Air India hat angekündigt, dass sie alle Piloten nach Berichten, dass ein leitender Pilot positiv auf Marihuana getestet wurde, auf Drogen- und Substanztests untersuchen wird. Der Vorgang erfolgte nach einem Vorfall mit einem Flug von Phuket nach Delhi, der plötzlich die Höhe verlor und 17 Passagiere und Besatzungsmitglieder verletzte. Die vorläufige Untersuchung des Vorfalls legt nahe, dass der leitende Pilot seinen Drogentest erneut machen musste, nachdem er ihn zunächst nicht bestanden hatte. Der Vorfall ereignete sich am 4. August, als ein Airbus-Flugzeug kurz nach der Abreise etwa 91 Meter (300 Fuß) an Höhe verlor. Der Flug wurde von indischen Behörden in Zusammenarbeit mit Airbus und der französischen Flugsicherheitsagentur untersucht.
In einem von der BBC erhaltenen Memo erklärte Air India, dass es sein Drogentestprogramm über die derzeitigen behördlichen Auflagen hinaus intensivieren würde. Die Fluggesellschaft betonte, dass dieser Schritt unternommen wurde, um ein Höchstmaß an Sicherheit und Professionalität zu gewährleisten und gleichzeitig die Passagiere und Interessengruppen zu beruhigen. Die erweiterte Prüfung umfasst sowohl Piloten als auch die Kabinenbesatzung, wobei der Prozess neben Trainingssitzungen in der Air India-Akademie sowie in Briefingzentren und Büroräumen stattfindet.
Die jüngste Entscheidung markiert jedoch eine Verschiebung hin zu umfassenden Screening für alle Mitarbeiter in wichtigen operativen Rollen. Die Tests umfassen verbotene Substanzen und Medikamente nach den Luftfahrtvorschriften, mit dem Ziel, potenzielle Risiken im Zusammenhang mit beeinträchtigter Urteilsfähigkeit oder Leistung zu beseitigen. Diese Entwicklung folgt auf eine große Tragödie zu Beginn dieses Jahres, als ein Flug von Air Indias Schwestergesellschaft Air India Express kurz nach dem Start von Ahmedabad nach London am 6. Juni 2025 abstürzte. Der Absturz tötete 241 Personen an Bord und 19 Personen auf dem Boden, wobei nur ein Passagier überlebte.
Der Vorfall führte zu einer umfassenden Prüfung der Sicherheitspraktiken der Fluggesellschaft und führte zu Forderungen nach einer strengeren Aufsicht. Der neue CEO von Air India, der ehemalige Chef von Ethiopian Airlines, Tewolde Gebremariam, übernahm letzte Woche die Leitung der Fluggesellschaft inmitten dieser erhöhten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der operativen Integrität. Der Vorfall mit dem Flug von Phuket nach Delhi hat Fragen zur Wirksamkeit der bestehenden Drogentestrichtlinien innerhalb der Fluggesellschaft aufgeworfen. Während das zufällige Testen von Piloten eine übliche Praxis ist, signalisiert die jüngste Erweiterung auf alle Piloten einen proaktiveren Ansatz, um potenzielle Probleme im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch anzugehen.
Diese Maßnahme steht im Einklang mit den globalen Trends in der Flugsicherheit, bei denen Fluggesellschaften zunehmend strenge Maßnahmen ergreifen, um Unfälle durch Beeinträchtigungen zu verhindern. Branchenexperten schlagen vor, dass ein solches umfassendes Testen helfen kann, Risiken zu identifizieren und abzuschwächen, bevor sie zu katastrophalen Ergebnissen führen. Einige Kritiker argumentieren jedoch, dass der Fokus über den Drogenkonsum hinausgehen sollte, um psychische Gesundheitsunterstützung und Stressmanagementprogramme für Piloten einzubeziehen, angesichts der hohen Drucklage ihrer Arbeit. Trotz dieser Erwägungen unterstreicht die Entscheidung von Air India die Verpflichtung, Sicherheitsstandards zu verbessern und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fluggesellschaft wiederherzustellen.
Die laufende Untersuchung des Phuket-Vorfalls wird voraussichtlich mehr Details über die Ursache des plötzlichen Höhenverlusts liefern. Die Behörden prüfen, ob der mutmaßliche Drogenkonsum des Piloten eine Rolle bei dem Vorfall spielte oder ob andere Faktoren dazu beigetragen haben. Während die Untersuchung fortfährt, steht Air India unter zunehmendem Druck, Transparenz und Rechenschaftspflicht bei der Bewältigung der Situation zu zeigen. Die Führung der Fluggesellschaft hat sich verpflichtet, vollständig mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten und die notwendigen Reformen umzusetzen, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.
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