Die israelischen Streitkräfte intervenierten im Westjordanland-Dorf Qusra, nachdem eine Gruppe von Siedlern mehrere Tage lang drei palästinensische Häuser umzingelte, was zu einer seltenen öffentlichen Zurechtweisung durch den Botschafter der Vereinigten Staaten in Israel führte. Die Situation entfaltete sich im nördlichen Teil des besetzten Territoriums, etwa 16 Kilometer südlich der palästinensischen Stadt Nablus. Laut örtlichen Beamten versammelten sich die Siedler, die vermutlich Mitglieder einer extremistischen Fraktion waren, in Zahlen von Dutzenden bis mehr als hundert, umringten die Häuser und verhinderten die Bewohner zu verlassen.
Sein Bruder Qusai Abu Rida und sein Sohn hatten sich während der Belagerung im Haus geflüchtet. Die Bewohner beschrieben die Bedingungen als schrecklich, da die Vorräte knapp waren und der Zugang zu Nahrung und Wasser eingeschränkt war. Die Associated Press zitierte Yasser Ahmad, einen Bewohner eines nahe gelegenen Dorfes, der erklärte, dass niemand in das Dorf einreisen oder Hilfe für die in der Umklammerung Gefangenen leisten durfte.
Nach offiziellen Angaben demontierte das Militär zwei illegale Außenposten in der Nähe der betroffenen Objekte und verhaftete eine israelische Person. Details darüber, ob der Gefangene mit formellen Anklagen konfrontiert war oder nur vorübergehend festgehalten wurde, waren unklar. Unterdessen bestätigte der lokale Bürgermeister Abdel Azim Wadi, dass sieben palästinensische Haushalte evakuiert worden waren, um Soldaten die Möglichkeit zu geben, Positionen im Dorf zu errichten.
Der Vorfall zog die Aufmerksamkeit der Vereinigten Staaten auf sich, insbesondere von Botschafter Mike Huckabee, der im Allgemeinen mit der israelischen Siedlerbewegung verbunden ist, aber zuvor die Siedlergewalt kritisiert hat.
Das Büro beschuldigte Israel als Besatzungsmacht, die Aktionen der Siedler entweder zu unterstützen oder nicht zu verhindern, die es als "kriminell" bezeichnete und darauf abzielte, palästinensische Familien zu zwingen, ihre Häuser zu verlassen. Dies folgt auf wachsende Besorgnis über die Eskalation der Siedlergewalt im gesamten Westjordanland, wobei Berichte einen signifikanten Anstieg von Vorfällen mit körperlichen Übergriffen, Drohungen und Vernichtung von Eigentum anzeigen. In den letzten Monaten sind die Häufigkeit und Schwere von Siedlerangriffen stark gestiegen. Daten der letzten sechs Monate zeigten 660 Vorfälle, durchschnittlich fast 110 pro Monat oder mehr als drei täglich.
Ein weiteres Beispiel ist der Fall im April, als ein Siedler einen 14-jährigen palästinensischen Studenten auf dem Schulgelände erschoss. In jüngster Zeit, im August, belagerte eine Gruppe von Siedlern drei palästinensische Familien in einem ländlichen Gebiet in der Nähe von Nablus für mehrere Tage und unterbrach die lebensnotwendigen Vorräte. Trotz des alarmierenden Anstiegs der Gewalt bleiben die rechtlichen Konsequenzen minimal. In Israel führen 94 Prozent der Beschwerden gegen Siedler wegen Gewalttaten zu keiner formellen Anklage.
Die Europäische Union hat ihre Besorgnis über das Problem geäußert, hat aber noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen. Deutschland hat es insbesondere versäumt, Personen, die die Siedler verteidigen, Sanktionen zu verhängen, darunter den rechtsgerichteten Politiker Itamar Ben-Gvir, der als Minister für nationale Sicherheit Israels fungiert. Der anhaltende Konflikt unterstreicht die zunehmende Kluft zwischen der israelischen Regierung und den internationalen Organisationen, die sich mit Menschenrechten befassen.
Angesichts der bevorstehenden Wahlen in Israel, die für Oktober geplant sind, scheint der Zeitpunkt für jede mögliche Änderung der Politik oder der internationalen Haltung entscheidend zu sein.
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