Indien hat nach einem weit verbreiteten Fälschungsskandal, der Schwachstellen in der pharmazeutischen Lieferkette aufdeckte, neue Rückverfolgbarkeitsanforderungen für Krebsmedikamente eingeführt. Ab Juli müssen die Hersteller aller in dem Land verkauften Krebsmedikamente eine QR-Code oder einen Barcode zu ihrer Verpackung hinzufügen. Diese Codes zeigen die Reise des Arzneimittels von der Fabrik zum Patienten, erhöhen die Transparenz und helfen den Behörden, den illegalen Handel mit gefälschten Medikamenten zu bekämpfen.
Laut den Erkenntnissen von The Indian Express und dem International Consortium of Investigative Journalists stahlen Fälscher in Indien leere Fläschchen von Keytruda aus Krankenhäusern und Apotheken, füllten sie mit günstigeren Antimykotika und verkauften die veränderten Produkte zu einem Bruchteil des realen Preises. Eine 100-mg-Fläschche von Keytruda kostet über 150.000 Rupien, mehr als 1.500 US-Dollar, was es für viele indische Familien unerschwinglich macht. Die illegale Aktivität erstreckte sich über Indiens Grenzen hinaus, wobei mindestens eine nepalesische Frau die gefälschte Medikation von einer der beschuldigten Personen kaufte.
In den Protokollen der Sitzung wurde bekannt, dass Beamte von kriminellen Aktivitäten mit Krankenhausapotheken in Neu-Delhi erfahren hatten, bei denen skrupellose Akteure sich zusammengeschlossen hatten, um leere Fläschchen teurer Krebsmedikamente mit gefälschten Alternativen wieder aufzufüllen. Als Ergebnis empfahl das Board, alle Krebsmedikamente einer Liste von 300 Medikamenten hinzuzufügen, die bereits der obligatorischen QR-Codierung unterliegen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, einen robusten Track-and-Trace-Mechanismus für jede auf dem indischen Markt verfügbare Fläschchen und Streifen von Medikamenten zu schaffen.
Jeder QR-Code muss neun spezifische Datenpunkte enthalten, wie z. B. die eindeutige Identifikationsnummer jeder Einheit, die Herstellungs- und Verfallsdaten sowie den Namen und die Adresse des Herstellers. Dieses Detaillierungsniveau soll es Fälschern erschweren, den Authentifizierungsprozess erfolgreich zu replizieren. Trotz dieser Maßnahmen warnen Experten, dass das System nicht vollständig unfehlbar ist.
Das System könnte jedoch immer noch als Abschreckung dienen, wenn das gefälschte Produkt in die Tracking-Datenbank eingeloggt wird, bevor die echte Version auf den Markt kommt. Die Behörden arbeiten auch an der Stärkung der Durchsetzungsmechanismen. Die Polizei in Neu-Delhi hat kürzlich 12 Männer verhaftet, die verdächtigt werden, an der Fälschung des Keytruda-Systems teilgenommen zu haben. Die Verdächtigen waren angeblich daran beteiligt, leere Fläschchen aus medizinischen Einrichtungen zu stehlen und die veränderten Medikamente an ahnungslose Patienten zu verkaufen.
In Zukunft plant die Regierung, die QR-Code-Initiative weiter auszubauen und möglicherweise digitale Verifikationssysteme einzubauen, die über mobile Anwendungen zugänglich sind. Dies würde es Patienten und Gesundheitsdienstleistern ermöglichen, die Echtheit eines Arzneimittels vor der Verabreichung schnell zu überprüfen. Solche Schritte sollen das Risiko verringern, dass gefälschte Medikamente in die Lieferkette gelangen, und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen schützen, die auf teure Behandlungen angewiesen sind.
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