Präsident Donald Trump wird in der Radiosendung von Michael Cohen, seinem ehemaligen Rechtsberater und ehemaligen Verbündeten, der zum Gegner geworden ist, auftreten, was eine bemerkenswerte Rückkehr zum öffentlichen Diskurs zwischen den beiden Männern bedeutet. Das Interview, das am Donnerstagabend und am Sonntag in Cohen's 77 WABC-Programm ausgestrahlt wird, kommt fast acht Jahre nach ihrem öffentlichen Streit über Trumps angebliches Fehlverhalten.
Das Interview folgt mehreren privaten Treffen zwischen dem Paar, die Cohen als Teil eines durch einen Textwechsel Anfang dieses Jahres eingeleiteten Versöhnungsprozesses beschrieb. Cohen hat zwar nicht ausdrücklich angegeben, ob er Trump um eine Präsidentschaftsbegnadigung bitten wird, was ihm erlauben würde, seine Anwaltslizenz wiederzuerlangen, aber er deutete während einer jüngsten Diskussion mit POLITICO auf die Möglichkeit hin. "Wir werden sehen", sagte er und fügte hinzu, dass es "auf der Straße" passieren könnte oder gar nicht. Cohen, der sich 2018 für schuldig erklärt hat, Verstöße gegen die Wahlkampffinanzierung und Lügen vor dem Kongress begangen zu haben, hat seine Sichtweise auf Trump geändert.
Einmal ein überzeugter Verteidiger des ehemaligen Präsidenten, sagte er später in mehreren hochkarätigen Fällen gegen ihn aus, darunter der strafrechtliche Schweigegeldprozess von 2024, der zu Trumps historischer Verurteilung wegen 34 Anklagen wegen Fälschung von Geschäftsunterlagen führte. In diesem Prozess beschrieb Cohen, wie er dazu beigetragen hatte, Zahlungen an Stormy Daniels, eine ehemalige Erwachsenenfilm-Schauspielerin, zu vertuschen, um zu verhindern, dass ihre Vorwürfe einer Affäre mit Trump öffentlich werden. Die Folgen zwischen Cohen und Trump erreichten ihren Höhepunkt während der Präsidentschaftswahlkampagne 2016, als Cohen wegen Verstößen gegen die Wahlkampffinanzierung angeklagt wurde, die mit Zahlungen an Daniels und Karen McDougal verbunden waren, eine andere Frau, die eine Affäre mit Trump hatte.
In einem langen Beitrag auf seinem Newsletter zur Förderung des bevorstehenden Interviews räumte er den "politischen Blutsport" ein, in dem sich ihre öffentliche Fehde entwickelt hatte, während er die 15 Jahre Freundschaft betonte, die ihr vorausgingen. "Die guten Zeiten hören nicht auf zu existieren, weil die schlechten Zeiten danach kamen", schrieb er und deutete darauf hin, dass sich ihr Band trotz der Schärfe nicht vollständig aufgelöst hatte.
Trump hat inzwischen über das Interview weitgehend geschwiegen, obwohl er gelegentlich auf Cohens Erfahrungen vor Gericht und seine Kritik an Staatsanwälten verwiesen hat. Sein offizieller Zeitplan zeigt, dass er das Interview am Donnerstagmorgen aufnimmt, obwohl das Weiße Haus das Ereignis nicht offiziell kommentiert hat.
Persönlichkeiten wie Elon Musk und der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, haben auch Spannungen mit Trump erlebt, bevor sie ihre Beziehungen wieder aufleben ließen.
Cohen hat in seinen Memoiren zuvor kritisch über Trump geschrieben und ihn als einen "Don des organisierten Verbrechens" und einen "Meister der Manipulation" beschrieben, gab aber auch zu, tiefe Gefühle für den ehemaligen Präsidenten zu haben. Ob dieses Interview zu einer weiteren Versöhnung führen wird oder lediglich als symbolische Geste dient, bleibt unsicher, aber es stellt eine seltene Gelegenheit für beide Männer dar, offen über ihre komplizierte Vergangenheit zu sprechen.
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