Fünf Jahre nach der Übernahme der Kontrolle über Afghanistan erweitert die Taliban-Regierung ihre diplomatische Reichweite weiter, obwohl sie von den meisten Weltmächten nicht anerkannt wird. Nur Russland erkennt das Regime offiziell an, das wegen seiner restriktiven Politik gegenüber Frauen und Mädchen anhaltenden internationalen Kritik ausgesetzt ist. Die Vereinten Nationen haben den Ansatz der Taliban als "Gender-Apartheid" beschrieben und die weit verbreiteten Verbote für die Bildung von Frauen und die Teilnahme am öffentlichen Leben angeführt.
Frauen sind seit der Rückkehr der Taliban aus der Sekundarstufe ausgeschlossen worden. Diese Zahl entspricht einem Anstieg von 200.000 im Vergleich zum Vorjahr und könnte bis 2030 auf fast vier Millionen ansteigen, wenn die derzeitigen Trends anhalten.
Im Jahr 2001 war der Zugang zu Bildung für Mädchen stark eingeschränkt, aber bis 2021 wurden fast eine Million Mädchen in die Sekundarstufe eingeschrieben. Jetzt, unter der Herrschaft der Taliban, wurde diese Chance für Millionen junger Frauen effektiv ausgelöscht. Die Auswirkungen reichen weit über die Klassenzimmer hinaus. Eine von der Taliban gesponserte Umfrage ergab, dass 90% der afghanischen Männer glauben, dass Mädchen die Sekundarstufe besuchen sollten, wobei fast zwei Drittel es für "heilig" halten, dass Väter die Ausbildung ihrer Töchter unterstützen. Trotz dieser öffentlichen Stimmung unterdrücken die Taliban weiterhin die Autonomie der Frauen und beschränken ihre Fähigkeit zu arbeiten, sich frei zu bewegen und an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.
Die allgemeine Bildungskrise in Afghanistan hat sich vertieft, da mehr als die Hälfte der Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule gehen. Mehr als 90% der 10-Jährigen haben laut UNESCO Schwierigkeiten, selbst einfache Texte zu lesen.
Während einige Nationen Sanktionen und diplomatische Isolation aufrechterhalten, suchen andere den Dialog, in der Hoffnung, schrittweise Reformen zu fördern. Die Taliban haben jedoch wenig Kompromissbereitschaft gezeigt und darauf bestanden, dass ihre Politik mit islamischen Prinzipien übereinstimmt. Während sich die Situation entwickelt, bleiben die langfristigen Auswirkungen auf die Zukunft Afghanistans, sowohl sozial als auch wirtschaftlich, unsicher. Im Moment bleibt der Fokus auf den anhaltenden Kampf für Grundrechte, insbesondere für Frauen und Mädchen, deren Zukunft auf dem Spiel steht.
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