Bei dem am Sonntag stattfindenden 311. Sinj Alka-Festival entbrannten Spannungen zwischen lokalen Beamten und nationalen Behörden über Gesundheitspolitik und Infrastrukturinvestitionen. Premierminister Andrej Plenković nahm an der Veranstaltung teil und drückte seine Unterstützung für die jahrhundertealte Tradition aus, während der Bürgermeister von Sinj, Miro Bulj, sich weigerte, mit Regierungsvertretern im offiziellen VIP-Bereich zu sitzen.
Der Ministerpräsident betonte seine persönliche Beteiligung an der Förderung der Alka während seiner Zeit im Europäischen Parlament, was auf einen gemeinsamen kulturellen Stolz in ganz Kroatien hindeutet. Er wies darauf hin, dass die Geburtshalle trotz zahlreicher historischer Besetzungen von Sinj, von den Osmanen bis in die Neuzeit, immer intakt geblieben war.
Bulj erklärte es als seine Pflicht, das Recht der in der Cetina-Region geborenen Kinder zu schützen, in Sinj statt in Split oder anderswo geboren zu werden. Er forderte die Regierung auf, in der Stadt ein Allgemein Krankenhaus zu eröffnen und fügte hinzu, dass Sinj auch eine verbesserte Straßeninfrastruktur und andere versprochene Investitionen benötige. Seine Weigerung, seinen Platz im VIP-Bereich einzunehmen, war ein sichtbarer Protestakt gegen das, was er als Vernachlässigung durch die Zentralregierung wahrnimmt.
Politische Persönlichkeiten, die bei der Veranstaltung anwesend waren, reagierten auf die Situation. Nikola Grmoja, Führer der Partei Most, verteidigte die Handlungen von Bulj, mit dem Argument, dass Populismus bedeutet, dem Volk nahe zu sein, anstatt es auszubeuten. Er lobte Sinj für seine niedrigen Steuern, hohen Löhne, kostenlose Kindergärten und positive demografische Trends. Siniša Hajdaš Dončić, Präsident der Sozialdemokratischen Partei (SDP), erkannte die Notwendigkeit an, Bulj als Bürgermeister zu respektieren, forderte aber auf, dass persönliche Konflikte bei solchen Gelegenheiten beiseite gelegt werden sollten. Er betonte, dass SDP darauf abzielt, vor Ort aktiv zu sein und Lösungen anzubieten, anstatt nur zu kritisieren.
Dončić warnte, dass die bevorstehenden Parlamentswahlen sich wahrscheinlich auf eine Wahl zwischen SDP und organisierter Kriminalität beschränken würden, was darauf hindeutet, dass die Öffentlichkeit zwischen diesen beiden Optionen wählen muss.
In einem Facebook-Post mit dem Titel "Alka für das Volk" äußerte er Stolz auf die Widerstandsfähigkeit von Sinj und kritisierte die Regierung dafür, die Bedürfnisse der Region zu ignorieren. Er beschrieb die Schließung der Geburtsstation als direkten Angriff auf die Alka-Tradition und die Identität der Sinj-Gemeinde.
Die Anwesenheit hochrangiger Politiker unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung, auch wenn sie zu einer Bühne für politische Beschwerden wurde. Als die Alka begann, war die Atmosphäre sowohl mit dem Geist der Tradition als auch mit dem Gewicht zeitgenössischer Streitigkeiten gefüllt.
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