Ein Schweizer Universitätslabor hat erfolgreich bestehende Medikamente zur Behandlung einer seltenen genetischen Erkrankung, die weltweit etwa 400 Menschen betrifft, umfunktioniert. Die Entdeckung wurde vor fünf Jahren von Forschern unter der Leitung von Vladimir Katanev an der Universität Genf gemacht. Sein Team fand heraus, dass weit verbreitete Zinksalze potenziell die Erkrankung behandeln könnten, die durch Mutationen in einem bestimmten Gen verursacht wird und zu schweren Anfällen, Entwicklungsverzögerungen und Bewegungsstörungen führt.
Zum Beispiel wurden GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Fettleibigkeit und Sildenafil, allgemein bekannt als Viagra, zunächst für andere Erkrankungen getestet. Jetzt gewinnt diese Strategie zunehmend an Aufmerksamkeit bei der Behandlung seltener Krankheiten, bei denen die Behandlungsmöglichkeiten knapp sind. Von den etwa 7.000 identifizierten seltenen Krankheiten haben nur sechs Prozent zugelassene Behandlungen. Diese Lücke hat die Forscher dazu veranlasst, alternative Methoden wie die Wiederverwendung von Medikamenten zu erforschen, die im Vergleich zur Entwicklung völlig neuer Medikamente schneller und mit weniger Investitionen zu Therapien führen können.
Laut einem Bericht des Datenanalyseunternehmens Evaluate wird der Anteil der Medikamentenkandidaten, die auf seltene Krankheiten abzielen, voraussichtlich von 30 Prozent im Jahr 2027 auf 22 Prozent im Jahr 2032 sinken. "Wir brauchen andere Ansätze", betonte Katanev. "Die Fortschritte in der Genetik und künstlicher Intelligenz haben es Universitätslabors wie Katanev ermöglicht, die für diese Krankheiten verantwortlichen Mutationen besser zu verstehen.
Derzeit arbeiten sie mit postdoktoralen Forschern in Genf zusammen, um sechs verschiedene genetische Erkrankungen zu behandeln. Da die Gesundheitssysteme zunehmenden Druck ausgesetzt sind, plädieren Initiativen und Patientengruppen zunehmend für die Verwendung bereits zugelassener Substanzen für neue medizinische Indikationen. Experten schätzen, dass 75 Prozent der bestehenden Medikamente für andere Krankheiten anwendbar sein könnten.
Akademischen Labors fehlen häufig die Ressourcen, das regulatorische Fachwissen und die klinische Entwicklungserfahrung, die für den langwierigen und komplexen Prozess erforderlich sind, um wiederverwendete Medikamente auf den Markt zu bringen.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Labor von Katanev und Patientenschutzgruppen wie ASNSD unterstreicht die Bedeutung von Partnerschaften bei der Weiterentwicklung der Forschung zu seltenen Erkrankungen. Durch die Nutzung bestehender Kenntnisse und Technologien eröffnen Wissenschaftler neue Wege, um wirksame Behandlungen für Patienten zu finden, die derzeit nur wenige Möglichkeiten haben.
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SRF NewsStaatlich / öffentlichMitteFaktentreue 85Objektivität 80gestern Wirkstoff-Neupositionierung – Schweizer Labor nutzt alte Medikamente gegen seltene KrankheitenForscher der Universität Genf unter der Leitung von Wladimir Katanaew nutzen zugelassene Medikamente zur Behandlung seltener Erkrankungen neu, wobei sie eine genetische Störung, die Anfälle, Entwicklungsverzögerungen und Bewegungsstörungen verursacht, erfolgreich behandeln. Die Studie unterstreicht das wachsende Interesse an der "Medikamentenumstellung", da Pharmaunternehmen die Investitionen in neue Behandlungen für seltene Erkrankungen reduzieren. Da nur sechs Prozent der seltenen Krankheiten zugelassene Therapien haben, wenden sich Wissenschaftler an bestehende Medikamente, die schneller und kostengünstiger getestet werden können. Das Team nutzte High-Throughput-Screening, um mehr als 3.000 in den USA zugelassene Medikamente zu analysieren und potenzielle Kandidaten für die Behandlung von sechs genetischen Erkrankungen zu identifizieren. Fortschritte in der Genetik und künstlichen Intelligenz ermöglichen eine schnellere Entdeckung und Prüfung von Möglichkeiten zur Umwandlung von Medikamenten.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert eine wissenschaftliche Entwicklung ohne offensichtliche ideologische Rahmenbedingungen. Er diskutiert medizinische Forschung und pharmazeutische Trends und konzentriert sich eher auf technische und logistische Aspekte als auf politische Agenden.
Warum Faktentreue (85): The article reports on research conducted by Wladimir Katanaew at the University of Geneva regarding the repurposing of zinc salts for treating a rare genetic disorder. It references prior discoveries and contextualizes the approach within broader pharmaceutical trends. While no primary source is av
Warum Objektivität (80): The article presents the research findings and expert statements neutrally, though it emphasizes the potential of 'Wirkstoff-Neupositionierung' as a solution. There is a slight promotional undertone in highlighting the success of the approach, but overall the tone remains informative and balanced.
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