In der Steiermark hat die Staatsanwaltschaft Graz einen weiteren Schritt in einer umfangreichen Ermittlung gegen einen Grazer Internisten unternommen. Der Mediziner, der seit mindestens 2012 vermutlich heimlich Nacktaufnahmen seiner Patientinnen erstellt hat, steht nun unter Verdacht, sie jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Ermittlungsverfahren bereits im Herbst 2025 angestoßen, nachdem ein Rechtshilfeersuchen der Schweizer Justizbehörden in Graz eingegangen war. Der Beschuldigte betreibt neben seiner Praxis in Graz auch eine in der Schweiz, was die internationale Dimension des Falls unterstreicht.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die sogenannten „heimlichen“ Videoaufnahmen, die der Mediziner angeblich während seiner Behandlungen erstellt hat. Laut einem Bericht der *Kronen Zeitung* soll der Verdächtige Kameras in seiner Ordination verborgen haben, teilweise in Taschentücherboxen versteckt. Diese Kameras waren so positioniert, dass sie den Intimbereich der Patientinnen filmten. Eine der Betroffenen bemerkte das versteckte Handy und meldete es. Die Ermittlungen zeigen, dass die Aufnahmen bis ins Jahr 2012 zurückreichen und zahlreiche Fotos sowie Videos sichergestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass alle sichergestellten Datenträger im Wesentlichen ausgewertet wurden, doch die Ermittlungen dauern weiter an.
Zu den Opfern gehört mindestens eine minderjährige Person, wie die Staatsanwaltschaft am Montag auf APA-Nachfrage mitteilte. Bislang sind acht Betroffene identifiziert worden, doch die Polizei geht davon aus, dass es noch weitere Opfer gibt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und die Staatsanwaltschaft hat erklärt, dass weitere Details der Vorfälle vorerst nicht veröffentlicht werden. Der Verdächtige, der über 60 Jahre alt ist, wurde nach seiner Einvernahme mit der Begründung verteidigt, dass seine Handlungen medizinisch indiziert seien und die Filmaufnahmen abgesprochen worden seien. Dennoch wurde ihm der Berufsstatus entzogen, sodass er seinen Job nicht mehr ausüben kann.
Die Ermittlungen wurden durch einen Hinweis aus dem Ausland angestoßen, der den Fall ins Rampenlicht rückte. Die Polizei Steiermark bestätigte, dass Ermittlungen bereits seit längerem laufen, jedoch keine detaillierten Informationen zum Fall veröffentlicht wurden. Die *Kronen Zeitung* berichtete, dass der Mediziner die Patientinnen unter verschiedenen Vorwänden dazu brachte, sich auszuziehen, und die Behandlungen oft außerhalb der regulären Ordinationszeiten durchführte, wo keine Sprechstundenhilfe zugegen war. In diesen Fällen wurden die Untersuchungen als unnötig kritisiert.
Die Ermittlungen sind noch in vollem Gange, und die Staatsanwaltschaft hat darauf hingewiesen, dass weitere Opfer möglicherweise noch nicht identifiziert sind. Die Polizei bittet jede Person, die Verdachtsmomente hat, sich bei den Ermittlungsbehörden zu melden. Zudem wird die Frage diskutiert, ob die Filmaufnahmen tatsächlich medizinisch gerechtfertigt waren oder ob sie als Straftaten einzustufen sind. Die Ermittlungen sind daher sowohl rechtlich als auch ethisch hochkomplex, da sie zwischen medizinischer Praxis und potenziellen sexuellen Misshandlungen differenzieren müssen.
Die öffentliche Diskussion um den Fall zeigt, dass die Ermittlungen nicht nur juristische, sondern auch gesellschaftliche Konsequenzen haben könnten. Die Identität der Opfer bleibt bislang vertraulich, und die Staatsanwaltschaft hat erklärt, dass die Details der Vorfälle vorerst nicht veröffentlicht werden. Dennoch ist klar, dass der Fall eine breite Aufmerksamkeit findet und möglicherweise langfristige Auswirkungen auf die medizinische Praxis und die Sicherheit der Patienten haben könnte. Die Ermittlungen werden fortgeführt, und es bleibt abzuwarten, ob weitere Informationen offengelegt werden.
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