums vorliegen. Sie vergleicht die Situation mit der Wahl zwischen dem Kauf eines teuren Autos oder dem Mieten eines zu höheren Kosten und hebt Ineffizienz hervor.
Tendenz-Einschätzung (Links): Der Artikel beschreibt das Problem als ein systematisches Versagen des Staates, die öffentliche Gesundheitsversorgung ordnungsgemäß zu regulieren und zu finanzieren, kritisiert den Einfluss privater Einrichtungen und legt nahe, dass öffentliche Ressourcen missbraucht werden.
Net.hrUnabhängigLinksgestern O ovome su u Saboru raspravljali do dva ujutro: 'Problem je kada parazitiraju na građanima'Der Artikel behandelt eine Debatte im kroatischen Parlament über die Rolle privater Gesundheitseinrichtungen, insbesondere mit Schwerpunkt auf dem Fall der Medikol, einer privaten Klinik. Oppositionsmitglieder argumentieren, dass das Problem nicht in der Existenz privater Kliniken liegt, sondern in ihrer Ausbeutung von Bürgern und der finanziellen Unterstützung des Staates für diese Einrichtungen anstelle von öffentlichen Krankenhäusern. Sie kritisieren die mangelnde Transparenz und Rechtsgrundlage in Verträgen zwischen Medikol und öffentlichen Krankenhäusern wie KBC Rijeka, die ohne öffentliche Ausschreibung durchgeführt wurden. Die Opposition hebt Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs öffentlicher Gelder und der Auswirkungen auf öffentliche Gesundheitsressourcen hervor. Sie betonen, dass private Gesundheitsdienste öffentliche Dienste nicht ersetzen sollten und dass der Staat eine ordnungsgemäße Aufsicht gewährleisten sollte. Die Diskussion beinhaltet Forderungen nach einer Ermittlungsstelle zur Untersuchung potenzieller Unregelmäßigkeiten und Fragen, ob der Staat angemessen in öffentliche Infrastruktur investiert.
Tendenz-Einschätzung (Links): Der Artikel formuliert das Problem als einen Konflikt zwischen öffentlichem und privatem Gesundheitswesen und betont die negativen Auswirkungen privater Kliniken auf öffentliche Dienstleistungen und das Wohlergehen der Bürger.
N1 HrvatskaUnabhängigLinksgestern Burna rasprava u Saboru: "Problem je kada privatne bolnice parazitiraju na građanima"Im kroatischen Parlament fand eine hitzige Debatte über die Rolle privater Gesundheitseinrichtungen statt, die sich insbesondere auf die Poliklinika Medikol und ihre Beziehung zum staatlichen Krankenversicherungsfonds (HZZO) konzentrierte. Die Diskussion drehte sich um Bedenken, dass private Kliniken öffentliche Gelder ausbeuten, anstatt zum öffentlichen Gesundheitssystem beizutragen. Die SDP-Vertreterin Mirela Ahmetović kritisierte das aktuelle Modell und argumentierte, dass die private Gesundheitsversorgung den öffentlichen Sektor unterstützen und nicht untergraben sollte. Sie hob Probleme wie die Leasing von Medikol in KBC Rijeka ohne öffentliche Ausschreibung hervor und stellte die Frage, warum öffentliche Krankenhäuser nicht ähnlich mit fortschrittlichen Diagnosetools wie PET / CT-Scannern ausgestattet sind. Die Debatte berührte auch mögliche rechtliche Unregelmäßigkeiten in Verträgen zwischen Medikol und öffentlichen Krankenhäusern, wobei das Gesundheitsministerium antwortete, dass Genehmigungen erforderlich waren, aber ohne spezifische Diskussionszeiten.
Tendenz-Einschätzung (Links): In dem Artikel wird die Frage der privaten Gesundheitsversorgung als Bedrohung für das öffentliche System dargestellt, eine kritische Sprache gegenüber privaten Einrichtungen verwendet und deren Ausbeutung öffentlicher Ressourcen betont.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 5 €/Monat.
Unterstützer werden