Am Flughafen Frankfurt haben sich die Wartezeiten für Reisende in den Sommermonaten dieses Jahres aufgrund der Implementierung des neuen elektronischen Grenzkontrollsystems EES verdoppelt.
Das System zielt darauf ab, die Sicherheit durch die Verfolgung von Ein- und Ausflügen, die Identifizierung von Überbleibern und die Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden bei der Suche nach vermissten Personen zu verbessern. Die Reise- und Tourismusbranche hatte zuvor gewarnt, dass das neue System zu erheblichen Verzögerungen führen könnte, da die Flughafenbehörden möglicherweise nicht in der Lage sind, Reisende schnell genug zu verarbeiten.
Oliver Maxfield, Gründer der Analyseplattform Qsensor, bemerkte einen starken Anstieg der Besorgnis unter britischen und nordamerikanischen Touristen, wie lange sie in der Schlange warten müssten. Er stellte fest, dass die verlängerten Wartezeiten zu wachsender Unzufriedenheit unter internationalen Besuchern führten. Michael O'Leary, CEO von Ryanair, kritisierte das EES-System heftig und argumentierte, dass die Registrierung über das Internet erlaubt werden sollte, anstatt die physische Anwesenheit an Kontrollpunkten zu verlangen. In einer Erklärung an Investoren Anfang August bemerkte er, dass sich nur Europäer solche Ineffizienzen vorstellen könnten.
Ryanair berichtete von schwerwiegenden Verzögerungen an etwa 15 Flughäfen, was die operativen Herausforderungen für Fluggesellschaften, die innerhalb der EU tätig sind, hervorhebt. Das EES-System soll die Sicherheit an den Außengrenzen verbessern, indem Ein- und Ausgänge erfasst, Überbleibende erkannt und bei der Suche nach vermissten Personen unterstützt werden. Einige Flughäfen haben jedoch Teile der manuellen Kontrollen vorübergehend ausgesetzt, insbesondere für Passagiere, die eine physische Überprüfung durchlaufen müssen.
Während die automatisierten Fahrspuren hauptsächlich von EU-Bürgern genutzt werden, haben viele Flughäfen vorübergehend bestimmte Kontrollen, einschließlich der Fingerabdruckaufnahme, eingestellt. Diese vorübergehenden Aussetzungen sollten ursprünglich im September enden, aber acht EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz haben eine Verlängerung beantragt. Die Europäische Kommission ist derzeit in Gesprächen mit diesen Ländern über die Möglichkeit der Verlängerung der Ausnahmen.
Die Kommission betonte, dass die durchschnittliche Registrierungszeit im EES-System etwa 70 Sekunden beträgt und dass die Auswirkungen auf Reisende aus Nicht-EU-Ländern im Allgemeinen begrenzt sind. Sie hob auch die Sicherheitsvorteile hervor und stellte fest, dass seit Einführung des Systems über 160 Millionen Ein- und Ausreisen erfasst wurden. Sean Doyle, CEO von British Airways, räumte ein, dass das System Probleme an einigen Flughäfen verursacht hat, behauptete aber, es habe sich nicht wesentlich auf den Gesamtbetrieb des Unternehmens ausgewirkt. Kenton Jarvis, CEO von EasyJet, forderte einen "gesunden Menschenverstand" und forderte Maßnahmen, um zu verhindern, dass Passagiere drei Stunden lang stehen.
Seine Kommentare spiegeln den wachsenden Druck auf die Behörden wider, die logistischen Herausforderungen des neuen Systems anzugehen.
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