Der Entwurf einer Gesetzesvorlage zur geplanten österreichischen Strukturreform der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wurde fertiggestellt und den Koalitionspartnern der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der NEOS zur politischen Koordinierung übermittelt, wie das Verkehrsministerium unter der Leitung von Peter Hanke von der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) bestätigt.
Die vorgeschlagene Gesetzgebung konzentriert sich auf die Umwandlung zweier wichtiger Tochtergesellschaften, der ÖBB-Personenverkehr AG, die für den Personenverkehr zuständig ist, und der Rail Cargo Group, die für den Güterverkehr zuständig ist, in Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs). Diese Änderung würde der Muttergesellschaft, der ÖBB-Holding AG, eine direkte Autorität über diese operativen Einheiten einräumen. Gegenwärtig arbeiten beide Unternehmen als Aktiengesellschaften (AGs), wodurch ihnen eine beträchtliche Entscheidungsfreiheit eingeräumt wird. Die Reform soll im ersten Quartal 2027 beginnen und die bedeutendste Überarbeitung des österreichischen Eisenbahnsystems seit mehr als zwei Jahrzehnten markieren.
Das Ziel ist laut Beamten, die Effizienz und die Aufsicht über die Unternehmensstruktur der ÖBB zu verbessern. Die Reform beinhaltet nicht nur eine rechtliche Umstrukturierung, sondern auch Pläne zur Erweiterung des Verwaltungsrats der ÖBB-Holding AG. Derzeit besteht der Verwaltungsrat der Holding aus zwei Mitgliedern: Generaldirektor Andreas Matthä und Finanzdirektorin Manuela Waldner. Ein drittes Mitglied wird in Betracht gezogen, wobei Johann Pluy, derzeit Leiter der ÖBB-Infrastruktur AG, für die Rolle diskutiert wird. In der Zwischenzeit werden der Infrastrukturbereich der ÖBB und die Holding aufgrund der EU-Vorschriften als Aktiengesellschaften verbleiben.
Der Verkehrsminister Peter Hanke betonte, dass die Reform nicht nur symbolisch sei. "Es geht nicht darum, um der Reform willen zu reformieren, sondern Redundanzen zu beseitigen, Verantwortlichkeiten zu klären und das Management des Unternehmens zu verbessern", erklärte er gegenüber dem Kurier. "Die Umwandlung der ÖBB in eine zentralisierte Struktur spiegelt die breiteren Bemühungen zur Modernisierung des öffentlichen Verkehrs in Österreich wider.
Durch die Umwandlung der Passagier- und Frachtdivisionen in GmbHs würde die Holding-Gesellschaft eine größere Kontrolle über strategische Entscheidungen erlangen, was möglicherweise zu einer schnelleren Umsetzung der Politiken und einer verbesserten Koordination zwischen verschiedenen Teilen der Organisation führen würde. Trotz des Reformdrangs bleiben einige Herausforderungen bestehen. Die Übergangszeit erfordert eine sorgfältige Planung, um Störungen im Dienst zu vermeiden. Darüber hinaus muss das neue Governance-Modell den EU-Gesetzen entsprechen, insbesondere in Bezug auf Wettbewerb und Marktregulierung. Diese Faktoren könnten beeinflussen, wie schnell und effektiv die Änderungen umgesetzt werden.
Der Gesetzentwurf ist ein entscheidender Schritt bei der Neugestaltung des österreichischen Eisenbahnnetzes. Während die Regierung mit ihrem Plan voranschreitet, wird der Schwerpunkt auf die Verhandlungen mit Koalitionspartnern und die detaillierte Ausarbeitung von Durchführungsmaßnahmen gelegt.
Die endgültige Genehmigung des Gesetzes wird wahrscheinlich nach weiteren Diskussionen und Bewertungen der möglichen Auswirkungen auf Mitarbeiter, Kunden und regionale Volkswirtschaften erfolgen.
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