In der Mitte eines weitläufigen, fast menschenleeren Landes, das von einer Mauer aus Beton und Gitterzäunen umschlossen ist, hat sich ein neuer Staat etabliert: das Großsächsische Reich. Das Land, das im Jahr 2050 existiert, ist ein künstliches Produkt der politischen Spaltung, die in den späten 2020er-Jahren entstanden ist. Die Geschichte dieses Staates beginnt mit der Abspaltung Ostdeutschlands von der Bundesrepublik Deutschland, ein Ereignis, das als „Ruhmeskunde“ der sächsischen Nation betrachtet wird. Die Abspaltung fand 2031 statt, nach einer umstrittenen Volksabstimmung, bei der die AfD mit Unterstützung der BSW-Partei die Macht übernommen hatte. Der Krieg, der folgte, war kurz, aber blutig, und endete mit der vollständigen Kontrolle über Berlin und den westlichen Teil Deutschlands. Die Westdeutsche Bevölkerung reagierte mit Protestnoten, da viele glaubten, dass die Trennung endlich die Unvereinbarkeit der beiden Regionen klärte.
Der aktuelle Regimechef, Björn Höcke, ist eine Figur, die sowohl in der internationalen Politik als auch innerhalb des Großsächsischen Reiches eine bedeutende Rolle spielt. Seine Regierungsmaßnahmen, wie die Ausweisung aller Blutsfremden, die Einführung des Faches „Deutschruhmeskunde“ an Stelle des Geschichtsunterrichts und das Verbot von Lastenfahrrädern, Nagellack und Tofu, haben zwar internationale Aufmerksamkeit erregt, aber innerhalb des Landes kaum Protest ausgelöst. Diese Maßnahmen sind Teil einer strengen nationalen Identitätspolitik, die darauf abzielt, die nationale Einheit zu stärken und fremde Einflüsse zu minimieren.
Die jüngste Entwicklung, die die Aufmerksamkeit der internationalen Medien gewonnen hat, ist eine Reise von Journalistinnen und Journalisten ins Großsächsische Reich. Dies ist die erste solche Reise seit zwölf Jahren, seitdem die letzte Delegation von Journalisten im Jahr 2038 aufgrund eines Streits mit den Behörden abgeschoben wurde. Die Reise begann am 17. April 2050, als die Journalistinnen und Journalisten die Grenze bei Eisenach passierten. Die Sicherheitskontrollen waren streng, und es gab Diskussionen über die Einreisebedingungen. Zwei Journalistinnen wurden aufgrund ihrer „unerlaubten Körperfarbe“ abgewiesen, und eine andere Person wurde aufgrund von „uneindeutiger Geschlechtlichkeit“ nicht eingelassen. Die Situation beruhigte sich jedoch, als die Reisebegleiter, die vom Ministerium für Volksaufklärung angestellt sind, in den Bus stiegen und kostenlosen Zichorienkaffee verteilten. Der Leiter dieser Gruppe, Ronny Pucke, begrüßte die Journalistinnen und Journalisten und erklärte seine Rolle als Abteilungsleiter.
Die Reise führte die Journalistinnen und Journalisten zu verschiedenen Orten, darunter ein Wotan-Tempel nahe der Wartburg, wo sie mit traditionellen Gerichten verwöhnt wurden. Während ihres Aufenthalts hielt Pucke einen langen Vortrag über die historische Erfolgsgeschichte des Großsächsischen Reichs. Dabei betonte er die Bedeutung der Abspaltung und die Fortführung der nationalen Identität. Die Journalistinnen und Journalisten wurden auch in die Technische Universität in Carl-Schmitt-Stadt gebracht, wo sie mit einem Professor des rassehygienischen Bereichs sprachen. Die Gespräche zeigten, dass die Bildungspolitik des Landes stark auf die nationale Identität ausgerichtet ist.
Die Reise endete mit einem Konzert der Reichshymne „Im Osten geht die Sonne auf“, die von Björn Höcke selbst komponiert worden sein soll. Obwohl einige Journalistinnen und Journalisten aus der Axel Springer Global Media Group mit sangen, erklärten sie dies als Ausdruck von Höflichkeit. Die Reise war nicht nur ein Informationsaustausch, sondern auch ein Zeichen der Neugier und des Interesses der internationalen Medien an diesem seltenen Staat. Die Zukunft des Großsächsischen Reichs bleibt jedoch unklar, und die Reise hat nur einen kleinen Teil dessen enthüllt, was noch zu erkunden bleibt.
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