Das KI-System von Anthropic, Claude, hat Schwachstellen in kryptografischen Algorithmen identifiziert, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Post-Quanten-Verschlüsselungsstandards aufwirft. Die Entdeckung erfolgte während einer Routineanalyse, die von den Forschern des Unternehmens unter Verwendung seines fortgeschrittenen Sprachmodells Mythos Preview durchgeführt wurde. Insbesondere entdeckte die KI Schwachstellen im HAWK-Algorithmus, der als Kandidat für Post-Quanten-Verschlüsselung (PQC) gilt. HAWK ist darauf ausgelegt, Angriffen von Quantencomputern zu widerstehen, aber die Ergebnisse deuten darauf hin, dass unter bestimmten Bedingungen die effektive Schlüssellänge erheblich reduziert werden könnte, wodurch die Verschlüsselung anfälliger für Entschlüsselung wird.
Die Forschung, veröffentlicht in Anthropic's Research Blog, weist darauf hin, dass die KI eine verbesserte Methode entwickelt hat, um das in HAWK verwendete digitale Signatur-Schema anzugreifen. Laut dem Bericht reduziert dieser Angriff die Zeit, die für die Wiederherstellung eines Schlüssels erforderlich ist, indem er die Schlüssellänge effektiv halbiert. Für kleinere Schlüsselgrößen wie HAWK256 wird der Wiederherstellungsprozess mit einem Rechenanstrengung von 2^38 Operationen im Vergleich zur ursprünglichen Schlüssellänge von 2^64 machbar. Während größere Schlüssel praktisch unzerbrechlich bleiben, zeigen die Ergebnisse potenzielle Risiken bei der Implementierung von HAWK für bestimmte Anwendungen auf. Zusätzlich zu HAWK testeten Anthropic's Forscher eine weitere Variante des AES128-Chiffers.
Sie fanden heraus, dass die KI Schwachstellen in einer vereinfachten Version des Algorithmus identifizieren konnte, die nur sieben Verschlüsselungsrunden anstelle der standardmäßigen zehn verwendet. Diese reduzierte Version wird oft von Forschern verwendet, um Algorithmen zu untersuchen und mögliche Fehler aufzudecken. Die Analyse der KI ergab, dass bestehende Angriffe auf diese Variante um bis zu 200 bis 800 Mal beschleunigt werden könnten. Diese Verbesserungen wurden jedoch durch umfangreiche Berechnungen erreicht, die mehrere Tage und eine Milliarde Token erforderten, bevor menschliche Experten die Ergebnisse überprüften, was Hunderte von Stunden dauerte.
Trotz dieser Entdeckungen betont Anthropic, dass sie keinen Einfluss auf die aktuelle Sicherheit vollständiger AES-Verschlüsselungssysteme haben. Das Unternehmen stellt klar, dass die für die Angriffe erforderlichen Annahmen nicht praktisch sind, selbst für die früheren Studien, auf denen die aktuelle Arbeit aufbaut. Darüber hinaus stellen die Ergebnisse die allgemeine Robustheit der weit verbreiteten kryptografischen Protokolle nicht in Frage. Der Einsatz von KI in der Cybersicherheitsforschung ist immer häufiger geworden, und Anthropic hebt hervor, wie ihr Ansatz bei der Identifizierung potenzieller Schwachstellen helfen kann, ohne dass tiefes Fachwissen von menschlichen Forschern erforderlich ist.
In diesem Fall hatte der leitende Forscher einen Hintergrund in der Informatik, aber es fehlte ihm an speziellen Kenntnissen in den speziellen kryptografischen Methoden, die analysiert wurden. Das Unternehmen stellt fest, dass die Fähigkeit der KI, große Datenmengen effizient zu verarbeiten, ein wertvolles Werkzeug auf diesem Gebiet darstellt.
Die Auswirkungen dieser Entdeckungen unterstreichen die sich entwickelnde Natur der kryptografischen Sicherheit und die Rolle der künstlichen Intelligenz bei der Überwindung der Grenzen sowohl der Bedrohungserkennung als auch der Abwehrstrategien.
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