Iranische Frauen wenden sich zunehmend dem Einfrieren von Eizellen zu, da sie aufgrund sozialer, wirtschaftlicher und politischer Belastungen die Heirat und die Geburt verzögern. Die Praxis, die einst in erster Linie mit medizinischer Notwendigkeit verbunden war, gewinnt an Zugkraft bei Frauen, die befürchten, dass sie unter den derzeitigen Bedingungen niemals einen Partner finden oder Herausforderungen bei der Kindererziehung begegnen werden. Steigende Lebenshaltungskosten, begrenzte Arbeitsmöglichkeiten und die anhaltenden Auswirkungen des Krieges haben zu einem wachsenden Trend zur Verschiebung der Mutterschaft beigetragen. Viele Frauen betrachten jetzt das Einfrieren von Eizellen als Mittel, um zukünftige Fortpflanzungsoptionen zu sichern. Mina, eine 37-jährige Frau, entschied sich vor kurzem für das Verfahren, nachdem sie Schwierigkeiten hatte, eine stabile romantische Beziehung zu finden.
Sie erklärte, dass der Prozess ihr erlaubt, die Unsicherheit zu vermeiden, auf unbestimmte Zeit auf einen Partner zu warten. Ihre Entscheidung stieß auf gemischte Reaktionen von ihren Kollegen. Während einige Verständnis zum Ausdruck brachten, stellten andere ihre Wahl angesichts des schwierigen sozio-politischen Umfelds im Iran in Frage. Für alleinstehende Frauen, insbesondere solche, die sich an konservative Werte halten oder in traditionellen Gemeinschaften leben, hat das Einfrieren von Eizellen zusätzliche kulturelle Auswirkungen. Die Jungfräulichkeit bleibt ein heikles Thema, und einige Frauen fühlen sich unter Druck gesetzt, sie auch nach der Entscheidung, sich dem Verfahren zu unterziehen, aufrechtzuerhalten.
Mina erzählte eine Erfahrung während eines Besuchs bei einem Gynäkologen, bei der eine andere Patientin, die bereits Kinder hatte, sofort davon ausging, dass sie keine Jungfrau war, als sie erfuhr, dass sie unverheiratet war. Dies zeigt, wie tief verwurzelte gesellschaftliche Normen weiterhin persönliche Entscheidungen beeinflussen. Dr. Marzieh Sanoui Farimani, eine Spezialistin am Omid Fertility Center in Hamadan, stellte fest, dass Bedenken hinsichtlich des Verfahrens, das die Jungfräulichkeit beeinflusst, bei bestimmten Gruppen bestehen bleiben. Sie riet Frauen, vor der Entnahme von Eizellen eine Zertifizierung der forensischen Medizin einzuholen, was darauf hindeutet, dass einige glauben, dass der Prozess das Jungfernhäutchen beeinträchtigen könnte.
Diese Überzeugungen unterstreichen das komplexe Zusammenspiel zwischen medizinischer Wissenschaft und kulturellen Erwartungen. Die finanzielle Belastung durch das Einfrieren von Eizellen ist beträchtlich, was den Zugang für viele Frauen weiter erschwert. Mina berichtete, dass die anfänglichen Kosten für die Eizellentnahme allein zwischen 40 Millionen und 80 Millionen Tomans lagen, je nachdem, ob sie eine öffentliche oder private Einrichtung wählte. Zusätzliche Ausgaben umfassen Medikamente, die bis zu 70 Millionen Tomans kosten können, wenn sie zum vollen Preis gekauft werden.
Die Erlangung der notwendigen Medikamente erwies sich jedoch als eine Herausforderung und erforderte umfangreiche Recherchen in mehreren Apotheken. Nasrin, eine andere Frau, die sich der Prozedur im Alter von 38 Jahren unterzog, beschrieb den Prozess als zeitaufwendig und finanziell erschöpfend. Im Laufe von sechs Monaten sah sie sich mit steigenden Preisen und Schwierigkeiten bei der Beschaffung der erforderlichen Medikamente konfrontiert. Trotz dieser Hindernisse betonte sie die Bedeutung des Verfahrens für die Erhaltung der zukünftigen Fruchtbarkeit.
Diese Politik zielt darauf ab, Frauen zu unterstützen, die reproduktive Dienstleistungen suchen, einschließlich des Einfrierens von Eizellen. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist jedoch noch ausstehend, so dass viele Frauen die finanziellen und logistischen Hürden unabhängig meistern müssen. Da das durchschnittliche Heiratsalter weiter ansteigt, wird die Notwendigkeit für zugängliche und erschwingliche reproduktive Gesundheitslösungen immer dringender.
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