Der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa hat den ehemaligen Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Ferhat Abdi Şahin, auch bekannt als Mazloum Abdi, zum Präsidentenberater ernannt, was einen entscheidenden Moment in Syriens Übergang nach Bashar Assad signalisiert. Die Ernennung, die in einem von al-Sharaa unterzeichneten und von der staatlichen Nachrichtenagentur SANA veröffentlichten Dekret formalisiert wurde, erfolgte nur wenige Tage nachdem Abdi die Auflösung der SDF angekündigt hatte, einer mächtigen kurdisch geführten Koalition, die seit Jahren im Nordosten Syriens weitgehend unabhängig operiert hatte. Dieser Schritt markiert eine signifikante Verschiebung des Machtverhältnisses im Land, da die neue syrische Regierung die Kontrolle über alle Regionen und Bevölkerungen konsolidieren will.
Der verwendete Name spiegelt eine der vielen Identitäten wider, die Abdi zugeschrieben werden, der seit seiner Gründung eine Schlüsselfigur der SDF ist. Seine Benennung als Präsidentenberater folgt der Ankündigung der SDF am 25. August, dass sie ihre militärischen und administrativen Strukturen auflösen und in den syrischen Staatsapparat integrieren würde. Laut Abdi wurde dieser Prozess mit der Einbeziehung der SDF-Truppen in die syrische Armee abgeschlossen, ein entscheidender Schritt zur Vereinigung der Sicherheitsinfrastruktur des Landes unter der Autorität von Damaskus. Die Integration der SDF stellt einen wichtigen strategischen Sieg für die Regierung von al-Sharaa dar, die nach dem Sturz von Bashar Assad Ende 2024 entstand.
Das neue Regime arbeitet an der Wiederherstellung einer zentralisierten Regierungsführung in Syrien, die während des jahrzehntelangen Bürgerkriegs zersplittert war. Die Einbeziehung der SDF, die lange als halbautonom angesehen wurde, in die nationale Militärstruktur wird als ein entscheidender Schritt zur Erreichung dieses Ziels angesehen.
Am 27. August genehmigte das Bildungsministerium die Kurdischunterricht in öffentlichen und privaten Schulen in Gebieten, in denen Kurden einen erheblichen Teil der Bevölkerung ausmachen. Diese Entscheidung steht im Einklang mit einem früheren Dekret von al-Sharaa, das Kurdisch als Nationalsprache anerkennt und die Rechte der kurdischen Gemeinschaft Syriens bekräftigt. Diese Schritte stellen eine Abkehr von früheren Politiken dar, die die kurdische Minderheit marginalisierten, die historisch mit systematischer Diskriminierung konfrontiert waren. Abdi hat betont, dass die administrative Integration der SDF in den syrischen Staat abgeschlossen ist, der Kampf um die Sicherung der kurdischen Rechte im neuen verfassungsmäßigen Rahmen aber weitergeht.
Er erklärte, dass die kurdische Bevölkerung, die auf rund 2 Millionen von insgesamt etwa 20 Millionen Syrer geschätzt wird, ihre kulturellen und politischen Bestrebungen in der zukünftigen Regierungsführung des Landes widerspiegeln muss. In der Zwischenzeit forderte die Partei der Gleichheit und Demokratie der Menschen (DEM) in der Türkei eine engere Zusammenarbeit mit kurdischen politischen Führern in Syrien, darunter Abdi und İlham Ahmed, ein ehemaliger Co-Vorsitzender der Autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES).
Der im Oktober 2024 eingeleitete kurdische Friedensprozess in der Türkei zielt darauf ab, den jahrzehntelangen Konflikt mit der PKK zu lösen. Zu den jüngsten Entwicklungen gehören die Einrichtung von parlamentarischen Kommissionen zur Überwachung der rechtlichen Aspekte der Friedensgespräche und die Verabschiedung des Rahmengesetzes im August 2025.
Doğan äußerte die Hoffnung, dass die erfolgreiche Integration der SDF in den syrischen Staat als Vorbild für die Lösung von Konflikten durch Diplomatie und rechtliche Rahmenbedingungen anstelle von anhaltender Gewalt dienen würde. Sie unterstrich auch die Bedeutung der Einbeziehung von Frauen in politische und diplomatische Diskussionen, was einen breiteren Schub für Inklusivität im Friedensprozess widerspiegelt. Die Integration der SDF in das syrische Militär und die Anerkennung der kurdischen sprachlichen und kulturellen Rechte markieren einen Wendepunkt in der politischen Landschaft Syriens.
Während die neue Regierung voranschreitet, bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese Politik in dauerhafte Reformen umsetzt und ob sie die Spannungen mit anderen regionalen Mächten verringern wird.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden