Sanae Takaichi, Japans erste weibliche Premierministerin, ist zu einer kulturellen Ikone unter bestimmten Bevölkerungsschichten, insbesondere jüngeren Wählern und Frauen, geworden und hat einen Trend mit dem Namen "Sanakatsu" oder Sana-Mania ausgelöst.
Sie lehnt Änderungen ab, die es verheirateten Paaren erlauben würden, getrennte Nachnamen beizubehalten, und unterstützt die Idee, dass Frauen den kaiserlichen Thron erben sollten. Diese Positionen stehen in scharfem Kontrast zu den Zielen vieler feministischer Bewegungen. Trotzdem geht ihr Appell weiter und deutet darauf hin, dass die politischen Präferenzen in Japan nicht immer mit breiteren gesellschaftlichen Veränderungen in Richtung Gleichstellung der Geschlechter übereinstimmen.
Diese Darstellung der unermüdlichen Arbeit findet bei vielen, insbesondere bei jüngeren Generationen, die Effizienz und Produktivität schätzen, Anklang. Ihre Popularität hat Anzeichen eines Niedergangs gezeigt, aber Analysten untersuchen weiterhin die Gründe für ihren anfänglichen Reiz. Einige schlagen vor, dass ihre Unterstützer die Wirtschaftspolitik über abstrakte Vorstellungen von Geschlechtergleichheit priorisieren. Andere argumentieren, dass ihr Geschlecht selbst ein bedeutender Faktor ist, nach Jahren männlich dominierter Führung mögen viele Wähler einfach eine Frau an der Macht sehen wollen.
Nach über einem Jahrzehnt des Studiums betonen sie, dass die Motivationen für die Popularität von Takaichi komplex und vielseitig sind. Die Forscherin stellt fest, dass viele japanische Frauen unter anhaltenden geschlechtsspezifischen Erwartungen im täglichen Leben leben und Vollzeitbeschäftigung mit traditionellen häuslichen Verantwortlichkeiten in Einklang bringen. Regierungsdaten zeigen eine deutliche Diskrepanz in der Verteilung der Hausarbeit: 5 Stunden pro Tag für Hausarbeit, während Frauen sieben Stunden widmen. Viele Frauen erkennen die Beiträge ihrer Partner an, übernehmen aber oft zusätzliche Verantwortlichkeiten ohne Beschwerde.
Wenn sie mit Situationen konfrontiert werden, die die traditionellen Rollen in Frage stellen, z. B. die Entsorgung von Hausmüll, entscheiden sich einige Frauen eher für praktische Lösungen als für direkte Konfrontation. Eine Teilnehmerin an einer Studie über Hausmüll teilte eine persönliche Erkenntnis: "Ich glaube an die Gleichstellung der Geschlechter. Ich möchte Vollzeit arbeiten und nicht das wiederholen, was meine Mutter getan hat und den ganzen Tag zu Hause kochen. Aber ich möchte auch meiner Familie nahrhafte Mahlzeiten anbieten.
In diesem Zusammenhang erscheint Takaichis Popularität weniger paradox. Ihr Image als engagierte, fleißige Führungspersönlichkeit kann bei Personen, die in einer sich schnell verändernden Gesellschaft nach Stabilität und Zuverlässigkeit suchen, anklangen. Die anhaltende Faszination für ihre Persönlichkeit hebt die nuancierte Beziehung zwischen politischen Persönlichkeiten und der öffentlichen Wahrnehmung in Japan hervor und bietet Einblicke in die sich entwickelnde Dynamik von Geschlecht und Macht.
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