Nach Angaben der örtlichen Polizeibehörden und des Bundeskriminalamts (BKA) wurden über 100 Fälle von Verdacht auf Beteiligung ausländischer Staaten an Drohnenüberwachung und Sabotageaktivitäten ermittelt. Die Vorfälle erstrecken sich über mehrere Regionen, wobei einige mit angeblichen russischen Geheimdienstoperationen in Verbindung stehen. Ein bemerkenswerter Fall ereignete sich am 11. Dezember 2025 während einer militärischen Feier in der Immelmann-Kaserne in Celle, Niedersachsen, als Soldaten einen Schwarm Drohnen über den Kopf flogen. Der Vorfall wurde in einem vertraulichen Bericht über Spionage- und Sabotageverdacht, den das BKA regelmäßig vorbereitet, als "bedeutender Fall" bezeichnet.
In den folgenden Tagen wurden weitere Sichtungen in der Nähe der Kaserne und später über dem nahe gelegenen Flughafen in Faßberg gemeldet. Der Verdacht auf eine Beteiligung eines ausländischen Staates hat zu formellen Ermittlungen nach § 87 des deutschen Strafgesetzbuches geführt, die von ausländischen Agenten durchgeführte Sabotageakte anspricht. Ein hoher Offizier des deutschen Militärs äußerte unmittelbar nach der ersten Sichtung Zweifel und deutete auf eine mögliche Beteiligung Russlands hin.
Dieser Fall ist einer von mehreren, die die Behörden veranlasst haben, Berichte bei der Political Crime Reporting Unit (KPMD-PMK) einzureichen, einer spezialisierten Abteilung, die sich mit politisch motivierten Verbrechen befasst. Laut einer Umfrage von CORRECTIV wurden im Jahr 2025 landesweit mindestens 104 solcher Fälle gemeldet, was einen deutlichen Anstieg der wahrgenommenen Bedrohungen durch ausländische Akteure bedeutet. Die Häufigkeit dieser Vorfälle hat öffentliche Debatten ausgelöst, insbesondere in den Medien und unter politischen Persönlichkeiten, die oft über die Rolle Russlands bei solchen Aktivitäten spekulieren.
Während frühere Berichte auf diese Möglichkeit hingewiesen hatten, bieten die neuesten Daten den ersten umfassenden Überblick darüber, wie häufig deutsche Strafverfolgungsbehörden die Beteiligung ausländischer Staaten an Drohnen-bezogenen Aktivitäten untersuchen. Die Informationen kommen inmitten erhöhter Spannungen zwischen Deutschland und Russland, wobei viele Beobachter den wachsenden Einfluss russischer Taktiken, einschließlich Desinformationskampagnen und strategischer Allianzen mit bestimmten politischen Gruppen, feststellen.
In Schleswig-Holstein wurden 31 Fälle von mutmaßlicher Aktivität ausländischer Agenten mit Drohnen festgestellt, die höchste Zahl unter allen Bundesländern. Dazu gehörte die Festnahme des Frachtschiffs Scanlark im August 2025 nach Bedenken, dass die Drohne vom Schiff stammen könnte. Der Vorfall unterstrich, inwieweit die Seegebiete entlang der Nord- und Ostsee auf potenzielle Sicherheitsbedrohungen überwacht werden. In anderen Regionen dominieren Drohnenfälle die Statistiken.
So listete das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) im Jahr 2025 21 Vorfälle nach § 87 auf, die alle mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine in Verbindung standen und Drohnen betroffen waren.
Eine frühere Untersuchung von CORRECTIV ergab, dass zwölf Einträge nach Abschnitt 87 im Jahr 2025 absichtliche Schäden an der Verkehrsinfrastruktur beinhalteten, was darauf hindeutet, dass Drohnen zwar eine herausragende Rolle spielen, aber nicht die einzige Methode sind, die von mutmaßlichen ausländischen Agenten verwendet wird. Diese Vielfalt an Angriffsmethoden spiegelt die sich entwickelnde Natur moderner Sicherheitsbedrohungen und die Herausforderungen wider, denen sich die Strafverfolgungsbehörden bei der Identifizierung und Reaktion darauf stellen müssen.
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