Ein luxuriöser Hotelmitarbeiter wurde mit über 200.000 £ entschädigt, nachdem er gezwungen wurde, eine Gehaltsabrechnung in einem Schrank zu erledigen. Der Fall betrifft Roberta Ghiotto, die vom Oktober 2023 bis zu ihrer Entlassung im März 2024 im Hawkwell House Hotel in Iffley, Oxford, arbeitete. Das Urteil kam vom Reading Employment Tribunal, das feststellte, dass sie Behinderten diskriminiert wurde und keine notwendigen Anpassungen am Arbeitsplatz erhielt. Roberta Ghiotto wurde als Mutterschaftsversicherung im Hotel eingestellt, das von der Accor Group, einem globalen Hotelunternehmen, das weltweit rund 6.000 Hotels betreibt, verwaltet wird.
Sie wurde zunächst einer Rolle als Personalerzieherin zugewiesen, obwohl es keine offizielle Stellenbeschreibung gab. Ihre Aufgaben umfassten Wellness-bezogene Aufgaben, wobei etwa 25 Prozent ihrer Arbeitsbelastung das Gehaltsabrechnungsmanagement beinhalteten. Sie behauptete, dass die Abwicklung des Gehaltsabrechnungswesens aufgrund ihrer ADHS erheblich schwieriger war, was ihre Fähigkeit beeinträchtigt, sich auf detaillierte Aufgaben zu konzentrieren. Ghiotto informierte ihre Arbeitgeber über ihre ADHS und ihre Konzentrationsschwierigkeiten in einer geschäftigen Umgebung.
Während dieser Zeit bat Ghiotto um Hilfe von einem Buchhalter und um einen zusätzlichen Tag, um die Aufgabe zu erledigen, unter Berufung auf ihre Stresshaftigkeit. Im Februar 2024 wies Sagar Ghiotto an, die Gehaltsabrechnungsaufgabe in einem separaten Raum auszuführen, der zuvor als Schrank genutzt wurde. In diesem Raum fehlten grundlegende Annehmlichkeiten wie ein Telefon oder ein Fenster, was zu einer isolierten und unbequemen Arbeitsumgebung führte. Trotz ihres Mangels an formalen Personalqualifikationen oder Erfahrung wurde von ihr erwartet, dass sie die Aufgabe unter Druck erledigt. Sie äußerte Bedenken, dass sie ihre Probezeit nicht erfüllen könnte, wenn sie die Aufgabe nicht erfolgreich erledigen könnte.
Während ihrer Diskussionen erklärte Ghiotto ihre Herausforderungen, sich auf detailorientierte Arbeit zu konzentrieren. Sagar fragte jedoch, ob sie eine formelle Diagnose für ihre ADHS habe. Sie antwortete, dass sie noch keine erhalten habe. Basierend auf dieser Information konsultierte Sagar die Berater Croner und beschloss, ihre Beschäftigung zu beenden, unter Berufung auf ihr Versagen, die Leistungsstandards während ihrer Probezeit zu erfüllen. Das Tribunal entschied, dass Ghiotto ADHS hatte, auch ohne eine formelle Diagnose, und dass Sagar sich dessen bewusst war. Der Richter stellte fest, dass Sagars Fragen zu ihrem Zustand darauf hindeuteten, dass er eine Rechtfertigung für ihre Entlassung suchte.
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Ghiotto zum Scheitern verurteilt wurde und dass das Hotel keine angemessenen Anpassungen für ihre Behinderung vornahm. Die Verurteilung beinhaltet eine Entschädigung für Behinderungsdiskriminierung und das Versäumnis, angemessene Anpassungen am Arbeitsplatz vorzunehmen, in Höhe von insgesamt £200,252. Der Fall unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses und der Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeiter, insbesondere derjenigen im Zusammenhang mit der Neurodiversität. Es unterstreicht auch die möglichen Folgen, wenn keine angemessene Unterstützung am Arbeitsplatz bereitgestellt wird. Das Ergebnis dient als Präzedenzfall für ähnliche Fälle und betont die Notwendigkeit, dass Arbeitgeber individuelle Herausforderungen am Arbeitsplatz erkennen und angehen.
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