Julian Hadschieff, ein blinder Unternehmer und Präsident des Österreichischen Vereins für Behinderte Sport, hat offen darüber gesprochen, wie seine Sehbehinderung sowohl sein persönliches als auch sein berufliches Leben geprägt hat. In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit KURIER reflektierte Hadschieff über die Herausforderungen und Chancen, die mit einer Sehbehinderung verbunden sind, und erklärte, dass er ohne seine Behinderung mit weniger zufrieden gewesen wäre, als er erreicht hat. Hadschieff, der die PremiQaMed-Gruppe, jetzt bekannt als die MAVIE-Gruppe, gründete und sie über drei Jahrzehnte lang als CEO leitete, betonte, dass sein Zustand ihn dazu gebracht hat, Grenzen zu überschreiten, anstatt sie zu begrenzen.
Hadschieff wurde in einer Familie geboren, die ihn wie jedes andere Kind behandelte, was ihm half, seine Behinderung als normalen Teil des Lebens zu betrachten. Er erkannte jedoch schnell, dass er die Dinge anders angehen musste und oft mehr Risiken einging als andere. Er erinnert sich an Rennfahrräder und versuchte, niemanden über seinen Zustand zu informieren. Heute nutzt er Technologien wie Apples Siri und Sprache-zu-Text-Funktionen, um tägliche Aufgaben effizient zu bewältigen und betont, wie Fortschritte in der künstlichen Intelligenz die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen erleichtert haben.
Hadschieff betonte, dass Menschen mit Behinderungen oder schweren Krankheiten kein Mitleid suchen, sondern ein normales Leben führen wollen. Er glaubt, dass Eltern ihre Kinder mit Behinderungen nicht nur unterstützen, sondern auch herausfordern sollten, ihr Potenzial zu erreichen. Seine eigene Erfahrung hat ihm gezeigt, dass Einschränkungen eher als Motivation als als als Hindernisse dienen können. Hadschieffs unternehmerische Reise begann früh. Im Alter von 30 Jahren gründete er PremiQaMed, die später zur führenden privaten Klinikgruppe in Österreich wurde. Als CEO leitete er das Unternehmen bis 2023 und überwachte sein Wachstum und seine Innovation.
Während seines Studiums an der Universität Innsbruck schuf er zum Beispiel Lernnetzwerke, um sich selbst beim Zugriff auf Kursmaterialien zu helfen und im Gegenzug Zusammenfassungen anzubieten. Diese Erfahrung verstärkte seinen Glauben an den eigenen Weg und die Exzellenz in einem gewählten Bereich, was ihn schließlich dazu brachte, sich auf Krankenhausmanagement zu spezialisieren. Trotz seines Erfolgs äußerte Hadschieff Skepsis gegenüber der aktuellen Gesundheitsreform in Österreich. Er kritisierte die fragmentierte Natur des Gesundheitssystems, das zwischen Bundes- und Landesbehörden, Sozialversicherungsstellen und Interessengruppen aufgeteilt ist.
Während er einige positive Ergebnisse wie die Einrichtung von gemeinsam finanzierten Fachzentren anerkennt, argumentiert er, dass ein echter systemischer Wandel noch nicht eingetreten ist. Hadschieff erkennt das wachsende Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit von Reformen an, obwohl er darauf hinweist, dass viele Menschen sich immer noch gegen Veränderungen in der Nähe von zu Hause wehren. Er betont, wie wichtig es ist, die Bürger über die Realitäten der Gesundheitsqualität zu informieren, indem er Beispiele wie Geburtenstationen mit niedrigen Entbindungsraten verwendet. Er betont auch das anhaltende Dilemma in der Langzeitpflege und stellt fest, dass seine im Alter von 34 Jahren gegründete Firma Humanocare über 1.200 Mitarbeiter beschäftigt und sich auf Rehabilitations- und Pflegedienste konzentriert.
Das Unternehmen setzt seine Innovationen in der Branche fort und strebt nach Exzellenz bei der Patientenversorgung an.
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