Das libanesische Parlament hat die Todesstrafe offiziell abgeschafft, was eine historische Verschiebung im Rechtssystem des Landes darstellt. Diese Entscheidung wurde am Dienstag bekannt gegeben, nach einer gesetzlichen Änderung, die nach Revisionen genehmigt wurde. Der Schritt macht den Libanon zur ersten Nation im Nahen Osten, die die Todesstrafe vollständig abschafft. Das Gesetz verbietet nun den Gerichten, Todesurteile zu verhängen, wobei Todesstrafen stattdessen mit lebenslanger Haft und Zwangsarbeit bestraft werden.
Die Abschaffung der Todesstrafe erfolgte nur wenige Tage nach der letzten bekannten Hinrichtung im Libanon, die am Montag stattfand. Laut Amnesty International wurden bis Januar 2026 noch 85 Personen in Todeszellen festgehalten. Seit 2004 wurden im Land keine Hinrichtungen mehr durchgeführt, obwohl weiterhin Todesurteile erlassen wurden. Die neue Gesetzgebung beendet diese Praxis und bringt den Libanon in Einklang mit den wachsenden globalen Trends zur Abschaffung der Todesstrafe.
"Der Libanon ist damit das erste Land in der Region, das diesen Schritt unternimmt", erklärte er. Türk forderte andere Nationen im Nahen Osten auf, diesem Beispiel zu folgen und betonte, dass die Entscheidung ein Bekenntnis zum Recht auf Leben auch inmitten anhaltender Konflikte und Leiden widerspiegelt. Er stellte fest, dass das Gesetz nun vom Präsidenten ratifiziert werden muss, bevor es voll funktionsfähig wird.
Er lobte den Libanon dafür, dass er ein starkes Beispiel für andere Länder im Nahen Osten und darüber hinaus war und die globale Bewegung gegen die Todesstrafe verstärkte.
Ramzi Kaiss von Human Rights Watch nannte die Entscheidung einen "Meilenstein für die Menschenrechte im Land" und betonte das Ende einer brutalen und willkürlichen Form der Justiz. Er betonte, dass solche Strafen niemals hätte verhängt werden sollen. Frankreich lobte den Schritt ebenfalls, wobei Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte, dass die Abstimmung die Fähigkeit des Libanon zur Wahrung demokratischer Werte und Freiheiten, die seine Existenz untermauern, demonstrierte. Trotz dieser positiven Antworten bleibt der breitere Kontext des Nahen Ostens komplex. Während der Libanon in dieser Hinsicht die Region anführt, setzen die Nachbarstaaten die Todesstrafe weiterhin durch.
So hat der Iran allein im Jahr 2025 mehr als 2.000 Menschen hingerichtet, während Saudi-Arabien mehr als 350 Hinrichtungen durchgeführt hat. Jordanien hat kürzlich die Hinrichtungen nach einem neunjährigen Moratorium wieder aufgenommen und sechs Männer gehängt, die beschuldigt wurden, Sicherheitspersonal getötet zu haben. Sogar Israel, das die Todesstrafe längst ausgesetzt hat, hat eine umstrittene Gesetzgebung vorgeschlagen, die die Bestrafung von Palästinensern ermöglicht, die für tödliche Angriffe verurteilt wurden.
Mit der Abschaffung der Todesstrafe schließt sich der Libanon einer wachsenden Liste von Nationen an, die sich für die Beendigung einer der umstrittensten Formen der Bestrafung in der Welt einsetzen.
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