In Irland und Großbritannien wurde eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die darauf abzielt, den Verkauf von Smart Glasses zu verbieten, unter Berufung auf ernsthafte Datenschutzbedenken und den Missbrauch der Geräte. Die Initiative mit dem Namen Stop Smart Glasses zielt darauf ab, Händler, Veranstaltungsorte, Politiker und Optiker unter Druck zu setzen, den Massenvertrieb der mit Kameras ausgestatteten Geräte zu stoppen. Die Kampagne bietet den Teilnehmern eine Datenbank, in der ermittelt wird, wo die Brillen zum Kauf verfügbar sind, und bietet Vorlagen für Briefe an lokale Vertreter, die regulatorische Maßnahmen fordern. Die Kampagne richtet sich an die Smart Glasses von Meta, die über künstliche Intelligenz verfügen und integrierte Kameras enthalten, die Bilder und Videos aufnehmen können.
Diese Geräte wurden als Hilfsmittel für Menschen mit Sehbehinderungen genutzt, wobei Meta Ireland Vision Ireland 15.000 Einheiten zur Nutzung durch sehbehinderte Personen spendete. Die gleiche Technologie hat jedoch auch Alarm ausgelöst, da sie das Potenzial für verdeckte Überwachung bietet. Berichte weisen auf Fälle hin, in denen Benutzer andere ohne Zustimmung gefilmt haben, einschließlich Situationen mit Point-of-View-Pickup-Line-Videos, in denen Personen diskrete Interaktionen mit der Brille aufzeichnen und den Inhalt online hochladen. Einige Benutzer haben das Anzeigelicht, das signalisiert, wenn das Gerät aktiv aufzeichnet, absichtlich deaktiviert oder bedeckt.
Als Reaktion auf diese Bedenken veröffentlichte Meta im Juli ein Update, das unerlaubte Änderungen an der Aufzeichnungs-LED verhindern soll. Trotz dieser Maßnahme argumentieren Kritiker, dass es das Problem nicht vollständig angeht. Die Kampagne wurde von der Tech-Unternehmerin Liz Hunter gestartet, die mit dem in Großbritannien ansässigen Pädagogen und Aktivisten Guy Holder zusammenarbeitete.
Als Elternteil betonte sie ihre Angst vor der Zukunft von Kindern, die in einer Welt aufwachsen, in der die persönliche Privatsphäre zunehmend gefährdet sein könnte. Die Website Stop Smart Glasses dient als Plattform für die Petition und als umsetzbare Ressourcen für lokale Interessenvertretung. Laut Hunter wurde die Website innerhalb einer Woche mit Hilfe von KI-basierten Tools wie einer benutzerdefinierten ChatGPT-Anwendung namens Generator 3000 entwickelt. Die Kampagne betont die Notwendigkeit eines breiteren öffentlichen Diskurses über die ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie.
Sie beschrieb die Situation als eine Verschiebung der Machtdynamik, bei der technologischer Fortschritt auf Kosten der individuellen Privatsphäre kommt. Zusätzliche Bedenken sind durch die jüngsten Patentanmeldungen von Meta entstanden, die Pläne zur Einbeziehung von Gesichtserkennungstechnologie in die intelligenten Brillen nahe legen. Interne Diskussionen bei Meta untersuchten zuvor die Integration von Gesichtserkennungsfunktionen in die Geräte. Nachfolgende Untersuchungen entdeckten einen ruhenden Gesichtserkennungscode in der Meta AI-App für Smartphones, den das Unternehmen später entfernte. Diese Entwicklungen unterstreichen die laufende Debatte um das Gleichgewicht zwischen Innovation und dem Schutz persönlicher Freiheiten.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden