" Diese Entdeckung, die in einer in Nature veröffentlichten Studie detailliert beschrieben wird, ist das früheste bekannte Beispiel für eine solche Entität, die in der tiefen Vergangenheit des Universums kurz nach dem Urknall beobachtet wurde. Das Objekt, das als MoM-BH*-1 bezeichnet wird, erscheint in JWST-Bildern als ein leuchtender roter Punkt und weist Eigenschaften auf, die darauf hindeuten, dass es weder ein typischer Stern noch ein herkömmliches Schwarzes Loch ist, sondern eher ein Hybrid von beiden. Die Ergebnisse stammen aus der Umfrage "Mirage or Miracle", einem Projekt unter der Leitung von Forschern, darunter Rohan Naidu, Assistenzprofessor am Institut für Astronomie der Universität von Hawaii, und Matt Jorrythee, Assistenzprofessor am Institut für Wissenschaft und Technologie Österreich (ISTA).
Das Team analysierte die von JWST gesammelten Daten, die sich auf das frühe Universum konzentrierten, etwa mehrere hundert Millionen Jahre nach dem Urknall. In dieser Zeit, die als kosmische Morgendämmerung bekannt ist, begannen sich die ersten Galaxien und Strukturen zu bilden, was die Bühne für das heutige Universum bildete. Das Objekt MoM-BH-1 zeichnet sich durch seine extreme Helligkeit und ungewöhnliche Spektral-Eigenschaften aus. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Sternen, die ihre Energie aus der Kernfusion beziehen, strahlt dieses Objekt Energie aus, die mit denen eines Schwarzen Lochs vergleichbar ist.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Schwarzen Löchern, die typischerweise durch ihre starke Gravitationskraft verborgen bleiben, scheint MoM-BH-1 jedoch hell genug zu sein, um als eindeutiger Lichtpunkt sichtbar zu sein. Laut den Forschern deutet dies darauf hin, dass das Objekt aus einem massiven Schwarzen Loch besteht, das schätzungsweise 100.000 Mal so groß ist wie die Masse der Sonne und von einer dichten Gashülle umgeben ist. Diese Konfiguration ermöglicht es dem Schwarzen Loch, Strahlung auf eine ähnliche Weise wie ein Stern auszustrahlen, wodurch die Illusion eines Sternkörpers entsteht.
Diese Schwarzen Löcher, die Millionen bis Milliarden Male so groß sind wie die Sonne, beeinflussen die Struktur und Entwicklung von Galaxien. Dennoch bleibt ihr Ursprung schwer zu ergründen, insbesondere angesichts der Anwesenheit von Quasaren, extrem leuchtenden galaktischen Kernen, die von supermassiven Schwarzen Löchern angetrieben werden und sich viel früher gebildet haben als die aktuellen Modelle voraussagen. Das Forscherteam stellt fest, dass die Identifizierung von MoM-BH*-1 mit Beobachtungen zahlreicher "kleiner roter Punkte" übereinstimmt, die in JWST-Bildern entdeckt wurden.
Das Team schlägt vor, dass diese Punkte von ähnlichen Schwarzen Löcher-Sterne-Hybriden angetrieben werden könnten, was eine mögliche Erklärung für ihre Existenz bietet. Rohan Naidu betonte, dass die Entdeckung bestehende Annahmen über das frühe Universum in Frage stellt. "Astronomen haben nie an Vorstellungskraft gefehlt", sagte er. "Seit der Entdeckung von Quasaren gab es keinen Mangel an Theorien, um zu erklären, wie diese Schwarzen Löcher so massiv und so schnell wuchsen. Im frühen Universum muss etwas Spektakuläres geschehen sein". Die Forscher betonen, dass sich die Spektralmerkmale von MoM-BH*-1 erheblich von denen von Objekten unterscheiden, die durch interstellaren Staub verdeckt sind.
Während rote Farben in astronomischen Beobachtungen oft dem Staub zugeschrieben werden, deuten die spezifischen Muster, die in diesem Fall beobachtet wurden, auf einen anderen Mechanismus hin.
Das Objekt kann als Brücke zwischen konventionellen Sternen und Schwarzen Löchern dienen und Licht auf Übergangsphasen im Lebenszyklus von Himmelskörpern werfen. Während das JWST weiterhin tiefer in die Vergangenheit des Universums eintaucht, können ähnliche Entdeckungen zusätzliche Hinweise auf die Entstehung der ersten Galaxien und das schnelle Wachstum supermassiver Schwarzer Löcher in den frühen Epochen der kosmischen Geschichte liefern.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden