Eine Studie, die in der Zeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht wurde, hat überraschende Ähnlichkeiten im menschlichen Kitzeln in drei verschiedenen Kulturen, China, den Niederlanden und Griechenland, aufgedeckt. Forscher fanden heraus, dass Menschen trotz kultureller Unterschiede konsequent ähnliche Bereiche ihres Körpers als besonders kitzlig identifizieren, einschließlich der Achseln, des Bauchs, der Fußsohlen und, wenn sie intime Partner in Betracht ziehen, der Leiste und der inneren Oberschenkel. Diese Ergebnisse stellen bestehende Theorien darüber in Frage, warum bestimmte Körperteile für Kitzeln empfindlicher sind, und legen nahe, dass Kitzeln eine universelle Erfahrung sein könnte, die eher in der Biologie als in der Kultur verwurzelt ist.
Die Studie wurde von Ziliang Xiong und Konstantina Kilteni von der Radboud-Universität in Nijmegen durchgeführt, die 448 Personen im Alter von 18 bis 30 Jahren befragten. Die Teilnehmer stammten aus unterschiedlichen Hintergründen, wobei etwa ein Drittel chinesische, niederländische oder griechische Herkunft hatte. Das Ziel der Studie war nicht nur zu kartieren, wo Menschen sich kitzlig fühlen, sondern auch zu untersuchen, wie sich diese Empfindungen auf soziale Beziehungen beziehen und ob sie sich im Laufe der Zeit ändern. 8 Prozent hatten jemanden kitzelt. Die Reaktionen auf Kitzeln waren in allen Gruppen weitgehend konsistent, wobei Lachen, Zittern, Fluchtversuche und gegenseitiges Kitzeln die am häufigsten berichteten Reaktionen waren.
Etwa 71 Prozent beschrieben sich selbst als mäßig bis sehr kitzlig. Die Teilnehmer wurden gebeten, die Körperbereiche, in denen sie sich kitzlig fühlten, auf digitalen Körpersilhouetten zu markieren. Aus diesen Markierungen erstellten die Forscher detaillierte "kitzlige Karten", die Regionen mit hoher Empfindlichkeit hervorheben. In allen drei kulturellen Gruppen tauchten wiederholt dieselben Bereiche auf: Hals, Achselhöhlen, Bauch und Fußsohlen. Als Daten aus romantischen Partnerschaften aufgenommen wurden, wurden die Leiste und die inneren Oberschenkel zu dieser Liste hinzugefügt. Diese Konsistenz deutet darauf hin, dass, obwohl individuelle Erfahrungen leicht variieren können, ein gemeinsames Muster von kitzligen Zonen vorhanden ist, das kulturelle Grenzen überschreitet.
Um die Natur des Kitzels besser zu verstehen, baten die Forscher die Teilnehmer auch, Bereiche mit erhöhter Berührungsempfindlichkeit, Schmerzempfindlichkeit und häufig berührten Körperteilen anzugeben. Die Kitzelschnittkarten unterschieden sich signifikant von diesen anderen Empfindungskarten. Kickeln scheint sowohl physiologisch als auch psychologisch eine eigene Kategorie zu sein, sagt Xiong. Trotz zahlreicher Hypothesen erklärt keine vollständig, warum bestimmte Körperteile kitzliger sind.
Aristoteles assoziierte das kitzeln mit der textur der menschlichen haut, während darwin theoretisierte, dass bereiche, die im täglichen leben weniger häufig berührt werden, empfindlicher sein könnten. die forscher testeten jedoch diese und andere erklärungen gegen die gesammelten daten, und keine konnte die beobachteten muster vollständig erklären. die ergebnisse waren entmutigend für diejenigen, die eine einfache erklärung suchten: keine einzige hypothese erklärt die verteilung des kitzelns ausreichend. die studie unterstreicht die komplexität der menschlichen sensorischen wahrnehmung und hebt die notwendigkeit weiterer forschungen zu den biologischen und psychologischen mechanismen hervor, die dem kitzeln zugrunde liegen.
Während Wissenschaftler dieses Phänomen weiter erforschen, bleibt die Frage, warum wir bestimmte Bereiche unseres Körpers so kitzlig finden, so faszinierend wie eh und je.
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