Pritam Singh, der Vorsitzende der Arbeiterpartei Singapurs (WP), wurde am 13. August offiziell aus den Rollen der Anwälte und Rechtsanwälte gestrichen, was den Höhepunkt einer fünfjährigen politischen und rechtlichen Saga markierte. Die Entlassung folgte seiner strafrechtlichen Verurteilung, weil er während einer Untersuchung des falschen Vorwurfs des ehemaligen WP-Abgeordneten Raeesah Khan über einen Fall von sexuellen Übergriffen vor dem Ausschuss für Privilegien (COP) gelogen hatte.
Dieses Ergebnis wurde weitgehend als Abschluss einer komplexen und langwierigen Episode interpretiert, die die Integrität sowohl der Justiz als auch des politischen Systems auf die Probe gestellt hat. Die Saga begann im August 2021, als Raeesah Khan, damals ein WP-Abgeordneter, fälschlicherweise behauptete, eine Opfer einer sexuellen Übergriffe zu einer Polizeistation begleitet zu haben, wo die Beamten den Fall angeblich falsch behandelt hatten. Khan wiederholte zunächst die Geschichte in parlamentarischen Debatten, bevor er schließlich im November 2021 zu der Lüge gestand. Die COP wurde eingerichtet, um ihre Behauptungen zu untersuchen, und Singh, der damals ein hochrangiger Parteifunktionär war, bezeugte vor dem Ausschuss. Er erklärte, er habe Khan ermutigt, die Wahrheit zu sagen.
Im Februar 2025 wurde Singh von einem Bezirksrichter für schuldig befunden und mit einer Geldstrafe von 14.000 S$ (10.900 US$) belegt. Seine Berufung beim Obersten Gerichtshof wurde im Dezember 2025 abgelehnt und seine Schuld bestätigt. Die Rechtsgesellschaft von Singapur (LawSoc), die nach dem Gesetz über die Rechtsberufe handelt, leitete im März 2026 ein Disziplinarverfahren gegen Singh ein.
Während der Disziplinarverhandlung betonte der Vertreter von LawSoc, Senior Counsel Cavinder Bull, dass Singh's Fall direkt in die Kategorie des Fehlverhaltens mit Unehrlichkeit fällt. Er zitierte frühere Urteile des Obersten Richters Sundaresh Menon, der konsequent festgestellt hat, dass solche Fälle "fast immer" zum Ausschluss führen, es sei denn, es gibt wirklich außergewöhnliche Umstände. Bull argumentierte, dass Singh's Rolle als Abgeordneter und ehemaliger Oppositionsführer die Schwere seiner Handlungen nur verstärkte, da er einem parlamentarischen Ausschuss, der die Glaubwürdigkeit parlamentarischer Erklärungen untersuchte, gelogen hatte.
Rajah erklärte, Singh respektiere die Unabhängigkeit und Professionalität der Justiz Singapurs und habe keine weiteren Kommentare zu der Entlassung. Er stellte fest, dass Singh zwar mit dem Ergebnis enttäuscht sei, aber den Rechtsprozess und seine Ergebnisse akzeptiere. Die Entlassung habe weitreichendere Auswirkungen über Singhs persönliche Karriere hinaus. Analysten schlagen vor, dass die Lösung dieses Falles eine Verschiebung in Richtung einer größeren Rechenschaftspflicht in Singapurs politischen und rechtlichen Sphären bedeuten könnte.
Assistant Professor Benjamin Joshua Ong von der Singapore Management University bemerkte, dass die Saga die Bedeutung der Ehrlichkeit unterstreicht, auch in scheinbar unbedeutenden Angelegenheiten, und dass die Suche nach der Wahrheit trotz ihrer Kosten für demokratische Institutionen von entscheidender Bedeutung ist. Andere Beobachter, darunter der unabhängige politische Kommentator Dr. Felix Tan, stellten fest, dass viele Singapurer zwar bereit sind, von der Kontroverse wegzukommen, aber einige die Episode als übermäßig politisiert ansehen.
Während das Gesetz über die Rechtsberufe die Wiedereinstellung von Anträgen erlaubt, erfordert der Prozess einen Nachweis der Rehabilitation und einen ausreichend langen Zeitraum seit der Entlassung.
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