Die spanische Regierung hat in einem historischen Schritt mehr als eine Million Anträge auf Legalisierung von Migranten ohne Papiere erhalten, was einen neuen Rekord in der Migrationspolitik des Landes markiert. Das Programm, das im April 2025 startete, ermöglichte es unbegleiteten Migranten, ihre Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu beantragen, wodurch sie offiziell in die spanische Gesellschaft integriert werden konnten. Nach der Fristverlängerung, die am 30. Juni endete, gingen 1,3 Millionen Anträge ein – weit über die ursprünglich prognostizierten 500.000 bis 800.000 Fälle. Bis dato wurden bereits 360.000 Anträge zur endgültigen Bearbeitung zugelassen, was bedeutet, dass die Betroffenen eine vorläufige Arbeitsgenehmigung erhalten haben.
Um den Antrag auf Regularisierung stellen zu können, mussten die Migranten nachweisen, dass sie seit mindestens fünf Monaten in Spanien residierten und kein Straftatbestand vorliegt. Die Nachweise konnten durch Rechnungen für Strom oder Telefone, Einschreibungen im Gemeindezensus oder Dokumente über medizinische Behandlungen erfolgen. Dieser Prozess war besonders wichtig, da viele der Betroffenen, insbesondere aus Lateinamerika, ursprünglich als Touristen eingereist waren und anschließend blieben. Die Bedingungen für die Erhaltung der Papiere sind relativ einfach: Eine saubere polizeiliche Zeugnislage – sowohl in der Heimat als auch in Spanien – sowie die Dauer der Aufenthaltsdauer bis zum Stichtag, dem 31. Dezember 2024, waren erforderlich.
Das Projekt wurde von der linksgerichteten Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez initiiert, nachdem Immigrantenorganisationen, Gewerkschaften und soziale Einrichtungen 700.000 Unterschriften gesammelt hatten. Es handelt sich um die fünfte Runde der Legalisierung von Migranten seit den 1970er Jahren, doch nie gab es bisher eine solch große Anzahl von Betroffenen. Sánchez betonte, dass Integration ohne Regularisierung nicht möglich sei, und präsentierte einen Integrationsplan mit 505 Millionen Euro, der Maßnahmen zur Eingliederung der Migranten in die spanische Gesellschaft fördern soll. Ziel ist es, den Migranten bei der Suche nach Arbeit in Branchen mit Fachkräftemangel zu unterstützen, obwohl viele von ihnen in ihrer Heimat eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert haben.
Im Gegensatz dazu kritisierten die konservative Partei PP und VOX die Maßnahme als politisch motiviert und argumentierten, dass die Legalisierung die Sicherheit und Ordnung gefährde. In den von der Rechten regierten Regionen, wie beispielsweise Madrid, wurden den Betroffenen bewusst Hindernisse in den Weg gelegt, indem Behörden beispielsweise keine Belege über den Besitz von Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel anerkannten oder die Aufnahme ins Melderegister ablehnten. Diese Aktionen zeigten, dass die konservative Opposition versuchte, die Implementierung des Programms zu erschweren.
Zudem gibt es Diskussionen darüber, wie viele der über eine Million Anträge tatsächlich genehmigt werden. Während die Regierung optimistisch ist und davon ausgeht, dass eine große Anzahl der Antragsteller erfolgreich regulärisiert werden könnte, bleibt unklar, welche Herausforderungen sich bei der Bearbeitung der Anträge ergeben könnten. Die Behörden haben drei Monate Zeit, um die Genehmigungen zu entscheiden, und müssen dabei sicherstellen, dass alle Anträge fair und transparent bearbeitet werden.
Die Maßnahmen der spanischen Regierung markieren einen deutlichen Kurswechsel gegenüber vielen anderen europäischen Ländern, die ihre Migrationspolitik verschärft haben. Sánchez betont, dass Spanien ein Land ist, das die Menschenrechte achtet und schützt, und sieht in der Legalisierung eine gute Entscheidung für die Wirtschaft. Gleichzeitig weiß er um die Herausforderungen der Integration und betont die Notwendigkeit, die Migranten in die Gesellschaft einzubringen. Mit dieser Politik setzt Spanien einen neuen Standard in der Migrationspolitik innerhalb der EU.
2 reports
taz – die tageszeitungIndependentLeftFactual 95Objective 703 days ago Migration policy in Spain: 1.3 million applications for regularizationSpain's leftist government has announced record numbers of regularization applications from undocumented immigrants, with over 1.3 million people applying for legal status by the deadline of June 30, 2025. This exceeds initial estimates of 500,000 to 800,000 applicants. The process allows applicants to live and work legally for one year if they meet certain conditions, such as having a clean criminal record and proof of residence in Spain before January 1, 2025. Many applicants came from Colombia, Venezuela, and Morocco, often entering as tourists and staying illegally. The initiative was launched after pressure from immigrant organizations, unions, and social groups who collected 700,000 signatures. However, conservative regions like Madrid have made it harder for migrants to prove their residency, complicating the process.
Bias read (Left): The article highlights the efforts of Spain's leftist government under Prime Minister Pedro Sánchez to integrate undocumented immigrants through a regularization program. It emphasizes the success of this policy, the support from progressive groups, and contrasts it with resistance from conservative
Why these scores (Factual 95 · Objective 70): This article presents detailed figures and conditions, matching the consensus. However, it includes more emotionally charged language and frames the policy as a 'record' which may imply bias.
Deutsche Welle (Deutsch)State / PublicLeftFactual 90Objective 753 days ago Spain: Over a million foreigners want residency permitsOver one million undocumented foreigners in Spain have applied for legal status under a special regularization program introduced by the leftist government. The initiative, launched in April, allows eligible applicants—those who have resided in Spain for at least five months by January 1 and without prior criminal records—to obtain residence and work permits valid only within Spain, not across the Schengen area. The deadline for applications ended on Tuesday, leaving authorities three months to process them. Spanish Prime Minister Pedro Sánchez described the move as a 'good decision for our economy' while acknowledging challenges related to integration. This approach contrasts with many other European countries, including Germany, which are tightening migration policies and becoming more restrictive.
Bias read (Left): The article frames the regularization program as a progressive and humanitarian measure, emphasizing Spain’s commitment to human rights and contrasting it with the increasingly restrictive immigration policies of other European nations. While the content is factual, the emphasis on Spain’s 'leftward
Why these scores (Factual 90 · Objective 75): The article accurately reports the number of applications and the program details, aligning with the cross-source consensus. It provides context from government officials but has some subjective language when describing the political implications.
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