Die britische Regierung erwägt angeblich, ihr Ziel für den Verkauf von Elektrofahrzeugen (EV) deutlich zu senken und den Anteil der neuen Autos, die bis 2030 von 80% auf 50% elektrisch sein müssen, möglicherweise zu senken. Laut einer Analyse von Carbon Brief könnte diese Änderung die britischen Verbraucher bis 2030 jährlich zusätzlich 3 Milliarden Pfund kosten. Der Schritt folgt auf monatelangen Lobbyarbeit von Teilen der Automobilindustrie, die argumentieren, dass das derzeitige Zero-Emission-Fahrzeug (ZEV) -Mandat zu streng ist und die Hersteller dazu zwingt, große Rabatte anzubieten, um die Verkaufsziele zu erreichen.
Derzeit erfordert das ZEV-Mandat, dass 33% der Neuwagenverkäufe im Vereinigten Königreich bis 2026 batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) sind, die bis 2030 auf 80% steigen. Den Automobilherstellern werden jedoch bestimmte "Flexibilitäten" gewährt, die das Ziel bis 2026 effektiv auf rund 25% des Umsatzes senken. Wenn die Regierung einen Vorschlag zur Senkung des Ziels bis 2030 auf 50% vorlegt und die Automobilhersteller mehr Flexibilität nutzen, könnte es bis 2030 bis zu drei Millionen weniger BEVs auf den Straßen des Vereinigten Königreichs geben. Dies würde bedeuten, dass die Anzahl der für die Verbraucher vollständig verfügbaren Elektrofahrzeuge erheblich sinken würde, was sich sowohl auf die Umweltziele als auch auf die Verbraucherentscheidungen auswirkt.
Die potenziellen finanziellen Auswirkungen der Schwächung des ZEV-Mandats sind erheblich. Carbon Brief schätzt, dass BEVs jährlich etwa £ 1.100 billiger zu betreiben sind als Benzinwagen, hauptsächlich aufgrund der niedrigeren Kraftstoffkosten. Wenn man die Gesamtkosten des Eigentums, einschließlich Kaufpreis, Versicherung und vorgeschlagenen Pay-per-Mile-Gebühren, berücksichtigt, sind BEVs mehr als £ 1.000 billiger als Benzinwagen oder Plug-in-Hybriden. Ein schwächeres Mandat könnte somit zu einem jährlichen Gesamtkostenanstieg von £ 3 Milliarden für britische Fahrer bis 2030 führen. Diese Zahl beinhaltet sowohl direkte Kosten für einzelne Eigentümer als auch breitere wirtschaftliche Auswirkungen, wie z. B. eine erhöhte Abhängigkeit von importiertem Öl und höhere nationale Emissionen.
Die Abkehr von ambitionierten EV-Zielen könnte auch die Fähigkeit des Landes beeinträchtigen, seine internationalen Klimaverpflichtungen zu erfüllen. 5% der gesamten Emissionen des Landes für dieses Jahr. Darüber hinaus könnte das Vereinigte Königreich mit einem Anstieg der Ölimporte von 17 Millionen Barrel konfrontiert sein, was 8% seiner prognostizierten Nettoimporte entspricht. Diese Änderungen würden die Bemühungen um den Übergang zu einem sauberen Transportsektor und die Anpassung an die globalen Dekarbonisierungsziele untergraben.
Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) argumentiert, dass das aktuelle ZEV-Mandat zu übermäßigen Rabatten auf Elektrofahrzeuge führt, wobei die Mitglieder aufgrund der Notwendigkeit, Ziele zu erreichen, Verluste von Milliarden Pfund berichten. Sie behaupten, dass das Mandat die Kosten für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen erhöht. Im Gegensatz dazu betont die Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU), dass das Mandat entscheidend ist, um Emissionsreduktionen zu erreichen und das Wachstum des Elektrofahrzeugsektors zu unterstützen.
In der Zwischenzeit warnen Klimaschützer und EV-Unterstützer, dass die Lockerung des ZEV-Mandats schwerwiegende Folgen für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben könnte. Sie argumentieren, dass die derzeit hohen Rabatte nicht nur auf regulatorische Anforderungen zurückzuführen sind, sondern Teil einer breiteren Wettbewerbslandschaft sind.
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