Italien, das vor fast 40 Jahren durch ein Referendum für den Ausstieg aus der Kernenergie gestimmt hat, erwägt nun unter der Führung von Premierministerin Giorgia Meloni die Wiedereinführung der Atomenergie. Der verlassene Standort Montalto di Castro, der einst das fortschrittlichste Atomkraftwerk Italiens sein sollte, wurde nach dem Referendum umfunktioniert und beherbergt jetzt Solarmodule. Meloni zielt darauf ab, die Energieabhängigkeit zu reduzieren und die Klimaschutzziele der Europäischen Union durch Diversifizierung der Energiequellen zu erreichen. Die Regierung hat im Abgeordnetenhaus ein Rahmengesetz verabschiedet, von dem erwartet wird, dass auch der Senat es genehmigt. Experten warnen jedoch, dass der Bau neuer Reaktoren, insbesondere kleiner modularer Reaktoren (SMRs), aufgrund technologischer Einschränkungen und der Notwendigkeit, von Grund auf neu zu beginnen, mindestens 20 Jahre dauern wird.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert sowohl den Vorstoß der Regierung für die Kernenergie als auch die Skepsis der Experten hinsichtlich der Machbarkeit und des Zeitplans und bietet ausgewogene Perspektiven, ohne offen eine Seite zu bevorzugen.






