Die globale Ausgaben für Atomwaffen erreichten im Jahr 2025 einen historischen Höchststand, wie eine Studie der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) zeigt. Laut dem Bericht wurden insgesamt 119 Milliarden Dollar – etwa 102 Milliarden Euro – in Atomwaffen investiert, was einem Betrag von mehr als 3.200 Euro pro Sekunde entspricht. Dieser Anstieg betrifft alle neun atomwaffenbesitzenden Staaten, darunter die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Die Ausgaben stiegen um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was auf eine zunehmende militärische Verschärfung und eine Neuausrichtung der Sicherheitsstrategien hinweist.
Der Bericht von ICAN unterstreicht, dass die USA weiterhin die führenden Investoren in Atomwaffen sind. Sie gaben 69,2 Milliarden Dollar aus, was mehr als die Summe aller anderen atomwaffenbesitzenden Staaten zusammen entspricht. China folgte mit 13,5 Milliarden Dollar, Großbritannien rückte mit 12,6 Milliarden Dollar auf den dritten Platz, während Russland mit 9,5 Milliarden Dollar zurückblieb. Die Investitionen in Atomwaffen werden nicht nur als Modernisierung begründet, sondern auch als strategische Notwendigkeit angesehen, um die militärische Überlegenheit zu sichern. Dabei wird betont, dass die moderne Technologie, insbesondere künstliche Intelligenz, die Effektivität und Präzision von Atomwaffen steigert und gleichzeitig das Risiko eines unkontrollierten Einsatzes erhöht.
Die neun atomwaffenbesitzenden Staaten besitzen insgesamt mehr als 12.187 Sprengköpfe, wobei etwa 9.745 davon in aktiver Bereitschaft für den Einsatz bereitstehen. Fast die gesamte Zahl dieser Sprengköpfe liegt in den Händen der USA und Russlands, wobei China, Frankreich und Großbritannien ebenfalls bedeutende Anteile haben. Im Vergleich zu früheren Jahren gibt es eine deutliche Zunahme der Anzahl der Sprengköpfe, die auf Trägersysteme verlagert wurden, was auf eine verstärkte militärische Aktivität und eine Erhöhung der Gefahrenlage hindeutet. Experten warnen, dass die Integration von künstlicher Intelligenz in die militärischen Systeme die Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Kontrolle über den Einsatz von Atomwaffen erschweren kann.
Die Situation wird zusätzlich komplexiert durch die Aufhebung oder Nichtverlängerung von bilateralen Verträgen zur Rüstungskontrolle und Abrüstung, die seit den 1970er-Jahren zwischen den USA und Russland bestanden. Diese Verträge, die die Sicherheit und Stabilität in Europa und der Region förderten, sind nun nicht mehr gültig, und die beiden Supermächte befinden sich in einem konventionellen Krieg. Zudem drohen beide Seiten explizit oder implizit mit dem Einsatz von Atomwaffen, was die Spannung auf ein neues Hoch treibt. In der Region des Nahen und Mittleren Ostens könnte die Beschaffung eigener Atomwaffen durch die Türkei, Saudi-Arabien und Iran auf die nukleare Hegemonie Israels reagieren, was die Gefahr einer erneuten Nutzung von Atomwaffen dramatisch erhöht.
Die Ausgaben für Atomwaffen werden nicht nur als militärisches Instrument betrachtet, sondern auch als politisches Werkzeug, um nationale Sicherheit und Macht zu demonstrieren. Experten wie Dr. M.V. Ramana von der University of British Columbia warnen, dass die Modernisierung von Atomwaffen und die verstärkte Betonung ihrer Rolle in militärischen Strategien ein gefährliches Trendsignal senden. Insbesondere in Zeiten, in denen viele der mächtigsten Länder der Welt mit Bomben, Raketen und Drohnen statt diplomatischer Lösungen Kriege führen, besteht ein hohes Risiko, dass ein konventioneller Krieg in einen nuklearen eskaliert. Die Integration von künstlicher Intelligenz in die militärischen Systeme könnte dazu führen, dass Entscheidungen über den Einsatz von Atomwaffen schneller getroffen werden, was die Gefahr von Fehlentscheidungen und unkontrollierten Konsequenzen erhöht.
Zusätzlich zu den militärischen und politischen Aspekten weisen die Berichte auf die sozialen und ökonomischen Folgen der hohen Ausgaben für Atomwaffen hin. Nach Angaben von ICAN könnten die Investitionen eines einzigen Tages ausreichen, um zwei Millionen Menschen vor dem Hungern zu bewahren. Mit den Mitteln, die allein in den letzten drei Jahren investiert wurden, könnte der globale Hunger beendet werden. Die Ausgaben für Atomwaffen im Jahr 2025 hätten sogar den regulären Haushalt der Vereinten Nationen für 32 Jahre decken können. Diese Fakten unterstreichen, dass die Prioritäten der Regierungen in vielen Ländern stark von militärischen und strategischen Interessen geprägt sind, anstatt auf humanitäre und globale Herausforderungen zu achten.
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit Besorgnis auf diese Entwicklungen. Der Stockholms International Peace Research Institute (SIPRI) warnte bereits vor der zunehmenden Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Sicherheitspolitik und betonte, dass die modernen Rüstungsprogramme und die Veränderung der Sicherheitsstrategien die Gefahr von Eskalationsprozessen erhöhen. Experten wie Susi Snyder von ICAN betonen, dass die aktuellen Ausgaben und Investitionen in Atomwaffen ein klarer Hinweis auf eine neue Phase des nuklearen Wettrüstens sind, was die globale Sicherheit und Stabilität bedroht. Die Zukunft sieht daher eine mögliche Verschärfung der Spannungen, eine Erhöhung der Gefahr von Konflikten und eine weitere Verstärkung der nuklearen Bedrohung. Die internationale Gemeinschaft muss sich intensiv Gedanken darüber machen, wie man diese Entwicklung stoppen oder zumindest kontrollieren kann, um die globale Sicherheit und das Leben der Menschen zu schützen.
10 reports
taz – die tageszeitungIndependentLeft23 days ago Nuclear spending at record highs: the end of the nuclear illusionThe article discusses the record-high spending on nuclear weapons by nuclear-armed states since the end of the Cold War, highlighting concerns over the increasing danger posed by these weapons. It critiques the historical justification for nuclear deterrence, questioning whether it has truly prevented conventional warfare between NATO and Warsaw Pact countries. The piece also notes the modernization efforts of nuclear powers, including the integration of artificial intelligence to make nuclear weapons more destructive, precise, fast, and flexible.
Bias read (Left): The article presents a critical perspective on nuclear weapons, emphasizing their growing threat and questioning the validity of past justifications for nuclear deterrence. It uses strong language such as 'dangerous illusion' and 'record-high spending,' and frames the issue as an urgent global risk.
IPS News (Inter Press Service)IndependentCenter24 days ago Amid Rising Military Tension in War Zones, World’s Nuclear Powers are Modernizing Their ArsenalsAs military tensions escalate in regions such as Europe and the Middle East, global nuclear powers are expanding and upgrading their nuclear arsenals. According to the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), nuclear-armed states including the U.S., Russia, the UK, France, China, India, Pakistan, North Korea, and Israel have continued programs to modernize their nuclear capabilities in 2025, deploying new nuclear-armed or nuclear-capable systems.
Bias read (Center): The article presents factual data from SIPRI regarding the expansion and modernization of nuclear arsenals by various countries without overtly favoring any particular political stance. It highlights concerns about increased risks of escalation but does so in a balanced manner, citing official data.
taz – die tageszeitungIndependentLeft24 days ago Record expenditure on nuclear bombs: more than EUR 3200 per second for nuclear weaponsA study by ICAN reports that global spending on nuclear weapons reached record levels in 2025, with the nine nuclear powers investing 19% more than in the previous year. The total expenditure was approximately 102 billion euros, equating to over 3,200 euros per second. The United States spent the most, followed by China, the United Kingdom, and Russia.
Bias read (Left): The article highlights increased global spending on nuclear weapons and emphasizes the role of ICAN, an organization advocating for nuclear disarmament and awarded the Nobel Peace Prize in 2017. This framing underscores concerns about militarization and arms proliferation, aligning with anti-militar
HRT (Hrvatska radiotelevizija)State / PublicLeft25 days ago Nuclear weapons cost more than $3,700 every secondThe International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) reported that global nuclear weapons spending increased by 19% in 2025, reaching $119 billion annually. This equates to over $3,700 spent every second. The United States accounted for the largest share at $69.2 billion, followed by China ($13.5 billion), the United Kingdom ($12.6 billion), and Russia ($9.5 billion). According to ICAN, Russia possesses the largest nuclear arsenal with 5,420 warheads, followed by the United States with 5,042.
Bias read (Left): The article presents data from ICAN, an organization known for advocating nuclear disarmament and having received the Nobel Peace Prize. The framing emphasizes the high cost of nuclear weapons and their humanitarian impact, using phrases like 'two million people no longer have to worry where their下一
Al Jazeera EnglishState / PublicLeft25 days ago Nuclear weapons spending surges to record high of $119bn, report saysA report by the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) indicates that global spending on nuclear weapons reached a record high of $119 billion in 2025, with an increase of $16.8 billion compared to the previous year. The United States accounted for the largest share at $69.2 billion, followed by China, the United Kingdom, Russia, and France. Other nuclear-armed states such as India, Pakistan, Israel, and North Korea also increased their spending, though to a lesser extent.
Bias read (Left): The article highlights rising global nuclear weapon expenditures and cites the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN), which is known for advocating nuclear disarmament. This framing emphasizes concern over militarization and potential risks associated with nuclear arms, aligning a
KurierParty-alignedCenter25 days ago US$119 billion for nuclear weapons: world-wide spending at record levelsAccording to an ICAN report, the nine nuclear powers invested $119 billion in nuclear weapons in 2025, with the United States spending the most at $69.2 billion, followed by China, the United Kingdom, and Russia. The report states that these countries increased their investment in nuclear arsenals by 19% compared to the previous year. Russia has the largest number of nuclear weapons at 5,420, followed by the U.S. with 5,042 and China with 620.
Bias read (Center): The article presents factual data from the ICAN report without apparent ideological framing. It reports figures and rankings objectively, citing the organization as the source. There is no evident bias in language, emphasis, or omission of context.
ORF NewsState / PublicCenter25 days ago Worldwide expenditure on nuclear weapons at record levelsGlobal spending on nuclear weapons reached a record high in 2025, according to a report by the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN). The nine nuclear powers spent nearly $119 billion (about €103 billion) on their nuclear arsenals, representing an 18% increase compared to the previous year. The report also noted that more warheads were moved from storage to delivery systems last year. Concerns were raised that artificial intelligence could increase the risk of nuclear weapon use. The Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) had previously warned about the res
Bias read (Center): The article presents factual data from ICAN and SIPRI without overtly biased language or selective sourcing. It reports concerns expressed by experts but does not take a clear stance or emphasize one perspective over another.
MladinaIndependentLeft25 days ago Each second for a nuclear weapon more than 3200 eurosNine nuclear-armed states spent 19% more on their nuclear arsenals last year than the previous year, totaling approximately $119 billion (€102 billion). The International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) reported that the United States allocated the most funds at $69.2 billion, followed by China and the United Kingdom. Over the past five years, these nine countries have collectively spent over $470 billion on nuclear weapons.
Bias read (Left): The article highlights increased spending on nuclear weapons and frames it as a significant financial commitment with potential global implications. It emphasizes the scale of expenditure without providing counterpoints or alternative perspectives, suggesting a critical stance toward nuclear arms. S
de VolkskrantIndependent🔒Center26 days ago China is now the third nuclear power, declining nuclear weapons stagnates globallyThe article discusses China's emergence as the third nuclear power, noting that global efforts to reduce the number of nuclear weapons have stalled.
Bias read (Center): The article presents factual information without overtly biased language or emphasis. It reports on China's status as a nuclear power and the stagnation of global disarmament efforts without taking a clear stance or using loaded terminology.
MladinaIndependentCenter26 days ago The level of nuclear risk is increasingThe article discusses an increase in nuclear risk despite a decrease in the number of global nuclear warheads, citing a report by the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI). The report highlights factors such as slowed disarmament efforts, accelerated development of new nuclear weapons, and reduced oversight over the global nuclear arsenal. SIPRI director Karim Haggag explained this trend to AFP.
Bias read (Center): The article presents factual data and quotes from SIPRI without overtly biased language or selective sourcing. It reports on a widely recognized issue with balanced attribution to SIPRI and AFP, avoiding clear ideological framing.
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