In den letzten Jahren hat sich ein bemerkenswerter Trend in der Landwirtschaft Deutschlands abgezeichnet: der Anbau tropischen Ingwers in Regionen wie Schwaben. Dieses Phänomen, das durch den Klimawandel ermöglicht wurde, zeigt, wie sich landwirtschaftliche Praktiken an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen müssen. Landwirte wie Michael Eberhardt aus Deizisau in Baden-Württemberg nutzen die steigende Durchschnittstemperatur und die vermehrte Feuchtigkeit, um tropische Pflanzen wie Ingwer zu kultivieren, was bislang kaum in Europa üblich war. In seinem Folientunnel, der wie eine Sauna wirkt, wächst der Ingwer unter optimalen Bedingungen – 29 Grad Celsius, feuchte Luft und Schatten –, was für die tropische Knolle unverzichtbar ist. Eberhardts Experiment mit dem Ingwer begann während seiner Ausbildung, als sein Lehrbetrieb mit der Knolle experimentierte. Seine Motivation war nicht nur Neugier, sondern auch die Suche nach einer neuen, profitablen Kultur, die sich gut in der Region etablieren lässt.
Die Forschung am staatlichen Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Rheinstetten bestätigt diesen Trend. Martine Schraml, eine Wissenschaftlerin dort, betont, dass höhere Temperaturen den Anbau neuer Kulturen wie Chia, Erdnüsse, Kichererbsen oder Süßkartoffeln ermöglicht haben. Sie erklärt, dass jede Pflanze eine bestimmte Temperatursumme benötigt, um zu reifen, und dass die höheren Temperaturen dies beschleunigen. Dieser Effekt führt dazu, dass viele Kulturen schneller reifen, was sowohl positive als auch negative Auswirkungen hat. Während einige Landwirte neue Märkte erschließen können, stehen andere vor Herausforderungen, wenn traditionelle Kulturen ihre Reifezeiten verändern.
Für Eberhardt bedeutet der Anbau von Ingwer jedoch auch eine große Herausforderung. Da es in Deutschland kaum Vorbilder gibt, muss er „learning by doing“ – also durch Ausprobieren – lernen, wie man den Ingwer optimal anbaut. Die Pflanze benötigt nicht nur spezielle Bedingungen, sondern auch eine intensive Handarbeit, da es keine Maschinen gibt, die den Prozess automatisieren könnten. Zudem muss der Boden nach jeder Saison erholen, was bedeutet, dass er die Fläche nach fünf bis zehn Jahren wechseln muss. Diese Umstände tragen dazu bei, dass der deutsche Ingwer deutlich teurer ist als der importierte Supermarkt-Ingwer. So kostet die heimische Knolle im Hofladen in Deizisau etwa 29 Euro pro Kilogramm, während der Großmarkt etwa 15 Euro pro Kilogramm berechnet. Eberhardt begründet den hohen Preis mit der reinen Handarbeit und dem langen Regenerationsschluss des Bodens.
Gleichzeitig wird der Klimawandel in anderen Teilen der Welt zu katastrophalen Auswirkungen führen. Insbesondere in Südostasien droht ein starker El Niño, der durch Satellitenaufnahmen als besonders stark wahrgenommen wird. Forscher wie Severine Fournier von der NASA warnen, dass die Wassertemperaturen im Pazifik am Äquator rapide ansteigen und dadurch globale Wetterextreme verstärken. Die Weltwetterorganisation WMO fordert bereits Maßnahmen zur Abwehr des Klimawandels, da El Niño in diesem Jahr besonders stark ausfallen könnte. In Südostasien, wo die Landwirtschaft stark von den klimatischen Veränderungen abhängt, drohen massive Probleme. Die Hauptkulturen wie Reis und Palmöl sind besonders empfindlich gegenüber Hitze und Trockenheit. Analysten befürchten, dass die Ernteerträge reduziert werden und dadurch Preisanstiege sowie Inflation in der Region entstehen könnten.
Die Situation in Südostasien zeigt, wie komplex die Auswirkungen des Klimawandels sein können. Während Landwirte in Deutschland neue Kulturen anbauen, leiden andere in der Region unter den Folgen von Dürren und extremen Wetterereignissen. Die Kombination aus Klimaveränderungen und geopolitischen Konflikten, wie dem Iran-Krieg, verschärft die Probleme weiter. Zwar versuchen einige Länder, durch den Einsatz von Kohlekraft und Subventionen für Grundbedarf zu helfen, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen bleiben spürbar. Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen kritisch, da die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur lokal, sondern global sind. Die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und anderen Regionen hängt davon ab, ob die Anpassungsstrategien effektiv sind und ob genug Ressourcen vorhanden sind, um die Herausforderungen zu bewältigen.
3 reports
Tagesschau (ARD)State / PublicCenterFactual 80Objective 8521 days ago Climate change allows for the cultivation of tropical ginger in SwabiaThe article discusses how climate change has enabled the cultivation of tropical ginger in Schwaben, Germany. It highlights the efforts of farmer Michael Eberhardt, who uses a greenhouse to create the necessary hot, humid, and shaded conditions for growing ginger. The piece also mentions research by Martine Schraml at the state agricultural technology center, focusing on adapting agriculture to climate change.
Bias read (Center): The article presents factual information about agricultural adaptation to climate change without overtly favoring any political stance. It includes direct quotes from a farmer and a researcher, providing balanced perspectives on the topic.
Why these scores (Factual 80 · Objective 85): The article accurately describes the cultivation of tropical ginger in Germany due to climate change, citing specific examples and experts. The tone is mostly neutral but slightly promotional of the agricultural adaptation.
heise onlineIndependentCenterFactual 75Objective 9017 days ago Satellite images: El Niño has begun and is getting strongerSatellite data indicates that the El Niño climate phenomenon has begun and is intensifying, with potential global consequences. NASA researcher Severine Fournier notes that ocean temperatures in the Pacific have been rising significantly, leading to increased sea expansion and heat accumulation. The World Meteorological Organization (WMO) has called for urgent measures, emphasizing the need to combat climate change. El Niño is expected to cause extreme weather events such as droughts and storms depending on location.
Bias read (Center): The article presents scientific findings and warnings from official sources without overtly favoring any political stance. It focuses on climate phenomena and their environmental impacts, using neutral language and citing researchers and international organizations.
Why these scores (Factual 75 · Objective 90): The article provides factual information about El Niño based on satellite data and expert statements, though some details are incomplete. The tone remains largely objective and balanced.
Deutsche Welle (English)State / PublicCenterFactual 60Objective 7020 days ago El Nino threatens livelihoods in Southeast AsiaSoutheast Asia is preparing for an extreme El Niño weather pattern, which could disrupt monsoon rains and impact agriculture. The World Meteorological Organization predicts El Niño conditions will develop by August and last through November. Farmers may face challenges with delayed or reduced rainfall, affecting crop planting and water usage. Experts warn that the region's reliance on rice and palm oil makes it particularly vulnerable to climate disruptions.
Bias read (Center): The article provides a factual overview of the potential impacts of El Niño on Southeast Asia without overtly favoring any political perspective. It cites scientific predictions and expert opinions while discussing the environmental and economic implications, maintaining a balanced tone.
Why these scores (Factual 60 · Objective 70): The article contains some factual elements about El Niño's impact on Southeast Asia but includes unrelated references to the Iran war, which detracts from accuracy. The tone shows concern for affected regions, leaning slightly towards alarmism.
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