Die Europäische Union hat sich offiziell von der Forderung einer Bürgerinitiative distanziert, wonach einmal gekaufte Videospiele nach Beendigung ihres kommerziellen Betriebs weiterhin spielbar bleiben sollen. Die EU-Kommission hat entschieden, keine gesetzliche Regelung zu initiieren, sondern stattdessen einen Dialog mit der Video games-Industrie sowie mit Verbrauchervertehrern zu beginnen, um gemeinsam einen Verhaltenskodex für den Umgang mit dem „Lebensende“ von Videospielen auszuarbeiten. Diese Entscheidung wurde am 16. Juni 2026 bekanntgegeben und basiert auf der Annahme, dass bestehende Urheberrechte bereits ausreichend sind, um die Interessen der Spieleentwickler zu schützen.
Die Bürgerinitiative „Stop Killing Games“, die hinter der Aktion steht, wurde von dem YouTuber Ross Scott ins Leben gerufen und ist mittlerweile zu einer Lobbygruppe gewachsen. Der Hauptzweck der Initiative besteht darin, sicherzustellen, dass Spielehersteller nicht einfach Spiele unspielbar machen dürfen, etwa indem sie benötigte Server abschalten. Die Bewegung wurde durch konkrete Fälle inspiriert, bei denen Publisher wie Ubisoft und Sony ihre Spiele nach Abschaltung der Server unbrauchbar machten. Ein prominentes Beispiel war das MMO-Rennspiel „The Crew“ von Ubisoft, das im April 2025 abgeschaltet wurde, was viele Spieler enttäuschte. Ähnlich erging es den Fans des VR-Shooters „Firewall Ultra“, deren Spiel von Sony ein Jahr später deaktiviert wurde.
Die Initiative sammelte innerhalb eines Jahres fast 1,3 Millionen Unterschriften, was die EU-Kommission verpflichtete, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dennoch lehnte die Kommission eine gesetzliche Regelung ab und stellte stattdessen einen Dialog mit der Branche und den Verbrauchern vor. Dieser Ansatz wird von der Initiative als „bedeutungslose Symbolpolitik“ kritisiert, da sie glaubt, dass eine gesetzliche Regelung nötig sei, um die Rechte der Spieler zu schützen. SPD-Europaabgeordneter Tiemo Wölken betonte, dass die Kommission zwar informiert worden sei, aber keine konkreten Maßnahmen ergriffen habe, was er als Versäumnis bezeichnete.
Die EU-Kommission begründete ihre Entscheidung mit der Existenz bestehender Urheberrechte, die den Publisher ermöglichen, über die Nutzung ihrer Werke zu entscheiden. Zudem verwies sie auf bestehende Verbraucherschutzgesetze, die laut Kommission bereits wichtige Schutzmaßnahmen für die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher bieten. Laut EU-Kommissar Michael McGrath müssen Anbieter von Videospielen Verbraucher fair behandeln, insbesondere wenn sie Spiele früher als erwartet einstellen. In solchen Fällen sollten Spieler eine angemessene Rückerstattung erhalten.
Die Spieleindustrie selbst wehrt sich gegen eine gesetzliche Verpflichtung, Server für ältere Spiele am Laufen zu halten. Die Publisher argumentieren, dass eine solche Pflicht die Kosten für die Spiele deutlich erhöhen würde. Zudem fürchten sie, auch für privatrechtlich betriebene Server haftbar gemacht zu werden. Obwohl die Kommission keinen gesetzlichen Zwang vorsieht, bleibt die Debatte zwischen den Interessen der Verbraucher und der Branche aktiv. Die Initiative „Stop Killing Games“ sieht jedoch Chancen, die Themen in den Digital Fairness Act einzubringen und weiterhin im Europaparlament für eine gesetzliche Regelung einzuklagen. Die Zukunft der Diskussion wird also wahrscheinlich noch einige Monate lang spannend bleiben.
2 reports
Die ZeitIndependentCenterFactual 97Objective 9018 days ago Video games: Citizens' initiative: Brussels wants to talk to the gaming industryThe European Commission has rejected a citizen initiative demanding that purchased video games remain playable indefinitely. Instead, it plans to engage in dialogue with the gaming industry and consumer representatives to develop a voluntary code of conduct regarding the 'end-of-life' of video games. The initiative collected nearly 1.3 million signatures, arguing that game publishers should keep their titles playable even after commercial operations cease. The Commission cited existing EU copyright laws, which allow rights holders to determine usage terms, and noted current consumer protection
Bias read (Center): The article presents facts without overtly favoring either side. It reports on the rejection of a citizen initiative by the European Commission and explains the Commission’s reasoning based on copyright law. There is no evident framing bias, loaded language, or selective sourcing.
Why these scores (Factual 97 · Objective 90): Very accurate reporting with clear details on the EU Commission’s stance, the number of signatures collected, and the legal arguments cited. The tone remains mostly neutral though it includes a critical quote from a politician, which adds slight bias but does not distort facts.
heise onlineIndependentCenterFactual 95Objective 8518 days ago Stop Killing Games: EU Commission to ban gamersThe European Commission has decided not to take action to change current laws regarding game publishers' ability to render games unplayable by shutting down necessary servers. Instead, it plans to engage in discussions with consumers and publishers about potential improvements. The 'Stop Killing Games' initiative, led by YouTuber Ross Scott, had gathered nearly 1.3 million signatures across Europe to push for legal protections against such practices. Activists argue that companies like Ubisoft and Sony have previously rendered games unplayable, prompting legal actions in France.
Bias read (Center): The article presents facts without overtly favoring any side. It reports on the European Commission’s decision and provides background on the 'Stop Killing Games' initiative, including perspectives from both activists and affected companies. There is no clear ideological framing or biased language.
Why these scores (Factual 95 · Objective 85): Highly factual with detailed background on the initiative and its goals. The article accurately reports the EU Commission’s response and quotes from officials. However, some subjective language like 'abblitzen' and framing of the outcome as a failure may slightly affect objectivity.
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