Fernando Ferrando, Präsident der Stiftung für Erneuerbare Energien, und Ismael Morales, sein Leiter der Klimapolitik, haben die Entscheidung der spanischen Regierung kritisiert, die Betriebsdauer des Kernkraftwerks Almaraz bis 2030 zu verlängern.
Die Verlängerung der Lebensdauer von Almaraz erfolgt angesichts der laufenden Bemühungen, die nationale Energiepolitik an die internationalen Klimaziele anzupassen. Laut Ferrando hat die Regierung ihre Darstellung geändert, ohne eine technische Begründung für die Aufrechterhaltung der Anlage zu liefern. Er wies darauf hin, dass die Verlängerung von Almaraz den potenziellen Beitrag der erneuerbaren Energien ab 2029 um bis zu 14 Terawattstunden oder bis 2028 um 7 Terawattstunden reduzieren würde. Dies könnte zu unterdrückten Preisen im Photovoltaik-Sektor führen und Investitionen in saubere Energieprojekte untergraben. Morales fügte hinzu, dass die Verlängerung die Schlüsselkomponenten des spanischen Nationalen Integrierten Energie- und Klimaplans (PNIEC) effektiv zunichte macht.
Der Plan legt verbindliche Ziele für die Reduzierung von Emissionen und die Erhöhung der Kapazität erneuerbarer Energien fest, und der längere Betrieb von Almaraz bedroht diese Ziele. Er warnte davor, dass diese Änderung eine Kettenreaktion auslösen könnte, die die strategische Roadmap des PNIEC und seine erwartete Aktualisierung im Jahr 2028 gefährden würde.
Ferrando stellte fest, dass die Stromversorger die Investitionen in erneuerbare Energien verlangsamen und bestehende Vermögenswerte verkaufen. Die Erweiterung von Almaraz, sagte er, passt in diesen Trend, indem sie die Installation neuer Solaranlagen blockiert, insbesondere in Extremadura, wo sich das Kraftwerk befindet. Morales betonte, dass die PNIEC sich auf die Stilllegung alter Anlagen innerhalb festgelegten Fristen stützt, um Platz für neue Technologien wie Speicherung und flexible Netzsysteme zu schaffen. Der weitere Betrieb von Almaraz untergräbt diesen Prozess und schafft Hindernisse für den Einsatz erneuerbarer Energien und der damit verbundenen Infrastruktur.
Ferrando betonte, dass die Regierung sich an den gesetzlichen Rahmen des Klimawandelgesetzes halten muss, um die Kohärenz und Zuverlässigkeit der Energiepolitik zu gewährleisten. Die Rolle von Übertragungsnetzbetreibern wie Red Eléctrica de España (REE) wurde unter die Lupe genommen. Ferrando betonte, wie diese Unternehmen das Tempo der Energiewende durch ihre Autorität über Netzanschlüsse und Modifikationen kontrollieren. Verzögerungen bei der Genehmigung neuer Anlagen, wie Hybridkraftwerke oder Batteriespeicher, können sich über die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen hinaus erstrecken. Dies gibt ihnen einen erheblichen Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der sich der Energiemarkt entwickelt.
Ferrando wies außerdem auf einen besonderen Aspekt des sogenannten "verstärkten Betriebs" hin, einen Sicherheitspuffer, der von REE nach früheren Stromausfällen implementiert wurde.
Trotz dieser Herausforderungen erkannten sowohl Ferrando als auch Morales Fortschritte bei der Anerkennung der Bedeutung erneuerbarer Energien bei Versorgungs- und Ölunternehmen an.Sie äußerten sich optimistisch, dass diese Unternehmen zunehmend die Unvermeidlichkeit einer grünen Zukunft verstehen, obwohl das Tempo der Transformation weiterhin von denjenigen kontrolliert wird, die das Netz und die Marktstrukturen verwalten.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden