Auf nach Kap Verde! Der Titel einer Reiseberichterstattung aus Österreich wirft zunächst den Gedanken auf, dass es um die Atlantikinsel geht, doch in diesem Fall handelt es sich um eine Reise durch die Vereinigten Staaten, genauer gesagt, durch die Regionen, die für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 relevant sind. Der Artikel folgt einem Journalisten, der sich auf den Weg macht, um die WM-Stätten zu erkunden, die außerhalb der üblichen Medienblase liegen und oft nur aus der Luft betrachtet werden.
Der Reporter startet seine Reise in Dallas, wo er zunächst technische Schwierigkeiten mit seinem Mietwagen erlebt. Nachdem diese geklärt sind, fährt er nordwärts, weg von der Routine der letzten Wochen, die voller Flüge, Interviews und Analysegespräche war. Sein Ziel ist die Weltmeisterschaft, die in ein paar Tagen in Kansas City stattfinden wird, wo Österreich gegen Algerien antreten wird. Doch diesmal möchte er nicht nur die Spiele selbst sehen, sondern auch das, was zwischen den Spielen liegt – die Landschaft, die Menschen und die Geschichten, die hinter der WM stecken.
Die Reise führt den Reporter durch die typischen amerikanischen Landschaften: ausgedehnte Autobahnabschnitte, Fast-Food-Restaurants, Autohändler mit riesigen Parkflächen und immer mehr grüne Felder, die den Beton verdrängen. Er beobachtet, wie die Landschaft sich verändert, während er sich nähert an die Regionen, die für die WM wichtig sind. Die Bilder, die ihm im Kopf herumspukten – der Bible Belt, Waffen, gerade Straßen und endlose Landschaften – werden real, als er die Grenze zu Oklahoma überquert.
Sein erstes Ziel ist das Choctaw Casino Resort, ein riesiges Gebäude, das zwar wie ein Casino in Nevada aussieht, aber in Oklahoma steht. Der Reporter bemerkt, dass die Situation dort komplexer ist als die einfache Erzählung über Glücksspiel und Casinos. Während er an einer Tankstelle wartet, trifft er auf Sarah Liese, eine Indigenous-Affairs-Reporterin bei KOSU in Oklahoma. Sie erklärt ihm, dass die Tribal Nations in Oklahoma nicht alle gleich sind. Es gibt 38 anerkannte Stämme, darunter bekannte wie Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Muscogee (Creek) und Seminole, die oft als Five Tribes bezeichnet werden. Jeder Stamm hat seine eigene Geschichte, Größe und Einnahmequellen. Nicht alle betreiben Casinos, aber diejenigen, die es tun, genießen eine gewisse Exklusivität im Glücksspielgeschäft.
Liese betont, dass es ein großer Fehler wäre, alle Tribal Nations gleichzusetzen. Obwohl das Bild des Casinos oft mit Stereotypen verbunden ist, gibt es einen wahren Kern dahinter. Die Einnahmen aus den Casinos finanzieren Programme für die Mitglieder der Stämme, fließen aber auch in den Bundesstaat Oklahoma zurück. Dies zeigt, wie eng die Beziehungen zwischen den Tribal Nations und der staatlichen Verwaltung sind, obwohl sie rechtlich und kulturell eigenständig bleiben.
Der Reporter merkt, dass seine Reise nicht nur eine physische, sondern auch eine kognitive Herausforderung darstellt. Er muss sich von den Klischees lösen, die er bisher über die Regionen, die für die WM relevant sind, hatte. Die Reise wird zu einer Entdeckungsreise, bei der er nicht nur die Stadien sieht, sondern auch die Menschen, die sie nutzen und die Landschaften, die sie umgeben. Mit jedem Kilometer, den er zurücklegt, wird die WM für ihn weniger abstrakt und mehr Teil einer realen, lebenden Welt.
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