Ein ehemaliger oberster leitender Angestellter von Abercrombie & Fitch, Michael Jeffries, wurde von einem Bundesrichter als geistig in der Lage befunden, in einem Fall des Sexhandels vor Gericht zu stehen.
Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass er und zwei Mitangeklagten, sein Partner Matthew Smith und ein Mitarbeiter James Jacobson das Versprechen der Modellierungsmöglichkeiten genutzt haben, um Männer in Drogen-getriebene Sexpartys in New York City, den Hamptons und anderen Gebieten zu locken. Der Fall basiert auf Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens, die zuvor in einer Zivilklage und Medienberichten erhoben wurden. Während seiner Zeit im Bundesgefängnis Krankenhaus in Butner, North Carolina, wurde Jeffries von medizinischen Fachleuten bewertet und führte umfangreiche Telefongespräche mit seinem Rechtsteam, seinem Partner und anderen. Diese Interaktionen bildeten zusammen mit Expertenberichten die Grundlage der Entscheidung des Richters.
Choudhury stellte fest, dass Jeffries ein klares Verständnis der Gerichtsverfahren, der Rollen der juristischen Teilnehmer und der grundlegenden Elemente des Falles gezeigt hat. Jeffries Verteidigung hatte argumentiert, dass seine kognitiven Beeinträchtigungen, darunter Alzheimer, Lewy-Körper-Demenz und eine traumatische Hirnverletzung, ständige Pflege erforderten. Medizinische Experten bezeugten, dass seine Zustände fortschreitend und irreversibel waren, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise nie wieder genügend geistige Kapazität erlangen würde, um sinnvoll an einem Prozess teilzunehmen. Dies führte dazu, dass der Richter seine Aufnahme ins Krankenhaus für eine weitere Beurteilung anordnete.
Nach etwa vier Monaten Behandlung erklärten die Bundesbehörden Jeffries im Dezember für geistig fit, um mit seinem Prozess fortzufahren. Seine Anwälte äußerten sich nicht öffentlich zu dem Urteil, sondern erklärten, dass alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Fall im Gerichtssaal behandelt werden. Jeffries bleibt auf Kaution frei und soll Ende Oktober zusammen mit Smith und Jacobson vor Gericht stehen. Das Trio hat sich zu den Anklagepunkten, darunter Sexhandel und zwischenstaatliche Prostitution, nicht schuldig erklärt.
Der Fall hat Vergleiche zu früheren Vorwürfen des Fehlverhaltens gegen Jeffries gezogen, der 2014 nach über zwei Jahrzehnten bei Abercrombie & Fitch seine Rolle aufgab. Jeffries spielte eine entscheidende Rolle bei der Umgestaltung von Abercrombie & Fitch von einem Einzelhändler für Outdoor-Ausrüstung zu einem Symbol der Teenager-Mode in den frühen 2000er Jahren. Seine Führung half, den charakteristischen Preppy-Stil und die provokative Werbung der Marke zu etablieren und sie zu einer kulturellen Ikone unter jungen Verbrauchern zu machen. Jetzt steht er vor schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen, die mit angeblich kriminellem Verhalten außerhalb seines beruflichen Vermächtnisses verbunden sind.
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