Eine Gruppenausstellung mit dem Titel Kunst gegen Rechts wurde im Berliner Stadtteil Friedrichshain eröffnet und positionierte sich vor den Regionalwahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gegen rechtsextremen Extremismus.
Sie betonten, dass Kunst angesichts solcher Bedrohungen nicht schweigen sollte und erklärten: Kunst macht da nicht mit! Die Ausstellung baut auf einer früheren Ausstellung im Jahr 2017 auf, die mit dem ersten Eintritt einer rechtsextremen Partei in das deutsche Bundestag seit 1960 zusammenfiel. Seitdem wurden zahlreiche Tabus in Frage gestellt, was die wachsende Besorgnis über die Normalisierung extremistischer Ideologien widerspiegelt.
Stattdessen balanciert die Ausstellung emotionale Engagement mit Dokumentarfilm-Stil Präsentation und subtilen Humor, eine geschichtete Reaktion auf zeitgenössische politische Spannungen bietet. Ein herausragendes Stück ist ein Glas Baseballschläger von Dresdener Künstler Thomas Judisch erstellt. Auf einem Holzrahmen montiert, erscheint das Objekt zunächst als eine wunderschön gefertigte Vase. Bei näherer Betrachtung zeigt seine Oberfläche jedoch eingravierte Tags und Logos, die Graffiti ähneln und auf Vorfälle von rechtsextremer Gewalt verweisen.
Die Fledermaus, ursprünglich ein Symbol der rechten Aggression während der deutschen Vereinigung in den frühen 1990er Jahren, wird durch Judischs Werk rekontextualisiert und zieht Parallelen zu alten mythologischen Symbolen wie dem Club des tragischen Helden Hercules. Trotz dieser künstlerischen Transformation trägt das Stück immer noch latente Spuren von Gewalt. Ein weiterer starker Beitrag kommt vom Berliner Musiker und Künstler Moritz Sturm, dessen 45-teilige Holzkohle-Portrait-Serie Todesopfer rechter Gewalt Opfer von rechtsextremen Angriffen in den drei Staaten dokumentiert, in denen die bevorstehenden Wahlen stattfinden werden.
Sturm nutzt diese Porträts, um Lücken in den offiziellen Aufzeichnungen und der Rechenschaftspflicht des Staates hervorzuheben und zu unterstreichen, wie Institutionen es versäumt haben, systemische Probleme anzugehen. Ein QR-Code ermöglicht den Besuchern den Zugriff auf biografische Informationen über die Opfer, darunter die von Dragomir Christel, einem 18-jährigen rumänischen Flüchtling, der im März 1992 in der Nähe von Rostock getötet wurde. In einer Erklärung argumentiert Sturm, dass Schweigen keine Option mehr ist und weist auf Veränderungen im gesellschaftlichen Diskurs hin, die es der rechtsextremen Rhetorik ermöglicht haben, in die Mainstream-Sprache einzudringen. Er kritisiert nicht nur die Popularität der Partei Alternative für Deutschland (AfD), sondern auch die breitere Akzeptanz giftiger Slogans, die die Mainstream-Politik nachahmen.
Sturm warnt davor, dass faktisches Wissen und wissenschaftliches Verständnis zunehmend durch irrationale Ängste ersetzt werden, was Raum für rassistische Ideologien schafft. Die Ausstellung zeigt auch großformatige Fahnen von Raul Walch, die außerhalb des Veranstaltungsortes ausgestellt sind. Diese Fahnen, obwohl fiktiv, spiegeln die symbolische Macht der nationalen Identität und das Potenzial für ideologische Manipulation wider.
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