Ein Berufungsgericht des Staates Connecticut hat entschieden, dass Anwalt David Gottlieb und seine Anwaltskanzlei Korrekturmaßnahmen ergreifen müssen, nachdem behauptet wurde, dass die Verwendung von ChatGPT, einem generativen Werkzeug für künstliche Intelligenz, falsche rechtliche Zitate in Gerichtsakten eingeführt habe.
Nach dem Urteil des Gerichts führte Gottlieb zunächst gründliche rechtliche Recherchen mit LexisNexis durch und überprüfte alle Zitate über den Shepard's Citations Service, bevor er seine Arbeit in ChatGPT kopierte und einfügte. Seine Absicht war es, den Entwurfsprozess zu rationalisieren und die Klarheit seiner Dokumente zu verbessern.
Die Unrichtigkeiten wurden dem Gericht von Amicus Curiae-Vertretern der Jerome N. Frank Legal Services Organization zur Kenntnis gebracht, die in den Unterlagen als "halluzinierte" Fallzitierungen bezeichneten. Nach der Benachrichtigung reichte Gottlieb unverzüglich Errata-Blätter ein, um die Fehler in beiden Fällen zu korrigieren.
Sie erklärten, dass die Fehler aus der Verwendung von ChatGPT resultierten, um die Struktur und Qualität ihrer ersten Entwürfe zu verfeinern, ein Schritt, von dem sie glaubten, dass er die tatsächliche Genauigkeit ihrer Arbeit nicht verändern würde. Sie betonten, dass ihre ursprüngliche Forschung vor der Eingabe des Inhalts in das KI-Tool überprüft worden war. Als Teil der vom Gericht verhängten Sanktionen muss Gottlieb zusätzliche Weiterbildung über die standardmäßige jährliche Anforderung hinaus absolvieren. Insbesondere muss er sechs Stunden Training absolvieren, das sich auf Ethik und Rechtsanwaltsbüromanagement konzentriert, wobei drei dieser Stunden dem Verständnis der Auswirkungen von generativer KI in der Rechtspraxis gewidmet sind.
Das Gericht ordnete Gottlieb und seiner Kanzlei an, innerhalb von sechs Monaten nach dem Urteil einen Compliance-Bericht einzureichen, in dem detailliert angegeben wird, ob sie die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt haben. Dieser Bericht muss beim Büro des Berufungsklerks eingereicht und als Höflichkeitskopie an das staatliche Beschwerde-Komitee gesendet werden.
Das Gericht betonte, dass die Bereitstellung des Compliance-Berichts an das Statewide Grievance Committee keine formelle Überweisung für weitere Disziplinarverfahren darstellt. Das Urteil selbst wird auf der Website der Justizbehörde veröffentlicht, um Transparenz zu gewährleisten und als Vorbeugungsbeispiel für andere Rechtsanwälte zu dienen, die die Verwendung von KI-Tools in ihrer Arbeit in Betracht ziehen. Der Vorfall unterstreicht die wachsenden Bedenken der Rechtsanwälte über die Zuverlässigkeit von KI-Systemen in professionellen Umgebungen.
Während KI-Tools bei der Organisation und Verfeinerung von schriftlichen Inhalten wertvolle Unterstützung bieten können, unterstreicht dieser Fall die Notwendigkeit, dass Benutzer wachsam bleiben und nach der Nutzung solcher Technologien eine strenge Überprüfung aller Zitate und Verweise durchführen. Da Rechtsanwälte KI zunehmend in ihre Arbeitsabläufe integrieren, wird die Notwendigkeit klarer Richtlinien und ethischer Standards immer dringender.
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