Die Behörden von Gujarat haben drei Personen festgenommen, die verdächtigt werden, zu rechten Gruppen zu gehören, nachdem sie Berichten zufolge die Teilnehmer einer Buchleseveranstaltung in Ahmedabad angegriffen hatten. Der Vorfall ereignete sich im Vastrapur Park, wo die Teilnehmer Bücher wie I Am Malala von Malala Yousafzai und The Diary of a Young Girl von Anne Frank lasen. Nach Polizeiberichten konfrontierten die Angreifer, die sich der Vishwa Hindu Parishad (VHP) und Bajrang Dal anschlossen, die Gruppe und griffen mehrere Teilnehmer körperlich an.
Bei der Veranstaltung waren etwa 20 Personen, darunter auch Frauen, versammelt, die für alle, die Bücher ihrer Wahl lesen wollten, zugänglich waren. Als sich die Gruppe zerstreute, näherte sich ein Kontingent von etwa 18 bis 20 Personen mit Hockeystäbchen und Safranflaggen der Versammlung. Sie riefen Slogans wie "Jai Shree Ram" und misshandelten Berichten zufolge die Teilnehmer. Die Konfrontation eskalierte zu einer körperlichen Auseinandersetzung, woraus zwei Personen leichte Verletzungen erlitten. Die Organisatoren der Sitzung erklärten, dass die Veranstaltung als Reaktion auf die umstrittene Entfernung von I Am Malala und The Diary of a Young Girl aus der obligatorischen Leseliste einer prominenten Privatschule in Ahmedabad organisiert wurde.
Die Schule hatte zunächst mit Protesten über die Aufnahme dieser Bücher konfrontiert, was zu ihrem Ausschluss aus dem Lehrplan führte. Die Bücher wurden jedoch später optional gemacht. Die Lesungssitzung, die vom Studenten- und Jugendkollektiv organisiert wurde, zielte darauf ab, diese Entscheidung in Frage zu stellen und die Meinungsfreiheit zu fördern. Die Polizei hat einen Ersten Informationsbericht (FIR) unter den Abschnitten der Bharatiya Nyaya Sanhita im Zusammenhang mit Ausschreitungen, rechtswidriger Versammlung und körperlichen Schäden eingetragen.
Die Gujarat-Einheit der Bajrang Dal veröffentlichte eine Erklärung in den sozialen Medien, in der behauptet wurde, dass sie sich zuvor gegen die Aufnahme des Buches von Malala Yousafzai in das Leseprogramm der Schule ausgesprochen habe, da sie die Position Indiens in Bezug auf die Kaschmir-Frage wahrgenommen habe. Die Organisation behauptete, dass sie nach anfänglichen Versuchen, die Öffentlichkeit aufzuklären, auf direkte Maßnahmen zurückgegriffen habe.
Die Entfernung von I Am Malala und The Diary of a Young Girl löste Debatten über Zensur und Meinungsfreiheit aus. Das Student- und Jugendkollektiv, das die Leseveranstaltung organisierte, betonte, dass die Veranstaltung dazu gedacht war, gegen die Entfernung der Bücher zu protestieren und sich für akademische Freiheit einzusetzen. Die Behörden haben bestätigt, dass im Zusammenhang mit dem Vorfall sechs Personen identifiziert wurden, von denen drei bereits in Gewahrsam sind.
Der Fall unterstreicht die andauernden Spannungen zwischen fortschrittlichen Bildungsinitiativen und konservativen Gruppen, die sich für traditionelle Werte einsetzen.
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