Die Skandale um Hülya Iri, eine langjährig aktive SPD-Ratsfrau in Hannover, haben in der niedersächsischen Landeshauptstadt und darüber hinaus Aufmerksamkeit erregt. Iri gründete im September 2018 den Verein *Integrationsarbeit Kronsberg*, der nach Angaben der Ermittlungen weitgehend unter ihrer Kontrolle stand und von ihren Kindern unterstützt wurde. Der Verein gelang es, ungewöhnlich hohe Fördergelder in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro von staatlichen Stellen zu erhalten. Im März 2021 meldete der Verein Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft Hannover sowie die Europäische Staatsanwaltschaft führen nun Ermittlungen wegen Subventionsbetrugs gegen Iri und ihre Tochter. Dabei wird verdächtigt, dass staatliche Mittel über den Verein in die Familie Iri flossen könnten. Die Ermittler untersuchen außerdem private Immobiliengeschäfte. Iri selbst kommentiert dies bislang nicht, wobei die Unschuldsvermutung gilt.
Die Frage, wie Iri an solch hohe Fördersummen gelangte, während viele andere Integrationsinitiativen mit lediglich ein paar tausend Euro arbeiten mussten, steht im Zentrum der politischen Aufklärung. Neue Dokumente geben hier Einblick. Sie zeigen, dass Iri systematisch ihre SPD-Kontakte nutzte und staatliche Stellen mit Schlagworten wie „Demokratie“, „Vielfalt“, „Alleinerziehende“ und „Armut“ umgarnete. Diese Strategie ermöglichte es ihr, finanzielle Unterstützung zu gewinnen, die für andere Initiativen kaum zugänglich war.
Im Dezember 2020 kontaktierte Iri die damalige niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann per E-Mail. In der Nachricht verwies sie auf einen „dringenden Handlungsbedarf“ und bat um die Aufstockung der Stelle der Migrationsberatungsstelle in ihrem Verein von Teilzeit auf Vollzeit. Iri erwähnte jedoch nicht, dass es dabei um ihre eigene Stelle und damit um die Verdopplung ihres Gehalts ging. Die E-Mail endete mit einer formellen Anrede, in der Iri ihre verschiedenen politischen Ämter aufzählte, einschließlich ihres Ratsmandates und ihrer Rolle als Integrationspolitische Sprecherin. Während dieser Zeit war die Corona-Pandemie in voller Ausbreitung, und die tödlichste Welle durch die Altenheime rollte.
Einige Monate später, am 12. Mai 2021, wandte sich Iri an die Nachfolgerin von Reimann, Ministerin Daniela Behrens. In der E-Mail zitierte Iri den gemeinsamen Parteifreund Boris Pistorius, der kürzlich als Innenminister über eine steigende Zahl von Straftaten gegen Mandatsträger berichtete. Iri bot an, mit einem Projekt namens „Demokratie goes online“ aktiv zu werden, um der Polarisierung während der Pandemie entgegenzuwirken. Das Projekt sollte auch das Thema Vielfalt adressieren, indem politische Teilhabe in den Gremien gefördert werden sollte. Iri betonte, dass Vielfalt in der Politik notwendig sei, um alle Gesellschaftsschichten zu vertreten. Obwohl sie nicht erläuterte, wie die Themen Corona, Gewalt gegen Politiker und Vielfalt genau miteinander verbunden seien, passte das Schreiben zu Berichten aus SPD-Kreisen, wonach Iri ihren eigenen Migrationshintergrund und ihr Dasein als alleinerziehende Mutter als politisches Kapital einzusetzen versuche.
Die E-Mails, die Iri an die Ministerinnen richtete, zeugen von einer strategischen Nutzung ihrer Position innerhalb der SPD, um Fördergelder zu sichern. Dabei spielte sie nicht nur auf ihre politischen Verbindungen an, sondern auch auf soziale Themen, die für die Partei relevant waren. Die Ermittlungen zeigen, dass Iri möglicherweise systematisch Vorteile aus ihrer Position gezogen hat, was sowohl moralisch als auch rechtlich bedenklich ist. Die Untersuchung wird fortgesetzt, und es bleibt abzuwarten, ob weitere Details ans Licht kommen oder ob Iri tatsächlich vor Gericht gestellt wird. Die SPD muss sich nun mit der öffentlichen Kritik auseinandersetzen, die der Skandal ausgelöst hat.
3 reports
Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒CenterFactual 90Objective 8517 days ago Hülya Iri scandal: How did an SPD councillor get millions of subsidies?The article discusses the controversy surrounding Hülya Iri, a long-time SPD council member in Hanover, who founded a non-profit organization called Integrationsarbeit Kronsberg in 2018. The organization received approximately 1.2 million euros in public funding but later filed for insolvency. Authorities are investigating whether state funds were misused by Iri and her daughter, potentially benefiting the family through private real estate transactions. New documents suggest Iri used her SPD connections and emphasized keywords like 'democracy,' 'diversity,' 'single parents,' and 'poverty' to
Bias read (Center): The article presents facts about the investigation into Hülya Iri without overtly favoring any side. It includes details about the allegations against Iri, the involvement of authorities, and the nature of the funding, while maintaining neutrality in tone and avoiding explicit judgment.
Why these scores (Factual 90 · Objective 85): This article provides detailed information about the case, including the formation of the organization, the amount of funding, the insolvency declaration, and ongoing investigations. It maintains neutrality by emphasizing the presumption of innocence and avoids taking sides or using overly emotional
Focus OnlineIndependentCenterFactual 75Objective 6012 days ago Ex-SPD politician allegedly embezzled fundingA former SPD politician is under investigation for allegedly receiving illegal subsidies. The case involves allegations of misuse of public funds, which could have significant implications for her political career and the integrity of public funding programs.
Bias read (Center): The article presents an investigative report without overtly biased language or one-sided sourcing. It focuses on the factual allegations against the individual without clear ideological framing.
Why these scores (Factual 75 · Objective 60): The article provides basic facts about the allegations against the former SPD politician but lacks specific details. It does not provide enough context or depth compared to other sources. The tone appears somewhat sensationalized, using phrases like 'soll' (allegedly) without clarifying the status o
BildIndependentCenterFactual 65Objective 5017 days ago 1.1 million euros for alleged integration projects: scandal over subsidies shakes up the SPDA scandal involving 1.1 million euros in funding for alleged integration projects has shaken the SPD.
Bias read (Center): The subject is apolitical (a sports-related topic), so any lean is irrelevant and excluded from the bias bars.
Why these scores (Factual 65 · Objective 50): The article mentions the alleged misuse of 1.1 million euros for integration projects and labels it a scandal. However, it lacks nuance and presents the situation as confirmed rather than under investigation. The headline uses emotionally charged language like 'Skandal,' which may influence reader p
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