Die Europäische Kommission hat dem chinesischen Online-Marktplatz AliExpress eine Geldbuße in Höhe von 550 Millionen Euro auferlegt, weil er es versäumt hat, illegale Produkte von seiner Plattform zu entfernen. Die Strafe wurde angekündigt, nachdem behauptet wurde, dass gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika trotz wiederholter Warnungen wochenlang auf der Website verblieben seien. Nach Angaben der Kommission zirkulierten diese Artikel weiterhin, auch nachdem sie als nicht konform mit den EU-Vorschriften gekennzeichnet worden waren. AliExpress, das unter der Alibaba-Gruppe tätig ist, reagierte auf die Geldbuße, indem es erklärte, dass es der Entscheidung oder der "unverhältnismäßigen" finanziellen Strafe nicht zustimmt.
Das Unternehmen behauptete, dass die Geldstrafe nicht die wesentlichen Verbesserungen widerspiegelte, die es bereits zur Einhaltung der Vorschriften vorgenommen hatte. Es fügte hinzu, dass es die Entscheidung sorgfältig überprüft und alle verfügbaren Optionen in Betracht zieht. Das Unternehmen betonte, dass es weiterhin daran arbeitet, die Einhaltung der EU-Standards sicherzustellen. Die Europäische Kommission argumentierte, dass AliExpress nicht genügend Maßnahmen ergriffen hat, um die Verbraucher in der EU vor illegalen Waren zu schützen. Die Kommission stellte fest, dass einige Verkäufer, die für den Verkauf verbotener Gegenstände bestraft werden sollten, ihre Geschäftstätigkeit weiterhin fortsetzen konnten. Dies deutet darauf hin, dass die Plattform ihre Regeln gegen solche Aktivitäten nicht effektiv durchsetzte.
Die Geldbuße ist die bislang höchste nach dem Digital Services Act (DSA), liegt aber deutlich unter der potenziellen Höchststrafe von über sieben Milliarden Euro. Ein europäischer Beamter erklärte, dass die Geldbuße bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes der gesamten Alibaba-Gruppe betragen könnte. Basierend auf Zahlen der Europäischen Kommission wurde der Gesamtumsatz der Gruppe im vergangenen Jahr auf etwa 120 Milliarden Euro geschätzt. Ähnliche Klagen richteten sich gegen andere chinesische E-Commerce-Plattformen, die in Europa tätig sind. Vor kurzem erhob die EU-Kommission eine Geldbuße von 200 Millionen Euro gegen eine andere Plattform, Temu, für ähnliche Verstöße.
Die Kommission warnte davor, dass EU-Verbraucher auf der Plattform von Temu häufig mit illegalen Produkten konfrontiert sind. Diese Fälle unterstreichen eine breitere Besorgnis über die Durchsetzung der Verbraucherschutzgesetze gegen große internationale Märkte. Die Kommission kritisierte AliExpress wegen unzureichender Personalbesetzung in ihren Qualitätskontrollprozessen. Laut Berichten übersteigt die Anzahl der Produkte, die eine Überprüfung erfordern, die Kapazität des Teams, das für die Überwachung verantwortlich ist.
Die EU-Kommissarin für digitale Angelegenheiten, Henna Virkkunen, erklärte, dass die Praktiken von AliExpress die Verbraucher in Europa gefährden und auch unfair gegenüber Unternehmen sind, die alle geltenden Gesetze einhalten.
Online-Einzelhändler wie AliExpress, Temu und Shein sind in Europa zunehmend einflussreich, was zu einem Anstieg der Paketzustellungen durch den Zoll führt. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die EU diesen Monat eine neue Steuer eingeführt, die drei Euro pro Paket im Wert von weniger als 150 Euro berechnet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Transparenz zu erhöhen und den Zustrom potenziell illegaler Waren in die Region zu reduzieren. AliExpress hat bis zum 20. Oktober Zeit, der Europäischen Kommission einen Korrekturaktionsplan vorzulegen. Wenn die Kommission die vorgeschlagenen Maßnahmen als unzureichend erachtet, könnten weitere Strafen oder rechtliche Schritte folgen.
Das Ergebnis dieses Falles wird voraussichtlich die künftigen Regulierungsansätze für große internationale E-Commerce-Plattformen, die in der EU tätig sind, beeinflussen.
1 Berichte
SRF NewsStaatlich / öffentlichMitteFaktentreue 85Objektivität 70vor 15 Std. Chinesischer Onlinemarktplatz – EU verhängt 550 Millionen Euro Strafe gegen AliexpressDie Europäische Kommission hat AliExpress, einem chinesischen Online-Marktplatz, eine Strafe von 550 Millionen Euro auferlegt, weil der Dienst illegale Produkte wie gefälschte Kleidung, unsichere Spielzeug und gefährlichere Kosmetik nicht ausreichend entgegenwirkte. AliExpress begrüßte die Entscheidung als unverhältnismäßig und betonte, dass das Unternehmen bereits bedeutende Verbesserungen vorgenommen habe. Laut der Kommission reichten jedoch nicht nur die Maßnahmen des Unternehmens aus, um Verbraucher in der EU effektiv vor illegalen Produkten zu schützen. Die Strafe ist zwar die höchste bislang unter dem Gesetz über digitale Dienste (DSA), aber liegt deutlich unter der theoretisch möglichen Höchststrafe von über sieben Milliarden Euro. Ähnlich wie bei AliExpress wurde auch ein anderer illegaler chinesischer Marktplatz, mit einer Millionenstrafe, betont, dass die Produkte ebenfalls nicht ausreichend ausgegengen.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel berichtet neutral über die Entscheidung der EU-Kommission und die Reaktion von AliExpress. Es wird keine klare politische Richtung vertreten, sondern lediglich Fakten und Positionen der Beteiligten wiedergegeben. Die Berichterstattung bleibt objektiv und vermeidet eine einseitige Darleg.
Warum Faktentreue (85): The article reports the EU imposing a 550 million euro fine on AliExpress for selling illegal products, citing falsified clothing, unsafe toys, and dangerous cosmetics not being removed from the platform. It includes quotes from AliExpress expressing disagreement with the fine and mentions the EU's
Warum Objektivität (70): The article presents the EU's position and AliExpress' response, but uses emotionally charged language such as 'unverhältnismässige Geldbusse' (unproportional fine) and frames the situation as a conflict between the EU and AliExpress. While it includes both sides, the tone leans slightly towards por
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