Laut einer neuen internationalen Studie, die in der Zeitschrift Earth's Future veröffentlicht wurde, könnte der Klimawandel die Kosten für Weizen erheblich erhöhen und möglicherweise seinen Preis verdreifachen. Die Forscher analysierten historische Daten und prognostizierten zukünftige Trends auf der Grundlage von Klimamodellen und stellten fest, dass eine starke Wasserknappheit, die mit steigenden globalen Temperaturen verbunden ist, zu erheblichen Preiserhöhungen führen könnte. Die Studie unterstreicht die wachsende Anfälligkeit der globalen Weizenmärkte für Dürre und betont, dass die Auswirkungen des Klimawandels weit über Umweltbelange hinausgehen und sich direkt auf die Ernährungssicherheit und die wirtschaftliche Stabilität auswirken.
Olesen von der Aarhus Universität untersuchte die Beziehung zwischen Dürrebedingungen und Weizenpreisen im Zeitraum von 2000 bis 2021. Ihre Ergebnisse zeigten, dass rund 74% der jährlichen Schwankungen der globalen Weizenpreise auf das Ausmaß der schweren Wasserknappheit zurückzuführen sind. Diese Korrelation war am stärksten für Weizen im Vergleich zu anderen wichtigen Kulturen wie Mais und Reis, was darauf hindeutet, dass Weizen einzigartig anfällig für die Auswirkungen von klimabedingter Dürre ist. Die Studie führte eine neue Metrik namens Severe Water Scarcity (SWS) ein, die den Anteil des globalen Ackerlandes bewertet, der während kritischer Wachstumsphasen von Dürre betroffen ist.
Durch die Verfolgung von gleichzeitigen Dürreereignissen in mehreren Regionen zeigten die Forscher, wie ein zusammengesetzter Wasserstress die weltweite Weizenversorgung stören und die Marktpreise in die Höhe treiben kann. Gemäß den aktuellen Klimaprojektionen prognostiziert die Studie, dass sich die schwere Wasserknappheit in mehr Weizen produzierenden Regionen der Welt ausweiten wird, wenn die Temperaturen weiter steigen. Bei etwa 2 Grad globaler Erwärmung würde der geschätzte durchschnittliche Weizenpreis etwa 273 US-Dollar pro Tonne erreichen, während bei 3 Grad er auf etwa 364 US-Dollar pro Tonne steigen könnte, was ungefähr dreimal so hoch ist wie der inflationsbereinigte Preis von 2010.
Diese Zahlen unterstreichen die potenziellen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere für Bevölkerungen, die auf Weizen als Nahrungsmittel angewiesen sind. Olesen betonte, dass die Auswirkungen dieser Ergebnisse über die Landwirtschaft hinausgehen und die dringende Notwendigkeit koordinierter internationaler Bemühungen zur Bekämpfung der Dürre als transnationaler Problem hervorheben. Während die Dürre eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Weizenpreise spielt, erkennt die Studie an, dass andere Faktoren, einschließlich der Energie- und Düngemittelkosten, des Getreides, der Handelspolitik und der geopolitischen Spannungen, auch die Marktdynamik beeinflussen.
Dennoch fügt die Identifizierung einer klimatisch bedingten Komponente, die bisher schwer zu quantifizieren war, dem Verständnis der globalen Volatilität der Nahrungsmittelpreise eine neue Dimension hinzu. Die Forscher argumentieren, dass ihre Ergebnisse wertvolle Einblicke für politische Entscheidungsträger, Ökonomen und Landwirte bieten, die die Risiken durch immer häufigere und schwerwiegende Dürreereignisse mindern wollen.
Die Donau in Nordbulgarien ist so dramatisch zurückgegangen, dass alte Überreste, darunter auch die eines mutmaßlichen Wollmammuts, aus dem Flussbett aufgetaucht sind.
Wissenschaftler warnen davor, dass längere Zeiträume mit reduziertem Wasserfluss zu ökologischen Krisen beigetragen haben, einschließlich des Massensterbens von Fischen, der Zerstörung von Feuchtgebieten und der schädlichen Algenblüte. Da die Bewässerung fast 90% des Wasserverbrauchs in der Region ausmacht, bleibt die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Praktiken unter zunehmend trockenen Bedingungen ein dringendes Anliegen. Da die globalen Temperaturen weiter steigen, werden die miteinander verbundenen Herausforderungen der Wasserknappheit, der Ernährungssicherheit und der wirtschaftlichen Stabilität größere Aufmerksamkeit und kollaborative Lösungen erfordern.
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