Die italienische Regierung hat eine neue Regulierungsschwelle eingeführt, um kleine Unternehmen vor administrativen Sanktionen zu schützen, die sich aus geringfügigen Diskrepanzen zwischen Zahlungsdaten ergeben, die über POS-Systeme und Steuererklärungen erfasst werden. Diese Maßnahme, die in das jüngste Omnibus-Erlass (Dlgs 148/2026) eingebettet ist, legt eine Toleranzmarge von 5% für Fehler fest, die sich aus unbeabsichtigten Diskrepanzen zwischen der Anzahl der mit elektronischen Zahlungen erfassten Transaktionen und der tatsächlichen Anzahl der akzeptierten Zahlungen ergeben.
Die Verordnung trat im Januar in Kraft, die vollständige operative Umsetzung begann im März. Seitdem hat sie zu einer spürbaren Zunahme der Entdeckung von Diskrepanzen geführt, wobei zwischen den in den Steuereinnahmen erfassten Beträgen und den Beträgen, die von Januar bis Mitte Juli über elektronische Zahlungsterminals verarbeitet wurden, Unterschiede im Wert von über 9 Milliarden Euro festgestellt wurden. Diese Diskrepanzen treten häufig während der Hauptverkehrszeiten in Restaurants und Cafés auf, wo manuelle Eingabefehler oder gespaltene Zahlungen, wie z. B. mehrere Personen, die in einer Gruppe unterschiedlich bezahlen, üblich sind.
Das Gesetz wurde von Mehrheitsparteien vorangetrieben, die zuvor versucht hatten, ähnliche Schutzmaßnahmen in frühere Gesetzgebungsvorschläge aufzunehmen und sie später der Regierung im Rahmen des Omnibus-Prozesses vorzuschlagen. Die 5%-Toleranz gilt speziell für Situationen, in denen es eine Diskrepanz zwischen der Anzahl der mit elektronischen Zahlungen registrierten Transaktionen und der Anzahl der tatsächlich akzeptierten Zahlungen gibt.
Nach den bisherigen Vorschriften könnten Händlern für jede Instanz unvollständiger oder ungenauer Datenübermittlung eine Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro pro Quartal auferlegt werden, die sich in Umgebungen mit hohem Volumen schnell ansammeln könnte.
Wenn der Gesamtwert der streitigen Transaktionen 50.000 Euro überschreitet, kann die Aussetzung bis zu sechs Monate verlängert werden. Die neue Regel stellt sicher, dass diese strengeren Maßnahmen nicht automatisch für geringfügige, unbeabsichtigte Fehler angewendet werden. Die Gesetzgebung wurde auf der Grundlage von Beiträgen von Branchenverbänden geformt, die sich seit langem für eine größere Flexibilität bei der Bearbeitung kleiner Diskrepanzen ausgesprochen haben. Der überarbeitete Rahmen spiegelt einen Kompromiss zwischen strenger Durchsetzung und praktischen Erwägungen für Unternehmen wider, insbesondere in Branchen, in denen menschliches Versagen häufig vorkommt.
Durch die Einführung dieser Toleranz versucht die Regierung, die Aufsicht über die Regulierung mit den Realitäten des täglichen Handels in Einklang zu bringen und das Risiko einer unverhältnismäßigen Bestrafung für unbeabsichtigte Fehler zu verringern.
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