Smartwatches sind zu einem gängigen Zubehör im modernen Leben geworden und bieten den Benutzern Einblicke in ihre Gesundheit durch Funktionen wie Schrittzählung, Herzfrequenzüberwachung und zunehmend Schlafverfolgung. Trotz ihrer Popularität sind diese Geräte jedoch oft nicht in der Lage, die Schlafqualität genau zu bewerten. Eine wachsende Zahl von Beweisen deutet darauf hin, dass Wearables zwar nützliche Daten liefern können, insbesondere zur Identifizierung von Mustern im Laufe der Zeit, aber sie kämpfen, um die nuancierten Aspekte von Schlafzyklen und Phasen zu erfassen.
In Irland, wo schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung intelligente Wearables verwendet, hat die Abhängigkeit von diesen Geräten für die Schlafbeurteilung eine Debatte unter Forschern und Angehörigen des Gesundheitswesens ausgelöst. Diese Geräte verfolgen typischerweise nicht nur, wie lange jemand schläft, sondern auch die verschiedenen Phasen, tief, leicht, REM und wach, die einen vollständigen Schlafzyklus ausmachen. Experten argumentieren jedoch, dass dieses Detaillierungsniveau selten zuverlässig ist. Dr. Cailbhe Doherty, Forscher und Assistenzprofessor an der School of Public Health der UCD, erklärt, dass Wearables zwar mäßig effektiv sind, um die Gesamtschlafdauer zu messen, aber sie sind klinisch nicht nützlich, um die genauen Schlafphasen zu bestimmen.
Stattdessen verlassen sie sich auf indirekte Methoden wie Herzfrequenzvariabilität und Handgelenkbewegung, um Schlafphasen zu schätzen, was zu Ungenauigkeiten führen kann. Das Konzept eines "Schlaf-Scorings", das oft auf diesen Geräten angezeigt wird, ist zu einem Streitpunkt geworden. Benutzer können sich über ihre Ergebnisse ängstlich fühlen, auch wenn sie wissen, dass die Messungen nicht immer genau sind. Diese Angst kann paradoxerweise ihre Fähigkeit beeinflussen, gut zu schlafen. Das Problem geht über individuelle Bedenken hinaus; es spiegelt eine breitere Verschiebung in der Sicht der Gesellschaft auf Schlaf wider. Da Gesundheitsexperten die Bedeutung von Schlafqualität für das allgemeine Wohlbefinden betonen, ist die Nachfrage nach genauen Tracking-Tools gestiegen.
Trotz dieser Mängel gibt es Optimismus über das Potenzial der tragbaren Technologie, die Schlafgewohnheiten zu verbessern. Dr. Doherty räumt ein, dass die spezifischen Zahlen zwar nicht zuverlässig sind, aber die konsistenten, moderaten Ungenauigkeiten immer noch wertvolle Einblicke bieten können. Durch die Überwachung von Trends über längere Zeiträume können Benutzer Veränderungen in ihren Schlafmustern identifizieren, die weitere Aufmerksamkeit erfordern. Darüber hinaus deutet die kontinuierliche Verbesserung der Algorithmen darauf hin, dass zukünftige Iterationen dieser Geräte genauere Beurteilungen bieten könnten. Schlafwissenschaftler warnen jedoch davor, zu viel Vertrauen in diese Geräte zu setzen.
Polysomnographie, der Goldstandard für die Schlafmessung, beinhaltet die Anbringung von Elektroden an der Kopfhaut und anderen Körperteilen, um Gehirnwellen, Augenbewegungen, Muskeltonus und andere physiologische Indikatoren zu überwachen. Dieser umfassende Ansatz ermöglicht eine detaillierte Analyse der Schlafphasen, etwas, das tragbare Geräte nicht replizieren können. Laut Prof. Andrew Coogan, einem Verhaltensneurowissenschaftler an der Maynooth University, ist die Vorstellung, dass ein einfaches Armband solch ausgeklügelte Geräte ersetzen könnte, etwas unrealistisch. Dennoch hat die weit verbreitete Einführung von Wearables zu einem größeren Bewusstsein für Schlafhygiene beigetragen.
Viele Benutzer berichten, dass sie gesündere Schlafroutinen einführen und Lebensstilanpassungen aufgrund des erhaltenen Feedbacks vornehmen. Diese Geräte haben zwar nicht die Schlafwissenschaft revolutioniert, aber sie haben eine Rolle bei der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Bedeutung eines erholsamen Schlafes gespielt. Da sich die Technologie weiter entwickelt, liegt die Herausforderung darin, die Erwartungen der Benutzer mit der wissenschaftlichen Realität in Einklang zu bringen. Da Millionen von Menschen sich auf diese Tools verlassen, gibt es einen klaren Marktanreiz für Hersteller, die Genauigkeit zu verbessern. Unternehmen wie Oura Ring haben bereits Fortschritte bei der Verbesserung der Schlafverfolgung gemacht, was darauf hindeutet, dass Fortschritte möglich sind.
Trotzdem ist der Weg zu einer wirklich zuverlässigen Schlafüberwachung noch nicht abgeschlossen.
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