Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass Wasser, das in einer Plastikflasche in einem heißen Auto gelassen wird, bestimmte Chemikalien in die Flüssigkeit freisetzen kann, obwohl die Konzentrationen unter typischen Bedingungen weit unter den schädlichen Schwellenwerten liegen. Die Ergebnisse stellen die üblichen Missverständnisse über die Sicherheit von Trinkwasser in Polyethylenterephthalat (PET) -Flaschen in Frage, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Die Forschung untersuchte, wie sich Hitze auf die Migration von Substanzen aus PET-Flaschen in das Wasser auswirkt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass einige Materialien, wie Antimon, bei Erhitzen der Flasche in die Flüssigkeit auslaufen, die Konzentrationen jedoch gut innerhalb sicherer Grenzen blieben, es sei denn, extreme Bedingungen wurden angewendet.
Nach drei Monaten Lagerung bei Raumtemperatur (etwa 22°C) lag die durchschnittliche Antimonkonzentration im Wasser nur leicht über dem Ausgangswert und zeigte minimale Veränderungen. Als die Flaschen jedoch höheren Temperaturen ausgesetzt wurden, änderte sich die Situation erheblich. Bei 60°C würde es etwa 176 Tage dauern, bis die Antimonkonzentration den von der US-Umweltschutzbehörde (EPA) festgelegten maximal zulässigen Wert erreicht. Bei 70°C sank diese Zeit auf nur 12 Tage, und bei 80°C wurde die Schwelle in weniger als zweieinhalb Tagen erreicht.
In einem Experiment überschritt die Antimonkonzentration nach sieben Tagen bei 80°C das doppelte der EPA's akzeptablen Grenze. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Temperatur bei der Bestimmung der Rate der chemischen Migration von PET-Flaschen. Während eine längere Exposition gegenüber hoher Hitze das Risiko erhöht, stellte die Studie auch fest, dass unter normalen Lagerungbedingungen die Gesundheitsrisiken als vernachlässigbar angesehen werden. Die Forscher testeten das Wasser gegen Bakterien und menschliche Zelllinien und fanden keinen Hinweis auf Zytotoxizität, Genotoxizität oder endokrine Störungen bei den gemessenen Expositionsniveaus.
Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass PET-Flaschen kein Bisphenol A (BPA) enthalten, eine Chemikalie, die oft mit Kunststoffbehältern in Verbindung gebracht wird. Französische Forscher bestätigten, dass ihre Proben weder BPA noch Phthalate enthielten, die häufig falsch mit allen Kunststoffflaschen in Verbindung gebracht werden. Dies zerstreut einen weiteren gängigen Mythos über die Sicherheit von Flaschenwasser in heißen Umgebungen. Die Studie untersuchte auch andere Verbindungen wie Acetaldehyd und Formaldehyd, die bei höheren Temperaturen eine erhöhte Migration zeigten. Bei 60 ° C bewegten sich diese Substanzen schneller in das Wasser, was darauf hindeutet, dass Hitze die Übertragung mehrerer Chemikalien aus dem Kunststoff in die Flüssigkeit beschleunigt.
Trotz dieser Befunde betonte die Studie, dass die Menge der beobachteten chemischen Migration nicht der Toxizität entspricht. Die in den Experimenten festgestellten Werte waren nicht ausreichend, um unter normalen Nutzungsszenarien Schäden zu verursachen. Daher ist es ratsam, Flaschen in extrem heißen Fahrzeugen für längere Zeit zu vermeiden, aber es besteht keine Notwendigkeit, sich über routinemäßige Exposition zu beunruhigen.
Insgesamt bietet die Forschung ein nuanciertes Verständnis dafür, wie die Temperatur das Verhalten von Kunststoffen und das Potenzial für chemische Übertragung beeinflusst. Sie unterstreicht den Unterschied zwischen theoretischem Risiko und realen Auswirkungen und bietet Klarheit inmitten weit verbreiteter Fehlinformationen.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden